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Einschaltquoten

Die Einschaltquoten gelten als Maß, wie beliebt eine Fernsehsendung ist. Die Daten dazu werden von der GfK erfasst, ausgewertet und an die Sender übermittelt.

Einschaltquoten picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress

Einschaltquoten zeigen an, wie viele Fernsehgeräte eine Sendung in einem bestimmten Zeitraum empfangen haben. Die Daten für die Einschaltquoten aller Sender erhebt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die GfK handelt im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (AGF). In der AGF haben sich öffentlich-rechtliche und kommerzielle Fernsehsender sowie Streaming-Anbieter zusammengeschlossen. Die Einschaltquoten dienen als eine Grundlage für die Programmgestaltung der Fernsehsender. Außerdem bestimmen die Einschaltquoten, wie teuer die Werbung auf einem Sender zu einer bestimmten Uhrzeit ist.

Wie werden Einschaltquoten bestimmt?

Die Einschaltquoten stellen eine Hochrechnung dar. Grundlage für diese Hochrechnung ist die Fernsehnutzung in 5.000 ausgewählten Haushalten. Zur Erfassung der Daten steht in jedem dieser Haushalte ein Messgerät (GfK-Meter). Jedes Haushaltsmitglied meldet sich mithilfe einer besonderen Fernbedienung an, wenn es den Fernseher nutzt. Wer nicht mehr schaut, meldet sich wieder ab. So erfasst die GfK die individuelle Fernsehnutzung aller Haushaltsmitglieder. In den ausgewählten Haushalten leben insgesamt circa 10.500 Personen. Die Auswahl der Haushalte erfolgt repräsentativ. In welchen Haushalten diese Messgeräte stehen, ist jedoch geheim. Die aufgezeichneten Daten übertragen die Messgeräte in der Nacht an die GfK. Bereits am nächsten Morgen stehen sie den Fernsehsendern zur Verfügung, die Mitglied in der AGF sind.

Einschaltquoten und Marktanteil: der Unterschied

Einschaltquoten beziehen sich immer auf die Gesamtheit aller Haushalte, in denen ein Fernseher steht. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Fernseher angeschaltet sind. Der Marktanteil drückt aus, wie viele Zuschauer eine Sendung im Verhältnis zu den anderen laufenden Sendungen sehen. Anhand eines Beispiels wird der Unterschied deutlich: Es gibt insgesamt zehn Haushalte, in denen ein Fernseher steht. In zwei Haushalten läuft der Fernseher. Wenn auf dem einen Fernseher GZSZ (RTL) und auf dem anderen Fernsehgerät ein anderer Sender läuft, liegt die Einschaltquote für RTL bei 10 %. Der Marktanteil für GZSZ beträgt allerdings 50 %: Die Hälfte aller Zuschauer sieht das Programm. Den höchsten Marktanteil im deutschen Fernsehen erreichte das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Das Spiel Deutschland gegen Argentinien hatte einen Marktanteil von 86,2 %.