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Panik

Panik ist ein kurzfristiger, erhöhter Zustand der Angst, der oft mit Verlust der Selbstbeherrschung einhergeht. Es gibt außerdem das Phänomen der Massenpanik.

Panik picture alliance / Zoonar | Seva Levytskyi

Als Panik wird ein intensiver Angstzustand bezeichnet, der durch eine reale und eingebildete Bedrohung versucht wird, welcher das rationale Denken und Handeln des betroffenen Individuums ausschaltet und mitunter zum völligen Verlust der Selbstkontrolle führt. Auslöser für eine Panik ist meist ein traumatisches Erlebnis oder eine große Belastungssituation. Sollte kein unmittelbarer äußerer Impuls vorliegen, kann auch von einer Panikstörung bei dem betroffenen Individuum gesprochen werden, da die Panik ohne triftigen Grund entsteht. Der Begriff Panik leitet sich vom Altgriechischen panós ab, das auf den antiken Gott Pan zurückgeht. Dieser, so ist überliefert, soll die Ziegen auf den hellenischen Weiden mit Freude erschreckt haben und so eine Massenpanik unter den Tieren ausgelöst haben. Im Volksmund wird der Begriff Panik meist synonym mit einer starken inneren Unruhe verwendet.

Panik: Herkunft, Symptome und Bedeutung

Grundsätzlich darf davon ausgegangen werden, dass die Panik einen evolutionären Zweck im Menschen erfüllt. Die als lebensbedrohlich wahrgenommene Situation, ob real oder nicht, kann zu einer Bereitstellung größerer Körperkräfte führen. In der vor-zivilisatorischen Welt war sie vermutlich oft eine wichtige Funktion, die über Leben oder Tod entscheiden konnte, wenn es sich um eine rasante Flucht aus einer Gefahrensituation handelte. In den meisten Fällen ist eine Panik jedoch keine hilfreiche Reaktion, so geht sie mit Symptomen wie Herzrasen, Schwächegefühl, Atemnot und Zittern einher - und schränkt den Betroffenen so auch physisch stark ein. Die auftretenden Symptome und deren Interpretation können zu einer Verstärkung des Panikgefühls beitragen, da diese zusätzlich als lebensbedrohlich eingeschätzt werden können und die Panikattacke so weiter verstärken. Für Beobachter kann eine Panikattacke den Eindruck eines ungerechtfertigten, irrationalen Verhaltens hinterlassen. Diese Einschätzung mag in Anbetracht der jeweils gegebenen Situation richtig sein, übersehen wird dabei oft, dass psychische Gründe wie aufgestaute Ängste die Ursache können.

Massenpanik

Ein besonderer Fall von Panik ist die Massenpanik. Für die Entstehung dieser Form von Panik sorgt meist ein Zwischenfall, ob triftig oder nicht, auf einer Großveranstaltung. Die entstehende Panik einzelner wirkt sich durch den reduzierten Platz auf die Masse der Menschen aus, die sich einen engen Raum teilt. Was ursprünglich zur Panikreaktion des Auslösers geführt hat, spielt dann oft keine Rolle mehr: Die Massenpanik entsteht als Reaktion auf die unkontrollierten Menschenmassen in Fluchtbewegung und die resultierende Platzangst. Tragische Beispiele sind zum Beispiel die Katastrophe von Heysel, eine Massenpanik zum Anlass des Endspiels des Fußball-Europapokals der Landesmeister des Jahres 1985 zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool. Die Panik forderte 39 Menschenleben. Speziell im deutschsprachigen Raum sticht die Massenpanik auf der der Loveparade 2010 in Duisburg heraus, welche das Leben von 21 Menschen forderte.