Sie bekommen eine Anfrage auf Englisch – und Ihre Website gibt es nur auf Deutsch. Bei Webnode legen Sie eine zweite Sprachversion an, ohne ein Zusatzwerkzeug zu kaufen.
In dieser Preisklasse ist das die Ausnahme: Meist müssen Sie eine Erweiterung dazubuchen oder die Seite doppelt anlegen und beide getrennt pflegen. Hier gehört es zum Tarif, und jede Sprache bekommt eine eigene Adressstruktur. Einen Punkt sollten Sie trotzdem kennen, bevor Sie anfangen – beim Wechsel zu einem anderen Anbieter wird es später eng.
Wir haben Tarife, Funktionsumfang, Vertragsbedingungen und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was der kostenlose Zugang taugt, wo die Grenzen liegen und für wen sich der Baukasten lohnt.
Was ist Webnode und für wen ist es geeignet?
Webnode ist ein Baukasten aus Tschechien, den es seit 2008 gibt. Sie brauchen weder Programmierkenntnisse noch einen eigenen Server – Hosting gehört dazu, Sie arbeiten im Browser. Bearbeitet wird über Blöcke: Sie klicken einen Bereich an, ändern den Text oder tauschen ein Bild. Frei platzieren lässt sich nichts, was die Einarbeitung kurz hält, aber eigenständige Gestaltung erschwert.
Die Zielgruppe sind Einsteiger, Selbstständige und kleine Betriebe mit überschaubaren Ansprüchen. Wer Wert auf ein eigenständiges Aussehen legt oder viele Erweiterungen einbinden will, ist bei Wix oder Squarespace besser aufgehoben.
3,4/5★★★☆☆Mehrere Sprachversionen ohne Zusatzwerkzeug, kostenloser Einstieg und Server in der EU – dafür wenig Gestaltungsfreiheit und Schwierigkeiten beim späteren Wechsel.- Selbstständige mit Kunden in mehreren Ländern
- Einsteiger, die ohne Vorkenntnisse starten wollen
- Wer einen Anbieter mit Sitz in der EU sucht
- Kleine Betriebe mit einer überschaubaren Website
- Wer ein eigenständiges Aussehen gestalten will
- Projekte, die auf Sichtbarkeit bei Suchmaschinen angewiesen sind
- Alle, die später zu einem anderen Anbieter wechseln könnten
- Größere Verkaufsseiten mit vielen Artikeln
Funktionen und Bedienung
Der Einstieg ist in Minuten erledigt: Konto anlegen, Zweck der Seite angeben, aus den vorgeschlagenen Vorlagen wählen. Wer zum ersten Mal eine Website baut, findet sich hier schneller zurecht als bei den meisten Wettbewerbern – schlicht weil weniger möglich ist.
Genau das ist auch die Kehrseite. Elemente lassen sich nicht frei setzen, sondern nur innerhalb vorgegebener Bereiche verschieben. Für eine Seite mit Startseite, Kontaktformular und Bildergalerie reicht das vollkommen. Wer ein eigenständiges Erscheinungsbild umsetzen möchte, stößt schnell an Grenzen.
Bei Erweiterungen wird es dünn. Einen Bereich mit Zusatzprogrammen wie bei Wix gibt es nicht; Buchungssysteme oder Auswertungswerkzeuge binden Sie über eingefügte Codeschnipsel ein oder gar nicht. Auch der Blog-Bereich ist einfach gehalten.
Prüfen Sie den Ausstieg, bevor Sie einsteigen
Das ist der Punkt, den wir am kritischsten sehen. Nutzer berichten wiederholt, dass sich Inhalte nicht in einem gängigen Format ausgeben lassen – wer wechseln will, überträgt Texte und Bilder von Hand. Bei einer Seite mit fünf Unterseiten ist das ein Nachmittag. Bei einer gewachsenen Seite mit Blogbeiträgen aus mehreren Jahren ist es ein Projekt. Klären Sie das vor dem Start beim Anbieter, wenn Sie sich vorstellen können, später umzuziehen – die Antwort entscheidet mehr über Ihre Zufriedenheit in drei Jahren als jede Funktion heute.
Webnode im Test: Vor- und Nachteile
- Mehrere Sprachversionen: Ohne Zusatzwerkzeug, mit eigener Adressstruktur.
- Kostenlos ausprobierbar: Ohne Zahlungsdaten und ohne Zeitlimit.
- Schneller Start: In Minuten zur ersten veröffentlichten Seite.
- Sitz und Server in der EU: Keine Übermittlung in Drittländer.
- Verschlüsselung enthalten: Auch im kostenlosen Zugang.
- Hilfe auf Deutsch: Der Anbieter bedient den deutschsprachigen Raum.
- Ausstieg schwierig: Inhalte lassen sich offenbar nicht ausgeben.
- Wenig Gestaltungsfreiheit: Elemente sind nicht frei platzierbar.
- Kaum Erweiterungen: Kein Bereich mit Zusatzprogrammen.
- Werbung im Gratiszugang: Und eine Adresse mit Anbieternamen.
- Automatische Verlängerung: Rechtzeitig kündigen, sonst läuft ein weiteres Jahr.
- Keine Telefonhilfe: Nur über schriftliche Anfragen.
Was kostet Webnode?
Es gibt einen dauerhaft kostenlosen Zugang und mehrere kostenpflichtige Stufen. Die folgenden Beträge beziehen sich auf jährliche Abrechnung.
| Stufe | Je Monat | Eigene Adresse | Anbieterwerbung | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Kostenlos | 0 € | nein | ja | Ausprobieren |
| Limited | 3,90 € | nein | weniger | Private Seiten |
| Mini | 7,90 € | ja | nein | Beruflicher Auftritt |
| Standard | 13,50 € | ja | nein | Mehr Funktionen |
| Profi | 22,50 € | ja | nein | Verkaufsfunktionen |
- Kreditkarte und PayPal: Beides wird akzeptiert.
- Jahresabrechnung: Die genannten Beträge gelten so.
- Automatische Verlängerung: Kündigen Sie rechtzeitig im Konto.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Sitz und Server in der EU: Der Anbieter kommt aus Tschechien. Für eine Seite mit Kontaktformular entfällt damit die Frage nach der Übermittlung in Drittländer, die bei amerikanischen Anbietern aufkommt – ein Vorteil, den viele unterschätzen.
- Verschlüsselung enthalten: In allen Stufen, auch der kostenlosen. Ohne sie zeigen Browser Ihren Besuchern eine Warnung an.
- Sicherungen prüfen: Wie weit Wiederherstellungspunkte zurückreichen, ist nicht in allen Stufen klar ausgewiesen. Fragen Sie das nach und legen Sie wichtige Texte zusätzlich selbst ab.
- Automatische Verlängerung: Der Vertrag läuft weiter, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Tragen Sie sich das Datum in den Kalender ein, sobald Sie abschließen – das erspart ein ungewolltes zweites Jahr.
- Hilfe schriftlich, auf Deutsch: Ein Hilfebereich und Anfragen per Nachricht; Telefon gibt es nicht. Bei dringenden Problemen ist das ein Nachteil gegenüber IONOS.
Webnode Erfahrungen und Bewertungen
Die Rückmeldungen fallen konsistent aus. Vier Punkte wiederholen sich.
- Gelobt wird der schnelle Start. Für eine überschaubare Seite – etwa mit Öffnungszeiten und Anfahrt – reicht eine Stunde, berichten Nutzer.
- Gelobt wird die Mehrsprachigkeit. Sie gilt als der Grund, warum viele sich überhaupt für diesen Anbieter entscheiden.
- Kritisiert wird der fehlende Ausstieg. Dass sich Inhalte nicht ausgeben lassen, wird als das größte Ärgernis beim Wechsel genannt.
- Kritisiert wird die Übersichtlichkeit ab mehreren Seiten. Bei wenigen Unterseiten funktioniert die Bearbeitung gut, bei größeren Auftritten wird sie unübersichtlich.
Alternativen zu Webnode
- Wix: Deutlich mehr Gestaltungsfreiheit und ein großer Bereich mit Erweiterungen – dafür unübersichtlicher am Anfang.
- Jimdo: Ähnlich einfach, deutscher Anbieter, mit geführtem Einstieg für Selbstständige.
- Webador: Schlanker Baukasten mit klarem Preisaufbau – passend, wenn Sie keine Mehrsprachigkeit brauchen.
Fazit: Lohnt sich Webnode?
Für einen überschaubaren Auftritt in mehreren Sprachen ist das ein passendes Werkzeug. Sie kommen ohne Vorkenntnisse zurecht, der Anbieter sitzt in der EU, und ausprobieren können Sie alles ohne Zahlungsdaten. Gerade die Mehrsprachigkeit ohne Zusatzwerkzeug findet sich in dieser Preisklasse selten.
Drei Dinge sollten Sie wissen. Eine eigene Internetadresse und eine Seite ohne Anbieterwerbung gibt es erst ab der dritten Stufe. Frei gestalten lässt sich wenig. Und der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist offenbar mühsam, weil sich Inhalte nicht ausgeben lassen.
Unser praktischer Rat: Nutzen Sie den kostenlosen Zugang und bauen Sie zwei, drei Seiten – dann wissen Sie, ob Ihnen die Bearbeitung liegt. Fragen Sie vor dem Abschluss zwei Dinge nach: was Sie am Ende tatsächlich zahlen und ob Sie Ihre Inhalte später mitnehmen können. Die zweite Frage klingt weit hergeholt, entscheidet aber, wie frei Sie in drei Jahren noch sind.
Häufig gestellte Fragen zu Webnode
Ja, und das ist der Hauptgrund, sich für diesen Anbieter zu entscheiden. Sie legen eine zweite Sprachversion an und pflegen sie unabhängig; jede Sprache bekommt eine eigene Adressstruktur. Übersetzt wird nicht automatisch – Sie schreiben die Inhalte selbst.
Es gibt einen dauerhaft kostenlosen Zugang, danach folgen mehrere Stufen ab etwa 3,90 € im Monat bei jährlicher Abrechnung. Die Beträge können je nach Land und Aktion abweichen – lesen Sie den endgültigen Preis im Bestellvorgang, bevor Sie bestätigen.
Erst ab der dritten Stufe. Im kostenlosen Zugang und in der ersten kostenpflichtigen Stufe läuft Ihre Seite unter einer Adresse mit dem Namen des Anbieters. Wer beruflich auftritt, braucht eine eigene Adresse – die beiden günstigeren Stufen kommen dafür also nicht infrage.
Das ist der kritischste Punkt. Nutzer berichten, dass sich Inhalte nicht in einem gängigen Format ausgeben lassen – beim Wechsel übertragen Sie Texte und Bilder von Hand. Klären Sie das vor dem Start beim Anbieter, wenn Sie sich einen späteren Umzug offenhalten möchten.
Ja, es gibt kein Zeitlimit. Dafür erscheint Werbung des Anbieters auf Ihrer Seite, und die Adresse enthält seinen Namen. Zum Ausprobieren ist das ideal – für einen beruflichen Auftritt sollten Sie in eine kostenpflichtige Stufe wechseln.
Wenig. Elemente lassen sich nicht frei platzieren, sondern nur innerhalb vorgegebener Bereiche verschieben. Das hält die Einarbeitung kurz, erschwert aber ein eigenständiges Erscheinungsbild. Wer gestalten möchte, ist bei Wix oder Squarespace besser aufgehoben.
In der EU – der Anbieter sitzt in Tschechien. Für eine Seite mit Kontaktformular entfällt damit die Frage nach der Übermittlung personenbezogener Daten in Drittländer, die bei amerikanischen Anbietern aufkommt. Das ist ein Vorteil, den viele unterschätzen.
Ja. Wenn Sie nicht rechtzeitig im Konto kündigen, läuft ein weiteres Jahr. Tragen Sie sich das Datum in den Kalender ein, sobald Sie abschließen – das erspart Ihnen ein ungewolltes zweites Jahr, das Sie nicht mehr zurückbekommen.
Nur eingeschränkt. Einen eigenen Bereich mit Erweiterungen gibt es nicht; Buchungssysteme oder Auswertungswerkzeuge binden Sie über eingefügte Codeschnipsel ein. Wenn Ihr Vorhaben von bestimmten Zusatzprogrammen abhängt, prüfen Sie vorher, ob sie sich überhaupt einbauen lassen.
Nein, die Betreuung läuft über einen Hilfebereich und schriftliche Anfragen. Auf Deutsch ist beides verfügbar. Bei dringenden Problemen ist das ein Nachteil – wer im Störungsfall lieber spricht, sollte einen Anbieter mit Telefonnummer wählen.
Gleich zu Beginn, nicht später. Das nachträgliche Übersetzen einer gewachsenen Seite ist deutlich mühsamer, als von Anfang an zweigleisig zu arbeiten – jeder neue Abschnitt entsteht dann ohnehin in beiden Sprachen, statt dass sich ein Rückstand aufbaut.
Für Einsteiger und Selbstständige mit Kunden in mehreren Ländern, die eine überschaubare Seite brauchen und Wert auf einen Anbieter in der EU legen. Wer gestalten will, auf Sichtbarkeit bei Suchmaschinen angewiesen ist oder sich einen späteren Wechsel offenhalten möchte, ist bei Wix oder Jimdo besser aufgehoben.
