Bei fast jedem Gratis-Baukasten kostet die eigene Domain extra. Bei Google Sites lässt sie sich kostenlos verbinden – ohne Tarifwechsel, ohne Abo.
Das ist der Punkt, an dem sonst alle kostenlosen Angebote scheitern: Wix, Jimdo, Webador und die anderen lassen Sie gratis bauen, aber unter ihrer Adresse. Wer die eigene .de-Domain will, zahlt. Bei Google Sites verbinden Sie eine Domain, die Sie bereits besitzt, direkt in den Einstellungen – und zahlen für die Website selbst weiterhin nichts.
Bezahlt wird anderswo: mit Gestaltungsfreiheit und mit Sichtbarkeit bei Suchmaschinen. Wir haben Funktionen, Grenzen und Kosten ausgewertet – und zeigen, für welche Projekte das die richtige Rechnung ist.
Was ist Google Sites und für wen ist es geeignet?
Google Sites ist ein Website-Baukasten, der im Browser läuft und zu jedem Google-Konto gehört. Hosting, Verschlüsselung und Wartung übernimmt Google, eine Installation gibt es nicht. Wer schon einmal ein Dokument in Google Docs bearbeitet hat, findet sich sofort zurecht.
Die Stärke liegt in der Anbindung an die übrigen Google-Dienste. Tabellen, Formulare, Karten, Kalender und Videos lassen sich mit wenigen Klicks einbetten – ohne Einbettungscode, ohne Schnittstellenschlüssel. Für eine Schule, die ohnehin mit Google-Werkzeugen arbeitet, oder einen Verein mit einem Anmeldeformular ist das ein echter Vorteil gegenüber jedem klassischen Baukasten.
3,2/5★★★☆☆Der ehrlichste Gratis-Baukasten: eigene Domain ohne Aufpreis, dafür kaum Gestaltungsfreiheit und schwache Sichtbarkeit.- Vereine, Schulen und Projektgruppen ohne Budget
- Interne Seiten, die nicht gefunden werden müssen
- Wer eine Domain besitzt und sie ohne Abo nutzen will
- Teams, die mit Google-Werkzeugen arbeiten
- Firmenauftritte, die über Suchmaschinen gefunden werden sollen
- Projekte mit eigenem Erscheinungsbild und eigenen Schriften
- Blogs, Shops und alles, was regelmäßig veröffentlicht
- Wer die Seite später zu einem anderen Anbieter mitnehmen will
Funktionen und Bedienung
Der Editor arbeitet mit einem festen Raster. Sie wählen Bausteine – Text, Bild, Trennlinie, eingebettete Inhalte – und setzen sie untereinander. Sie rasten automatisch ein. Das schützt Einsteiger vor schiefen Layouts und verhindert zugleich jede feine Anpassung. Eigene Schriften, individuelle Abstände oder eigener Code sind nicht vorgesehen.
Überraschend großzügig ist dagegen der Umfang: Im kostenlosen Tarif sind nach vorliegenden Vergleichsdaten bis zu 10.000 Seiten möglich. Für ein Vereinsarchiv, eine Schuldokumentation oder ein Wiki ist das mehr, als je gebraucht wird – und deutlich mehr als bei Wettbewerbern, die ihre Gratis-Tarife auf drei bis fünf Seiten begrenzen.
Deutlich schwächer sieht es bei der Auffindbarkeit aus. Wer eine Seite betreibt, die über Suchmaschinen gefunden werden soll, findet hier fast keine Stellschrauben: keine feinjustierbaren Seitenbeschreibungen, keine strukturierten Daten, kein Zugriff auf technische Einstellungen. Das ist die eigentliche Schwäche – und für einen Firmenauftritt gravierender als jede Design-Fragen Sie.
Ebenfalls nicht vorhanden: ein Blog, ein Shop, ein eigenes Kontaktformular (dafür wird ein Google-Formular eingebettet) und eine mehrsprachige Seitenstruktur. Auch einen KI-Assistenten, mit dem inzwischen fast alle Wettbewerber werben, gibt es hier nicht – bemerkenswert bei einem Anbieter, der KI sonst überall einbaut.
Google Sites im Test: Vor- und Nachteile
- Dauerhaft kostenlos: Keine Testphase, keine Kreditkarte, keine Werbung auf Ihrer Seite.
- Eigene Domain ohne Aufpreis: Unter den Gratis-Baukästen die Ausnahme.
- Bis zu 10.000 Seiten: Andere begrenzen ihre Gratis-Tarife auf eine Handvoll.
- Google-Dienste per Klick: Formulare, Tabellen, Karten und Kalender ohne Einbettungscode.
- Verschlüsselung und Betrieb inklusive: Google kümmert sich um Technik und Verfügbarkeit.
- Gemeinsames Arbeiten: Mehrere Personen bearbeiten die Seite gleichzeitig, wie in Google Docs.
- Kaum Sichtbarkeit: Für Suchmaschinen fehlen fast alle Stellschrauben.
- Sehr wenige Vorlagen: Das Ergebnis sieht erkennbar nach Google aus, nicht nach Ihnen.
- Kein eigener Code: Keine eigenen Schriften, kein CSS, keine freie Positionierung.
- Kein Blog, kein Shop: Für alles, was regelmäßig veröffentlicht, ungeeignet.
- Kein Export: Ein späterer Umzug bedeutet, die Seite neu zu bauen.
- Kein KI-Assistent: Ausgerechnet Google verzichtet hier darauf.
Was kostet Google Sites?
Die Antwort ist kurz: nichts. Google Sites gehört zu jedem Google-Konto, es gibt keine Testphase, die ausläuft, und keine Werbung auf Ihrer Seite. Auch die Verbindung einer eigenen Domain kostet nichts – lediglich die Domain selbst müssen Sie bei einem Registrar kaufen, üblicherweise rund 10 bis 15 € im Jahr.
Geld ins Spiel kommt erst über Google Workspace, das geschäftliche Paket. Es wird nicht für die Website gebraucht, sondern für geschäftliche E-Mail-Adressen, mehr Speicher und Verwaltungsfunktionen.
Bei Jahresvertrag spart der Anbieter nach eigener Angabe 16 % gegenüber der monatlichen Zahlung; die Abrechnung läuft in beiden Fällen monatlich. Die nächsthöhere Stufe kostet ungefähr das Doppelte und bringt 2 TB Speicher statt 30 GB. Für alle Business-Versionen gilt eine Obergrenze von 300 Nutzern, vierzehn Tage lassen sich kostenlos testen. Prüfen Sie die Beträge vor dem Abschluss: Google hat die Preise mehrfach angepasst, und in Vergleichen kursieren unterschiedliche Stände.
| Was Sie wollen | Was Sie brauchen | Kosten |
|---|---|---|
| Website veröffentlichen | Ein Google-Konto | 0 € |
| Eigene Domain nutzen | Domain beim Registrar | rund 10–15 € im Jahr |
| Geschäftliche E-Mail-Adresse | Workspace Starter | ab rund 7 € je Nutzer im Monat |
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Verschlüsselung automatisch: Jede Seite wird verschlüsselt ausgeliefert, ohne dass Sie ein Zertifikat einrichten müssen. Bei kostenlosen Angeboten keine Selbstverständlichkeit.
- Versionsverlauf statt Sicherung: Frühere Stände lassen sich über den Verlauf wiederherstellen, ähnlich wie in Google Docs. Einen Export der Seite als Datei gibt es nicht.
- Datenschutz genau prüfen: Google ist ein US-Konzern. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag gehört zu Workspace; im privaten Gratis-Konto gelten die allgemeinen Nutzungsbedingungen. Wer über die Seite personenbezogene Daten verarbeitet – etwa über ein Formular –, sollte das im Blick behalten.
- Kein persönlicher Support: Im kostenlosen Tarif gibt es Hilfeartikel und ein Nutzerforum, beides auf Deutsch. Direkten Kontakt zu einem Mitarbeiter bekommen nur Workspace-Kunden.
- Keine Bindung: Es gibt keinen Vertrag, also auch nichts zu kündigen. Workspace läuft im Monats- oder Jahresabo, bei Jahresvertrag ohne Erstattung bereits bezahlter Monate.
Google Sites Erfahrungen und Bewertungen
Google Sites wird in Bewertungsportalen meist im Rahmen der Google-Dienste insgesamt bewertet, eine eigene belastbare Note gibt es kaum. Die Einschätzungen von Fachportalen fallen dafür bemerkenswert einheitlich aus.
Beim Durchgehen der Fachurteile fallen vier Punkte auf, die sich unabhängig voneinander wiederholen.
- Die Domain-Regelung wird als Ausnahme hervorgehoben. Vergleichsportale stellen ausdrücklich fest, dass bei den meisten kostenlosen Baukästen keine eigene Domain enthalten ist – und Google Sites hier die Ausnahme bildet.
- Die Einfachheit wird durchweg gelobt. Wer keine Erfahrung mit Websites hat, kommt hier am schnellsten zu einem Ergebnis. Das gemeinsame Bearbeiten wie in Google Docs wird als praktischer Vorteil für Teams genannt.
- Die Gestaltung ist der wunde Punkt. Fachurteile nennen die Vorlagenauswahl klein und wenig abwechslungsreich, die Anpassungsmöglichkeiten sehr einfach. Das Ergebnis sei erkennbar als Google-Seite zu identifizieren.
- Außerhalb der Google-Welt wird es dünn. Die Anbindung an Dienste anderer Anbieter ist gering – wer ein Buchungssystem, einen Newsletterdienst oder ein Bewertungsfeld einbinden will, findet dafür kaum Wege.
Alternativen zu Google Sites
- Jimdo: Deutscher Anbieter mit deutschsprachigem Support und modernen Vorlagen – die naheliegende Wahl, wenn die Seite gefunden werden und nach etwas aussehen soll.
- Webador: Aufgeräumter Editor zu niedrigem Preis, mit Shop in den mittleren Tarifen. Guter Mittelweg zwischen kostenlos und professionell.
- SITE123: Geführter Einrichtungsweg und mehrsprachige Seiten – passend, wenn es schnell gehen soll und mehrere Sprachen gebraucht werden.
Fazit: Lohnt sich Google Sites?
Google Sites ist das ehrlichste Angebot in diesem Vergleich. Es verspricht nichts, was es nicht hält, es drängt Sie zu keinem Upgrade, und es kostet tatsächlich nichts – auch nicht, wenn Sie Ihre eigene Domain verbinden. Für einen Verein, eine Schulklasse, eine Projektgruppe oder eine Informationsseite, die niemand über Google finden muss, gibt es schlicht keinen Grund, Geld auszugeben.
Sobald Ihre Seite Kunden gewinnen soll, kippt die Rechnung. Ohne Stellschrauben für Suchmaschinen wird sie kaum gefunden, und mit der schmalen Vorlagenauswahl sieht sie aus wie tausend andere. Wer sein Geschäft über die Website darstellen will, braucht die Mittel eines richtigen Baukastens – und die kosten nun einmal.
Ein praktischer Rat: Wenn Sie unsicher sind, fang hier an. Es kostet nichts, Sie sehen binnen einer Stunde, wie Ihre Inhalte wirken, und Sie lernen, was Ihnen fehlt. Nur eines sollten Sie wissen – einen Export gibt es nicht. Halten Sie Texte und Bilder deshalb von Anfang an separat fest, dann ist ein späterer Wechsel Arbeit, aber kein Verlust.
Häufig gestellte Fragen zu Google Sites
Nichts. Der Baukasten gehört zu jedem Google-Konto, es gibt keine Testphase und keine Werbung auf Ihrer Seite. Auch das Verbinden einer eigenen Domain kostet nichts extra – lediglich die Domain selbst kaufen Sie bei einem Registrar, üblicherweise für 10 bis 15 Euro im Jahr.
Ja, und das ist die große Ausnahme unter den kostenlosen Baukästen. Mit einem gewöhnlichen Google-Konto verbinden Sie eine Domain, die Sie bereits besitzt, unter Einstellungen im Bereich für benutzerdefinierte Domains. Voraussetzung ist nur, dass Sie den Besitz über die Google Search Console nachweisen. Ein kostenpflichtiges Workspace-Konto brauchen Sie dafür nicht.
Bei einem Registrar Ihrer Wahl – Google selbst verkauft seit dem Verkauf seines Domain-Geschäfts keine Domains mehr. Deutsche Anbieter wie IONOS, STRATO oder United Domains führen .de-Adressen oft für wenige Euro im ersten Jahr. Danach liegen die Verlängerungspreise meist zwischen 10 und 15 Euro jährlich.
Nach vorliegenden Vergleichsdaten bis zu 10.000 – deutlich mehr als bei Wettbewerbern, die ihre kostenlosen Tarife auf drei bis fünf Seiten begrenzen. Für ein Vereinsarchiv, eine Schuldokumentation oder ein internes Wiki ist das mehr, als je gebraucht wird.
Kaum, und das ist die größte Schwäche. Es fehlen fast alle Stellschrauben: keine feinjustierbaren Seitenbeschreibungen, keine strukturierten Daten, kein Zugriff auf technische Einstellungen. Für eine Seite, die über Suchmaschinen Kunden gewinnen soll, ist Google Sites deshalb die falsche Wahl – paradoxerweise ausgerechnet bei Google.
Nein. Workspace beginnt bei rund 7 Euro je Nutzer und Monat im Jahresvertrag und liefert geschäftliche E-Mail-Adressen, mehr Speicher und Verwaltungsfunktionen. Für die Website selbst ist es nicht nötig – auch nicht für die eigene Domain. Vierzehn Tage lassen sich kostenlos testen; prüfen Sie den aktuellen Preis vor dem Abschluss.
Nein, beides fehlt. Google Sites ist auf Informationsseiten ausgelegt, nicht auf regelmäßige Veröffentlichungen oder Verkäufe. Auch ein eigenes Kontaktformular gibt es nicht – stattdessen betten Sie ein Google-Formular ein, was funktioniert, aber sichtbar nach Google aussieht.
Nur in engen Grenzen. Es gibt eine kleine Auswahl an Vorlagen, Farben und Schriftkombinationen. Eigene Schriften, individuelle Abstände, freie Positionierung oder eigener Code sind nicht vorgesehen. Fachurteile nennen genau das als Hauptkritikpunkt: Das Ergebnis sei erkennbar als Google-Seite zu identifizieren.
Google ist ein US-Konzern. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag gehört zu Workspace; im privaten Gratis-Konto gelten die allgemeinen Nutzungsbedingungen. Wer über die Seite personenbezogene Daten verarbeitet – etwa über ein eingebettetes Formular – sollte das prüfen, besonders als Verein oder Betrieb.
Nur mit Aufwand. Einen Export der Inhalte als Datei gibt es nicht, ein Umzug bedeutet Neuaufbau beim neuen Anbieter. Halten Sie Texte und Bilder deshalb von Anfang an separat fest – dann ist ein Wechsel zwar Arbeit, aber kein Verlust.
Nein – bemerkenswerterweise bei einem Anbieter, der KI sonst überall einbaut. In Vergleichen kostenloser Baukästen ist Google Sites der einzige ohne KI-gestützten Start. Bei Wix, Jimdo, Webador und anderen erzeugt eine KI auf Wunsch den ersten Entwurf.
Für Vereine, Schulen, Projektgruppen und interne Seiten, die nicht über Suchmaschinen gefunden werden müssen. Dort ist es unschlagbar, weil es nichts kostet und die eigene Domain inklusive ist. Sobald die Seite Kunden gewinnen soll, brauchen Sie einen Baukasten mit Stellschrauben für Sichtbarkeit und Gestaltung.
