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Marrakesch

Marrakesch ist die Hauptstadt der Region Marrakesch-Safi in Marokko und beheimatet 930.000 Einwohner. Teile der Innenstadt gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Marrakesch picture alliance / Bildagentur-online/Blend Images | Blend Images/ac Property releaseoductions

Red City oder Rote Stadt - so wird Marrakesch im Herzen des Königreichs Marokko auch genannt. In der Großstadt leben heute etwa 930.000 Einwohner. Marrakesch liegt nördlich des zentralen Gebirgszuges Hoher Atlas, dessen höchste Erhebung der Toubkal mit 4.167 m ist. Die zentrale Großstadt ist die offizielle Hauptstadt der Region Marrakesch-Safi. Sie gilt als viertgrößte Ansiedlung in Marokko nach Casablanca, Fez und Tanger. Zusammen mit den Agdal-Gärten und dem Menara-Garten zählt die historische Innenstadt Marrakeschs seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Marrakesch - die frühe Siedlungsgeschichte der Roten Stadt

Gegründet wurde Marrakesch nach ursprünglichen Annahmen um 1062 auf Initiative von Yusuf ibn Tashfin, dem Anführer der almoravidischen Berberdynastie, die zu jener Zeit in Nordwestafrika aufblühte. Nach neueren Erkenntnissen geht man jedoch davon aus, dass es vielmehr der almoravidische Anführer Abu Bakr ibn Umar war, der Marrakesch acht Jahre später gründete. Bereits unter den Almoraviden wuchs Marrakesch zu einer wichtigen Stadt in der Region heran. Um 1147 wurde die Region jedoch durch die Almohaden erobert, die zentrale Bauwerke zerstörten und im Gegenzug die noch heute existierende Moschee Koutoubia errichteten. Vorübergehend verlor Marrakesch seine Bedeutung durch den Einfall der Meniden Mitte des 12. Jahrhunderts. Erst unter der Dynastie der Saadier wurde die Stadt 1551 wieder zur Hauptstadt der Region. Zu den bedeutenden Bauwerken aus jener Zeit zählt der Palast El Badi.

Marrakesch - die moderne Geschichte der marokkanischen Großstadt

1669 erlangten die Alawiten die Kontrolle über Marrakesch. Daraufhin wurde Fes zur Hauptstadt ernannt. Vom Anfang bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand die Region unter französischem Einfluss, bis das Königreich Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich erlangte. Zwischenzeitlich lebten in Marrakesch berühmte westliche Künstler wie Henri Matisse und Eugène Delacroix. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde die Stadt zum Anziehungspunkt der Hippie-Bewegung. Am 28. April 2011 erschütterte der Terroranschlag von Marrakesch am Café Argana die Stadt, bei dem 17 Menschen starben.