Der Shop ist bei kaum einem Anbieter im günstigsten Tarif dabei. Und die Plattform ist ohnehin der kleinere Teil der Arbeit – der größere sind die Pflichten, die mit dem ersten verkauften Artikel greifen.
Technisch ist ein Online-Shop 2026 an einem Nachmittag aufgesetzt: Produkte anlegen, Zahlungsart verknüpfen, veröffentlichen. Die Fragen, die im Bestellvorgang nicht auftauchen, entscheiden aber über die Rechnung und im Zweifel über eine Abmahnung. Ab welchem Tarif ist der Shop überhaupt freigeschaltet? Was kostet die Zahlungsabwicklung zusätzlich? Und welche Pflichten gelten in Deutschland, sobald du das erste Paket verschickst? Wir haben acht Anbieter danach verglichen – und listen am Ende auf, was du vor dem ersten Verkauf erledigt haben musst.
Ab welchem Tarif der Shop freigeschaltet ist
Das ist der teuerste Irrtum beim Vergleich: Fast alle Anbieter werben mit dem Preis ihres Einstiegstarifs, in dem sich nichts verkaufen lässt. Die relevante Zahl ist der Tarif, ab dem die Shop-Funktion tatsächlich verfügbar ist.
| Anbieter | Günstigster Tarif | Tarif mit Shop | Differenz | Zahlungsabwicklung |
|---|---|---|---|---|
| Shopify | 29 $/Monat jährlich | 29 $/Monat (Basic) | Shop ab Tarif 1 | Zusatzgebühr bei externen Anbietern |
| Wix | 9 €/Monat (Light) | 17 €/Monat (Core) | + 8 €/Monat | Wix Payments oder externe Dienste |
| IONOS | 6 €/Monat (Webhosting) | 6 €/Monat (eigenes Shop-Produkt) | Eigener Vertrag | Gängige Zahlungsarten |
| Jimdo | 9 €/Monat (Start) | 15 €/Monat (Grow) | + 6 €/Monat | Gängige Zahlungsarten |
| Hostinger | 2,99 €/Monat (Webhosting) | 3,99 €/Monat (Website Builder) | + 1 €/Monat | Gängige Zahlungsarten |
| Squarespace | 12 €/Monat netto (Basic) | 18 €/Monat netto (Core) | + 6 €/Monat netto | Squarespace Payments, Stripe, PayPal |
| Webador | 6,55 €/Monat (Lite) | 11,90 €/Monat (Pro) | + 5,35 €/Monat | Gängige Zahlungsarten |
| SITE123 | ca. 12,80 €/Monat | Store in höheren Tarifen | Deutlicher Aufpreis | Über PayPal, mit Bestelllimit |
Das Ergebnis ist eindeutig: Nur bei Shopify ist der Shop im günstigsten Tarif des Produkts enthalten. Bei allen anderen kommst du entweder in einen höheren Tarif oder in einen eigenen Vertrag. Wer bei Wix den beworbenen Light-Tarif für 9 Euro bucht und dann feststellt, dass Verkaufen erst ab Core möglich ist, zahlt am Ende 17 Euro – fast doppelt so viel wie geplant. Bei Jimdo ist der Sprung von Start auf Grow ähnlich. Und bei IONOS und Hostinger führt der Weg zum Shop über ein anderes Produkt als das, mit dem der Anbieter für Websites wirbt: IONOS verkauft den Onlineshop als eigenen Tarif, Hostinger über den Website Builder statt über das Webhosting-Paket.
Die besten Plattformen für einen Online-Shop
Sortiert nach Eignung für den Verkauf – nicht nach der Gesamtnote als Website-Baukasten. Deshalb steht Shopify vorn, obwohl es für eine reine Firmenwebsite überdimensioniert wäre. Die Sternbewertung bezieht sich auf die Gesamtqualität des Anbieters und ist über unsere Artikel hinweg einheitlich.
Die Plattformen im Detail
1. Shopify – Wenn Verkaufen der Zweck ist, nicht ein Zusatz

⭐ 4,0/5 als Baukasten – aber die beste Shop-Eignung im Vergleich
Shopify: Der Shop im DetailShopify ist kein Baukasten mit angeflanschtem Shop, sondern umgekehrt: ein Handelssystem, in dem die Website eine Funktion des Shops ist. Kasse, Versandetiketten, Lagerbestände, Steuersätze und Retouren sind fertig verdrahtet. Sobald du regelmäßig verkaufst und nicht nur drei Artikel anbietest, wird der Unterschied zu Wix oder Jimdo deutlich – bei Buchhaltungsschnittstellen, Kundenkonten und Rücksendungen spielt Shopify in einer anderen Liga.
Basic kostet 29 Dollar monatlich bei jährlicher Zahlung, monatlich 39 Dollar; die nächste Stufe Grow liegt bei 79 Dollar (Preise bei Shopify). Testen kannst du drei Tage ohne Kosten, anschließend läuft der Zugang drei Monate für je einen Dollar. Zwei Punkte, die du einrechnen solltest: Die Abrechnung läuft in Dollar, das Wechselkursrisiko trägst du. Und wenn du nicht Shopify Payments nutzt, fällt bei externen Zahlungsdienstleistern eine zusätzliche Gebühr an – prüfe den aktuellen Satz vor dem Abschluss, er unterscheidet sich je Tarif.
- Ausgereiftester Kassen- und Versandprozess
- Shop schon im günstigsten Tarif enthalten
- Riesiger App-Markt für Buchhaltung und Marketing
- Skaliert von drei bis zu tausenden Artikeln
- Für eine reine Firmenwebsite zu teuer
- Abrechnung in Dollar, Wechselkurs schwankt
- Zusatzgebühr bei externen Zahlungsdienstleistern
2. Wix – Der beste Shop, wenn die Website mindestens genauso wichtig ist

⭐ 4,7/5 – Die beste Kombination aus Website und kleinem Shop
Wix: Der Shop im DetailWenn deine Seite in erster Linie eine Website ist und der Verkauf dazukommt, ist Wix die richtige Wahl. Du arbeitest im vollen Editor, kannst jedes Element frei positionieren und legst Produkte als weiteren Baustein an. Für die Töpferei mit zwanzig Artikeln, den Hofladen oder eine Buchvorstellung mit Direktverkauf reicht der Funktionsumfang vollständig aus.
Wichtig für die Kalkulation: Der beworbene Light-Tarif für 9 Euro kann nichts verkaufen. Verkauf beginnt bei Core mit 17 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung (Preisübersicht bei Wix). Im Free-Tarif kannst du Produkte anlegen und den Shop vorbereiten, aber kein Geld empfangen – praktisch, wenn du das Sortiment in Ruhe aufbauen willst. Und ein Punkt vor dem Start: Nach der Veröffentlichung lässt sich die Vorlage nicht mehr tauschen.
- Voller Editor, größte Vorlagenauswahl
- Shop im Free-Tarif vorbereitbar
- Preis bleibt nach dem ersten Jahr stabil
- Verkauf erst ab Core, nicht ab Light
- Für große Sortimente und Logistik zu schwach
- Vorlagenwechsel nach Veröffentlichung unmöglich
3. IONOS – Der günstigste Shop mit deutschem Telefon-Support

⭐ 4,5/5 – Das günstigste Paket mit deutschem Support
IONOS: Der Shop im DetailWichtig zur Einordnung: Der Shop ist bei IONOS nicht Teil des Webhosting-Pakets, sondern ein eigenes Produkt mit eigenen Tarifen. Die Einstiegsstufe liegt bei 6 Euro monatlich, die nächsten Stufen bei 32 und 42 Euro, in Aktionsphasen startet der Einstieg bei 1 Euro monatlich (Onlineshop-Tarife bei IONOS). Damit ist IONOS trotzdem der günstigste Weg zu einem Shop mit deutschem Ansprechpartner – und der zeigt seinen Wert, wenn etwas nicht funktioniert: Bei einem Shop, über den Geld läuft, ist ein Telefonat um 22 Uhr mehr wert als ein paar Euro Preisunterschied im Monat.
Der Sprung von 6 auf 32 Euro zwischen der ersten und zweiten Stufe ist der größte in diesem Vergleich – prüfe deshalb vor dem Abschluss, welche Funktionen du wirklich brauchst und ob die Einstiegsstufe sie abdeckt. Bei den Aktionspreisen gilt wie überall: Nach dem Aktionszeitraum greift der reguläre Preis. Wem Gestaltung wichtig ist, dem wird die schmalere Vorlagenauswahl gegenüber Wix und Squarespace auffallen.
- Günstigster Shop-Einstieg im Vergleich
- Telefon-Support rund um die Uhr auf Deutsch
- Rechenzentren in Deutschland
- Domain und SSL inklusive
- Eigener Vertrag, nicht im Webhosting enthalten
- Kleinere Vorlagenauswahl
- Großer Sprung von 6 auf 32 Euro zur nächsten Stufe
4. Jimdo – Der schnellste Weg zum einfachen Shop

⭐ 4,3/5 – Am wenigsten Einarbeitung, deutscher Support
Jimdo: Der Shop im DetailJimdo ist der Anbieter, bei dem am wenigsten schiefgehen kann. Der Einstieg läuft über geführte Fragen, danach klickst du Produkte in eine fertige Struktur. Für den Hofladen, die Imkerei oder den Verein mit Vereinsartikeln ist das genau die richtige Menge an Möglichkeiten – und die Seite kann hinterher jeder pflegen, auch ohne Einweisung.
Der Shop ist allerdings nicht im Start-Tarif für 9 Euro enthalten, sondern erst ab Grow für 15 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung (Preise bei Jimdo). Immerhin: keine Einrichtungsgebühr, kein Preissprung nach dem ersten Jahr. Wenn das Sortiment wächst, stößt Jimdo relativ früh an Grenzen – und ein Umzug bedeutet bei Baukästen praktisch einen Neubau.
- Sehr flache Lernkurve, auch für Nachfolger
- Deutschsprachiger Support, Anbieter aus Hamburg
- Keine Einrichtungsgebühr, stabile Preise
- Shop erst ab Grow, nicht ab Start
- Funktionsumfang für wachsende Sortimente begrenzt
- Kleine Vorlagenauswahl
5. Hostinger – Shop zum kleinsten Budget, aber im anderen Produkt

⭐ 4,2/5 – Günstigster Shop, wenn du dich vier Jahre bindest
Hostinger: Der Shop im DetailHier lohnt genaues Hinsehen: Die 2,99 Euro, mit denen Hostinger überall beworben wird, gehören zum Webhosting-Paket. Der Shop steckt im Website Builder, und der beginnt laut Anbieter bei 3,99 Euro pro Monat (Hostinger Website Builder). Dafür bekommst du Website und Shop in einem, dazu einen KI-Assistenten, der die Seite in wenigen Minuten aufbaut. Wer testen will, ob sich ein Sortiment überhaupt verkauft, kommt hier immer noch am günstigsten zum Versuch.
Der Haken steht im Kleingedruckten und ist erheblich: Der Bestpreis gilt nur bei sehr langer Vorauszahlung, und die Verlängerungspreise liegen deutlich darüber – in den höheren Tarifen weist Hostinger 16,99 und 23,99 Euro monatlich aus. Für einen Shop, bei dem du nicht weißt, ob er in zwei Jahren noch läuft, ist eine mehrjährige Vorauszahlung die falsche Struktur. Dann sind IONOS oder Jimdo die ruhigere Wahl.
- Niedrigster Einstiegspreis mit Shop, ab 3,99 €
- KI-Assistent baut die Seite in Minuten
- Domain im ersten Jahr kostenlos
- Bestpreis nur bei mehrjähriger Vorauszahlung
- Verlängerungspreise deutlich höher
- Kein Telefon-Support
6. Squarespace – Der Shop, bei dem das Produkt gut aussieht

⭐ 3,9/5 – Beste Produktdarstellung, höherer Preis
Squarespace: Der Shop im DetailWenn dein Produkt über Optik verkauft wird – Schmuck, Keramik, Mode, Kunstdrucke –, ist Squarespace die richtige Adresse. Die Vorlagen sind auf Agenturniveau, Produktbilder werden automatisch sauber zugeschnitten, und der abschnittsbasierte Editor lässt dich das Ergebnis kaum ruinieren.
Verkaufen beginnt beim Core-Tarif für 18 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung, zuzüglich Mehrwertsteuer; bei monatlicher Zahlung 24 Euro (Preise bei Squarespace). Damit ist Squarespace hier die teuerste Option. Der Haken: Die Vorlagen tragen nur mit guten Bildern. Rechne 300 bis 800 Euro für einen halben Tag Produktfotograf ein – ohne das verschenkst du den einzigen Vorteil, für den du zahlst.
- Beste Produktdarstellung im Vergleich
- Ergebnis bleibt auf allen Geräten sauber
- 14 Tage testen ohne Zahlungsdaten
- Teuerste Option in dieser Liste
- Preise netto, Brutto liegt rund 19 % höher
- Verkauf erst ab Core, nicht ab Basic
7. Webador – Für ein Sortiment aus einer Handvoll Artikeln

⭐ 3,7/5 – Ehrliche Bruttopreise, kleiner Funktionsumfang
Webador: Der Shop im DetailWebador ist der einzige Anbieter hier, der seine Shop-Preise inklusive Mehrwertsteuer ausweist: Pro kostet 11,90 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung, bei monatlicher Zahlung 14,28 Euro, in den ersten drei Monaten mit 50 % Nachlass (Preise bei Webador). Keine Einrichtungsgebühr, keine Mehrjahresbindung.
Der Shop selbst ist bewusst klein gehalten und für ein Sortiment aus wenigen Artikeln gedacht – die Direktvermarktung vom Hof, ein paar Vereinsartikel, eine kleine Auflage. Wer Varianten, Lagerabgleich oder Versandstaffeln braucht, ist hier falsch. Dafür kann die Seite hinterher jeder pflegen, ohne sich einzuarbeiten.
- Preise inklusive Mehrwertsteuer, monatlich buchbar
- Keine Einrichtungsgebühr, keine lange Bindung
- Auch von Ungeübten pflegbar
- Shop erst ab Pro, nicht ab Lite
- Nur für wenige Artikel geeignet
- Kaum Erweiterungen verfügbar
8. SITE123 – Nur für gelegentliche Verkäufe

⭐ 3,2/5 – Schneller Aufbau, aber der schwächste Shop im Vergleich
SITE123: Der Shop im DetailSITE123 bringt dich schneller online als jeder andere Anbieter hier – Branche wählen, Vorlage aussuchen, Inhalte einsetzen. Für einen Shop ist es trotzdem die schwächste Wahl in dieser Liste, und zwar aus zwei konkreten Gründen: Die Zahlungsabwicklung läuft über PayPal, und die Zahl der Bestellungen pro Monat ist je Tarif begrenzt. Wer regelmäßig verkauft, wächst aus dem Modell heraus, bevor sich der Aufbau gelohnt hat.
Dazu zwei Punkte im Kleingedruckten: SITE123 lässt sich die gesamte Laufzeit im Voraus bezahlen – bei einem Mehrjahrestarif also alles auf einmal, mit Rückerstattung nur innerhalb der ersten 14 Tage. Und das Anbieterzeichen verschwindet auch im Bezahltarif nicht vollständig, im Fußbereich bleibt es stehen. Als Testballon für eine Idee taugt SITE123, als Shop mit Anspruch nicht.
- Schnellster geführter Aufbau im Vergleich
- Free-Tarif zum Ausprobieren ohne Kreditkarte
- Rund-um-die-Uhr-Chat auch im Free-Tarif
- Bestelllimit je Tarif
- Zahlung nur über PayPal
- Laufzeit im Voraus zu zahlen
Shop-Software statt Baukasten
Alle Anbieter oben sind Baukästen oder Shopsysteme mit Monatsgebühr. Daneben gibt es einen zweiten Weg: Shop-Software, die du auf einem eigenen Hosting-Paket installierst. Das ist der Weg mit den niedrigsten laufenden Kosten und dem höchsten Aufwand.
| Lösung | Modell | Laufende Kosten | Aufwand | Passt zu |
|---|---|---|---|---|
| WooCommerce | Kostenlose Erweiterung für WordPress | Nur Hosting, Erweiterungen teils kostenpflichtig | Installation, Updates, Rechtstexte selbst | Wer schon WordPress nutzt |
| Shopware | Deutsche Shop-Software, auch als Cloud | Cloud mit Monatsgebühr oder Hosting selbst | Hoch, teils Dienstleister nötig | Wachsende Shops mit Anspruch |
| Gambio | Deutsche Shop-Software mit Rechtstexten | Monatsgebühr oder Kaufversion | Mittel | Deutsche Händler mit Fokus Rechtssicherheit |
WooCommerce ist die weltweit verbreitetste Shop-Lösung und als Erweiterung für WordPress kostenlos. Wer schon eine WordPress-Seite betreibt, kann damit einen Shop ergänzen und zahlt außer dem Hosting nichts. Der Haken liegt in dem, was danach kommt: Zahlungsarten, Versandregeln, Rechtstexte und viele Funktionen laufen über zusätzliche Erweiterungen, die teils kostenpflichtig sind. Und Updates sowie Sicherheit liegen bei dir – bei einem System, über das Geld läuft, ist das eine ernste Verantwortung.
Shopware und Gambio kommen aus Deutschland und sind auf den hiesigen Rechtsrahmen zugeschnitten – Gambio wirbt ausdrücklich mit mitgelieferten Rechtstexten, was den Aufwand für Widerrufsbelehrung und Preisangaben senkt. Beide sind mächtiger als jeder Baukasten und entsprechend aufwendiger; bei Shopware arbeiten viele Händler mit einer Agentur. Für die ersten fünfzig Artikel ist das der falsche Weg, für einen Shop mit Wachstumsplänen der richtige.
Was du vor dem ersten Verkauf erledigt haben musst
Das ist der Teil, den keine Plattform für dich übernimmt und der im Ernstfall mehr kostet als das Jahresabo. Diese Punkte greifen, sobald du gewerbsmäßig verkaufst – und das gilt schon für die Nebentätigkeit.
- Registrierung im Verpackungsregister LUCID. Wer verpackte Ware gewerbsmäßig in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich vor dem ersten Verkauf registrieren und sich an einem dualen System beteiligen. Es reicht der Versandkarton. Eine Bagatellgrenze gibt es nicht, auch nicht für kleine Mengen oder gebrauchte Kartons (Zentrale Stelle Verpackungsregister). Fehlende Registrierung ist einer der häufigsten Abmahngründe im Onlinehandel.
- Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular. Verbraucher haben ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die Belehrung muss vor Vertragsschluss verfügbar sein, das Formular zum Download bereitstehen.
- Bestellbutton mit klarer Beschriftung. Der Button, der den Kauf auslöst, muss eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen – „Zahlungspflichtig bestellen“ oder eine gleichwertige Formulierung. „Weiter“ oder „Bestellung abschicken“ genügt nicht.
- Preisangaben vollständig. Endpreis inklusive Mehrwertsteuer, Versandkosten und Lieferzeit müssen vor dem Kaufabschluss erkennbar sein. Bei Waren nach Gewicht oder Volumen kommt der Grundpreis dazu, etwa der Preis pro Kilogramm.
- Impressum und Datenschutzerklärung. Rechtsgrundlage für das Impressum ist seit Mai 2024 § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, nicht mehr das Telemediengesetz. Viele Vorlagen im Netz sind an diesem Punkt veraltet.
Welche Plattform passt zu dir?
- Verkaufen ist der Zweck, nicht ein Zusatz: Shopify. Kasse, Versand und Retouren sind fertig, das spart dir später einen Systemwechsel.
- Die Website ist mindestens so wichtig wie der Shop: Wix. Voller Editor, Shop ab Core, Sortiment im Free-Tarif vorbereitbar.
- Du willst deutschen Telefon-Support, wenn Zahlungen klemmen: IONOS. Shop ohne Tarif-Aufpreis und ein Ansprechpartner rund um die Uhr.
- Es soll einfach sein und von jedem pflegbar: Jimdo oder Webador. Beide ohne Einarbeitung bedienbar, Webador mit Bruttopreisen.
- Dein Produkt verkauft über Optik: Squarespace. Teurer, aber die beste Produktdarstellung – vorausgesetzt, du hast gute Fotos.
- Du willst erst testen, ob sich etwas verkauft: Hostinger für das kleinste Budget, wenn dich die Vierjahresbindung nicht stört. Sonst Wix, weil du den Shop im Free-Tarif aufbauen und erst zum Verkaufsstart hochstufen kannst.
So haben wir bewertet
Grundlage sind die offiziellen Tarifseiten der Anbieter, Stand September 2026, ausgewertet nach Zahlungsweise, Laufzeit, Mehrwertsteuerausweis, Einrichtungsgebühren und Verlängerungspreis. Entscheidend für die Reihenfolge war die Eignung für den Verkauf: ab welchem Tarif die Shop-Funktion verfügbar ist, welche Zahlungsarten unterstützt werden, ob es Limits für Bestellungen gibt und wie weit das System mitwächst. Wo Anbieter zu Transaktionsgebühren keine eindeutigen Angaben veröffentlichen, nennen wir keine Prozentzahl, sondern weisen darauf hin, dass Gebühren anfallen können. Drei Shop-Softwarelösungen nennen wir mit Modell und Aufwand, ohne einzelne Tarife, weil sie sich je nach Hosting und Erweiterungen stark unterscheiden. Die Sternbewertung bezieht sich auf die Gesamtqualität des Anbieters und ist über unsere Artikel hinweg einheitlich; sie läuft deshalb nicht parallel zur Reihenfolge in diesem Artikel. Die rechtlichen Hinweise sind keine Rechtsberatung.
Fazit
Wenn der Verkauf im Zentrum steht, ist Shopify die richtige Grundlage – und der einzige Anbieter hier, bei dem der Shop schon im günstigsten Tarif des Produkts steckt. Wer eine Website mit angeschlossenem Verkauf braucht, fährt mit Wix am besten, muss aber den Sprung von Light auf Core einrechnen. Die günstigsten Einstiege bieten IONOS mit einem eigenen Shop-Tarif ab 6 Euro und Hostinger mit dem Website Builder ab 3,99 Euro – bei Hostinger allerdings nur gegen mehrjährige Vorauszahlung.
Wichtiger als die Plattformwahl ist aber die Vorarbeit. Registrierung im Verpackungsregister, Widerrufsbelehrung, korrekte Preisangaben und ein sauber beschrifteter Bestellbutton kosten dich einen halben Tag – und ersparen dir eine Abmahnung, die teurer ist als drei Jahre Abo. Erledige das, bevor der Shop online geht, nicht danach.
Häufig gestellte Fragen
Zwischen 3 und 30 Euro, je nach Anbieter und Zahlungsweise. Am günstigsten ist Hostingers Website Builder mit 3,99 Euro, allerdings nur bei mehrjähriger Vorauszahlung. IONOS liegt mit einem eigenen Shop-Tarif bei 6 Euro, Webador bei 11,90 Euro brutto, Jimdo bei 15 Euro, Wix bei 17 Euro, Squarespace bei 18 Euro netto und Shopify bei 29 Dollar. Dazu kommen die Gebühren der Zahlungsabwicklung.
Weil die Shop-Funktion für die Anbieter der Anlass ist, hochzustufen. Bei Wix beginnt der Verkauf erst ab Core mit 17 statt 9 Euro, bei Jimdo ab Grow mit 15 statt 9 Euro, bei Squarespace ab Core mit 18 statt 12 Euro netto, bei Webador ab Pro. Nur bei Shopify ist der Shop im günstigsten Tarif des Produkts enthalten. Bei IONOS und Hostinger führt der Weg über ein eigenes Produkt: IONOS verkauft den Onlineshop als separaten Tarif ab 6 Euro, bei Hostinger steckt der Shop im Website Builder ab 3,99 Euro statt im beworbenen Webhosting für 2,99 Euro.
Ja. Wer verpackte Ware gewerbsmäßig in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich vor dem ersten Verkauf im Verpackungsregister LUCID registrieren – auch dann, wenn nur ein Versandkarton hinzukommt. Eine Bagatellgrenze gibt es nicht, und auch gebrauchte Kartons zählen. Die Registrierung selbst ist kostenlos, die Systembeteiligung nicht.
In Deutschland deckst du mit Rechnung, PayPal, Lastschrift und Kreditkarte den größten Teil ab. Rechnungskauf ist bei deutscher Kundschaft besonders beliebt, für kleine Shops aber mit Ausfallrisiko verbunden. Prüfe vor der Wahl der Plattform, welche Dienste sie unterstützt – bei SITE123 läuft die Abwicklung über PayPal, was die Auswahl deutlich einschränkt.
Das sind Gebühren, die auf den Umsatz erhoben werden – zusätzlich zu den Kosten des Zahlungsdienstleisters. Bei Shopify fällt eine solche Gebühr an, wenn du nicht Shopify Payments nutzt, und sie unterscheidet sich je Tarif. Frage den aktuellen Satz vor dem Abschluss ab und rechne ihn auf deinen erwarteten Monatsumsatz hoch, nicht auf den Tarifpreis.
Er muss eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen. „Zahlungspflichtig bestellen“ ist die sichere Formulierung, gleichwertige Varianten sind möglich. Neutrale Beschriftungen wie „Weiter“, „Absenden“ oder „Bestellung abschicken“ genügen nicht. Prüfe das nach der Einrichtung im echten Bestellvorgang – manche Baukästen setzen hier eine Standardbeschriftung, die du ändern musst.
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, und Onlineshops im Verbrauchergeschäft fallen darunter. Ausgenommen sind bei Dienstleistungen Kleinstunternehmen, also Betriebe unter zehn Beschäftigten mit höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Wenn du wächst, greift die Pflicht – nachträgliche Anpassungen sind teurer als eine barrierefreie Vorlage von Anfang an.
Produktdaten meist ja, das Design nein. Artikel, Preise und Bestände lassen sich in der Regel exportieren und beim neuen Anbieter einlesen. Der Aufbau der Seite ist dagegen an das System gebunden – ein Wechsel bedeutet praktisch einen Neubau. Wer damit rechnet, größer zu werden, sollte deshalb eher bei Shopify anfangen als später zu wechseln.
Für regelmäßigen Verkauf mit Gewinnabsicht ja – die Anmeldung läuft über das Gewerbeamt und kostet je Kommune meist zwischen 20 und 60 Euro. Gelegentlicher privater Verkauf gebrauchter Sachen ist etwas anderes. Sobald du neu produzierte oder eingekaufte Ware anbietest, gilt das als gewerblich, und damit greifen auch die Pflichten aus diesem Artikel.
Technisch einen halben bis einen Tag: Vorlage wählen, Produkte anlegen, Zahlung und Versand einrichten. Realistisch bis zum Verkaufsstart eine Woche, weil Produktfotos, Beschreibungen und die Rechtstexte dazukommen. Der Teil, der am häufigsten unterschätzt wird, ist die Registrierung im Verpackungsregister und die Systembeteiligung – das solltest du früh anstoßen.
