Sie stellen Ihre Website für 29 Dollar zum Verkauf – und merken beim Ausfüllen, dass jeder Interessent Ihre Umsatzzahlen einsehen kann. Der Schutz dagegen kostet 199 extra.
Eine Verschwiegenheitserklärung vor der Einsicht gehört bei Flippa erst zum teuersten Selbstverkäufer-Paket. Das führt zu einer Rechnung, die man kennen sollte: Das Einstiegspaket plus Vertraulichkeit kostet zusammen 228 Dollar – das Premium-Paket, in dem beides enthalten ist, nur 199. Wer seine Zahlen schützen will, fährt mit dem teureren Angebot günstiger.
Wir haben Pakete, Laufzeiten, Provisionen und Sicherheitsangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was ein Verkauf wirklich kostet, worauf Käufer achten müssen und für wen sich der Marktplatz lohnt. Ein Hinweis vorab: Flippa führt keine Europreise, sondern rechnet in US-Dollar ab.
Was ist Flippa und für wen ist es geeignet?
Flippa ist ein Marktplatz für fertige Internetgeschäfte: Websites, Onlineshops, Anwendungen, Softwareprodukte und Domains. Verkäufer stellen ihr Projekt ein, Käufer bieten oder kaufen direkt. Das Unternehmen sitzt in Melbourne und arbeitet weltweit, mit Schwerpunkt im englischsprachigen Raum.
Mit einem Website-Baukasten oder einem Domain-Anbieter hat das nichts zu tun. Wer eine Adresse registrieren oder eine Seite bauen will, ist bei IONOS oder United Domains richtig. Flippa ist für alle gedacht, die ein laufendes Geschäft übernehmen oder das eigene abgeben wollen.
3,6/5★★★★☆Größter Marktplatz seiner Art mit Treuhandabwicklung und prüfbaren Zahlen – getrübt durch befristete Laufzeiten, Zusatzkosten und ungleiche Angebotsqualität.- Wer ein laufendes Internetgeschäft übernehmen will
- Gründer, die ihr Projekt abgeben möchten
- Wer mit Domains handelt und Reichweite sucht – etwa zusätzlich zu Hover
- Alle, die mit englischer Oberfläche zurechtkommen
- Wer nur eine Domain registrieren möchte oder eine WordPress-Seite aufbauen will
- Einsteiger ohne Erfahrung mit Geschäftszahlen
- Verkäufer, die auf jeden Cent achten müssen
- Wer Hilfe auf Deutsch benötigt
Verwaltung und Funktionen
Das Anlegen eines Kontos dauert Minuten, danach können Sie sofort stöbern. Die Filter nach Art des Geschäfts, Umsatz, Alter und Preis arbeiten zuverlässig. Für Käufer ist die Nutzung kostenlos – die Gebühren trägt die Verkäuferseite.
Ein Angebot einzustellen dauert länger. Flippa führt durch einen Fragebogen zu Umsatz, Besucherzahlen und Aussichten. Wer sein Statistikwerkzeug oder seinen Zahlungsdienst verknüpft, bekommt ein Prüfsiegel auf das Angebot – das erhöht das Vertrauen erheblich, weil die Zahlen dann aus der Quelle stammen und nicht aus einer Behauptung.
Beim Abschluss arbeitet Flippa mit einem Treuhanddienst: Das Geld bleibt hinterlegt, bis das Projekt vollständig übergeben ist. Das schützt beide Seiten und unterscheidet den Marktplatz von einem einfachen Anzeigenportal. Für größere Vorhaben gibt es eine begleitete Vermittlung, bei der Mitarbeiter den Verkauf aktiv betreuen.
Die Schwäche liegt bei der Qualität der Angebote. Trotz Prüfsiegel finden sich viele Einträge mit aufgeblähten Besucherzahlen oder Umsätzen ohne Beleg. Flippa siebt nicht ausreichend vor. Als Käufer müssen Sie selbst prüfen – wer das nicht kann, sollte jemanden dafür bezahlen.
Das Prüfsiegel sagt weniger, als es verspricht
Das Siegel bestätigt lediglich, dass die angezeigten Zahlen aus einer verknüpften Quelle stammen. Es sagt nichts darüber, ob das Geschäft den verlangten Preis wert ist, ob der Umsatz nachhaltig ist oder ob die Besucher aus einer Quelle kommen, die morgen versiegt. Eine eigene Prüfung ersetzt es nicht.
Flippa im Test: Vor- und Nachteile
- Größte Auswahl: Von der kleinen Nischenseite bis zum millionenschweren Softwaregeschäft.
- Treuhandabwicklung enthalten: Das Geld fließt erst nach vollständiger Übergabe.
- Prüfbare Zahlen: Statistikwerkzeug und Zahlungsdienst lassen sich verknüpfen.
- Für Käufer kostenlos: Gebühren trägt allein die Verkäuferseite.
- Begleitete Vermittlung möglich: Für größere Vorhaben mit persönlicher Betreuung.
- Nachlass beim erneuten Einstellen: 50 % auf die Folgegebühr.
- Befristete Laufzeit: Nach 60 Tagen ist das Einstiegspaket abgelaufen.
- Vertraulichkeit kostet extra: 199 Dollar, außer im Premium-Paket.
- Ungleiche Angebotsqualität: Zu viele Einträge mit fragwürdigen Zahlen.
- Erfolgsprovision obendrauf: Bis zu 10 % zusätzlich zur Einstellgebühr.
- Automatische Verlängerung: Voreingestellt, muss aktiv abgestellt werden.
- Nur Englisch: Oberfläche und Betreuung bieten keine deutsche Fassung.
Was kostet Flippa?
Die Kosten bestehen aus zwei Teilen: einer Gebühr fürs Einstellen und einer Provision bei erfolgreichem Verkauf. Die Provision richtet sich nach dem Verkaufspreis, nicht nach dem gewählten Paket, und liegt im oberen Bereich bei 10 %. Alle Beträge in US-Dollar.
| Paket | Gebühr | Laufzeit | Vertraulichkeit | Betreuung |
|---|---|---|---|---|
| Entry | 29 $ | 60 Tage | 199 $ extra | Standard |
| Boosted | 49 $ | 3 Monate | 199 $ extra | Standard |
| Premium | 199 $ | 6 Monate | enthalten | am selben Tag |
| Vermittlung | 399 $ | 6 Monate | enthalten | persönlich |
Für kleinere Projekte unter 10.000 Dollar und ohne Geheimhaltungsbedarf reicht Entry. Sobald Ihre Zahlen geschützt sein sollen, führt kein Weg an Premium vorbei – es ist dann schlicht das günstigere Angebot. Die begleitete Vermittlung lohnt bei größeren Vorhaben, wo persönliche Betreuung den Unterschied macht.
- Kreditkarte und PayPal: Für die Einstellgebühren.
- Treuhanddienst: Für die eigentliche Zahlung zwischen den Parteien.
- Keine monatliche Abrechnung: Alle Pakete werden einmalig im Voraus bezahlt.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Treuhandabwicklung: Die Zahlung bleibt hinterlegt, bis das Projekt übergeben ist. Das ist der wichtigste Schutz auf beiden Seiten – nutzen Sie ihn und weichen Sie nicht auf Direktüberweisungen aus, egal wie überzeugend das Gegenüber argumentiert.
- Anmeldung mit zwei Faktoren: Im Konto einschaltbar und dringend zu empfehlen – dort liegen Ihre Geschäftszahlen und Zahlungsdaten.
- Vertraulichkeit nur gegen Aufpreis: Ohne Verschwiegenheitserklärung sehen Interessenten Ihre Zahlen direkt. Bei Entry und Boosted kostet der Schutz 199 Dollar, bei Premium ist er enthalten.
- Kein Domain-Anbieter: Flippa verwaltet keine Adressen. Der Umzug läuft nach der Zahlung direkt zwischen den Parteien über den Freigabeschlüssel.
- Betreuung nur auf Englisch: Per E-Mail und Chat; bevorzugte Bearbeitung ab Premium. Eine deutschsprachige Hilfe gibt es nicht.
Flippa Erfahrungen und Bewertungen
Das Echo fällt uneinheitlich aus, und die Trennlinie verläuft zwischen Käufern und Verkäufern. Drei Punkte wiederholen sich.
- Gelobt wird die sichere Abwicklung. Verkäufer beschreiben den Ablauf über den Treuhanddienst als reibungslos – das Geld kommt an, sobald die Übergabe steht.
- Kritisiert wird die Angebotsqualität. Käufer berichten von Einträgen, bei denen sich die angegebenen Einnahmen nicht nachvollziehen ließen. Wer nicht selbst prüft, kauft blind.
- Kritisiert wird die Wartezeit. Mitten in einem Verkauf über mehrere zehntausend Dollar tagelang auf eine Antwort zu warten, wird als größtes Ärgernis genannt.
- Genannt wird der Zeitbedarf. Einen passenden Käufer zu finden, dauert oft Wochen – die 60 Tage des Einstiegspakets sind dafür knapp bemessen.
Alternativen zu Flippa
- Sedo: Spezialisiert auf den Handel mit Domains, mit deutschsprachiger Oberfläche – die bessere Wahl, wenn Sie ausschließlich Adressen handeln.
- United Domains: Wenn Sie keine fertige Website kaufen, sondern eine neue Adresse registrieren wollen.
- Namecheap: Günstiger Anbieter für Adressen samt Webspace – für alle, die lieber selbst aufbauen als zu kaufen.
Fazit: Lohnt sich Flippa?
Wer ein laufendes Internetgeschäft kaufen oder verkaufen will, kommt an Flippa kaum vorbei. Die Auswahl ist unerreicht, der Treuhanddienst arbeitet verlässlich, und verknüpfte Zahlen aus Statistikwerkzeug oder Zahlungsdienst schaffen eine Grundlage, die ein Anzeigenportal nicht bieten kann. Für Käufer ist die Nutzung kostenlos.
Drei Dinge trüben das Bild. Die Pakete laufen befristet – nach 60 Tagen ist beim Einstiegsangebot Schluss, und verlängert wird automatisch. Die Verschwiegenheitserklärung kostet in den unteren Paketen 199 Dollar extra. Und die Angebotsqualität schwankt so stark, dass eine eigene Prüfung unverzichtbar bleibt.
Unser praktischer Rat: Klären Sie vor dem Einstellen, ob Ihre Zahlen geschützt sein sollen. Wenn ja, nehmen Sie gleich Premium – es kostet 199 Dollar und enthält die Vertraulichkeit, während Entry mit demselben Schutz auf 228 kommt. Und rechnen Sie mit mehr als einer Laufzeit: Einen Käufer zu finden, dauert erfahrungsgemäß länger als 60 Tage.
Häufig gestellte Fragen zu Flippa
Vier Pakete stehen zur Wahl: Entry für 29 US-Dollar mit 60 Tagen Laufzeit, Boosted für 49 Dollar mit drei Monaten, Premium für 199 Dollar mit sechs Monaten und die begleitete Vermittlung für 399 Dollar. Dazu kommt bei erfolgreichem Verkauf eine Provision. Für Käufer ist die Nutzung kostenlos.
Weil die Verschwiegenheitserklärung bei Entry und Boosted 199 Dollar extra kostet. Entry plus Schutz kommt damit auf 228 Dollar, Boosted auf 248 – das Premium-Paket kostet 199 Dollar und enthält sie bereits, dazu die längere Laufzeit. Wer seine Zahlen schützen will, sollte direkt zu Premium greifen.
60 Tage bei Entry, drei Monate bei Boosted, sechs Monate bei Premium und der Vermittlung. Verkauft sich Ihr Projekt in dieser Frist nicht, ist die Gebühr verbraucht. Die Pakete verlängern sich automatisch, wenn Sie nicht eingreifen – beim erneuten Einstellen gibt es 50 Prozent Nachlass.
Sie richtet sich nach dem Verkaufspreis, nicht nach dem gewählten Paket, und liegt im oberen Bereich bei 10 Prozent. Bei einem Verkauf für 10.000 Dollar kommen also bis zu 1.000 Dollar zusätzlich zur Einstellgebühr. Rechnen Sie beide Posten zusammen, bevor Sie den Preis festlegen.
Nein. Das Durchsehen der Angebote und das Bieten sind kostenlos, die Gebühren trägt allein die Verkäuferseite. Für die eigentliche Zahlung fällt allerdings das Entgelt des Treuhanddienstes an, dessen Höhe sich nach dem Kaufpreis richtet.
Es bestätigt, dass die angezeigten Zahlen aus einem verknüpften Statistikwerkzeug oder Zahlungsdienst stammen – nicht, dass das Geschäft den verlangten Preis wert ist. Ob der Umsatz nachhaltig ist oder die Besucher aus einer Quelle kommen, die morgen versiegt, sagt das Siegel nicht. Eine eigene Prüfung ersetzt es nicht.
Die Zahlung läuft über einen Treuhanddienst und bleibt hinterlegt, bis das Projekt vollständig übergeben ist. Das ist der wichtigste Schutz – weichen Sie niemals auf eine Direktüberweisung aus, egal wie überzeugend das Gegenüber argumentiert. Die Prüfung des Geschäfts selbst bleibt aber Ihre Aufgabe.
Websites, Onlineshops, Anwendungen, Softwareprodukte und Domains. Die Spanne reicht von kleinen Nischenseiten für einige hundert Dollar bis zu Geschäften im Millionenbereich. Auch ganze Sammlungen von Domains lassen sich einstellen.
Erfahrungsgemäß mehrere Wochen bis Monate, abhängig von Preis, Umsatz und Nachfrage. Die 60 Tage des Einstiegspakets sind dafür knapp bemessen – rechnen Sie damit, mindestens einmal verlängern zu müssen. Beim erneuten Einstellen gibt es 50 Prozent Nachlass.
Nach der Zahlung über den Treuhanddienst gibt der Verkäufer den Freigabeschlüssel heraus, der Käufer stößt den Umzug bei seinem Anbieter an. Flippa begleitet den Vorgang, ist aber selbst kein Domain-Anbieter. Einstellungen und Namensauflösung liegen danach vollständig beim Käufer.
Nein. Oberfläche und Betreuung laufen ausschließlich auf Englisch, per E-Mail und Chat; bevorzugte Bearbeitung gibt es ab dem Premium-Paket. Bei einem Verkauf über mehrere zehntausend Dollar ist die Sprachbarriere ein Punkt, den Sie einkalkulieren sollten.
Für alle, die ein laufendes Internetgeschäft übernehmen oder abgeben wollen und Geschäftszahlen selbst beurteilen können. Wer lediglich eine Domain registrieren möchte, ohne Erfahrung mit Umsatzzahlen einsteigt oder Hilfe auf Deutsch braucht, ist woanders besser aufgehoben.
