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Atomtests

Atomtests erfolgen aus Forschungsgründen. An den Folgen dieser Atomtests sterben Menschen. Der Kernwaffenteststopp-Vertrag ist noch nicht in Kraft getreten.

Atomtests picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Atomtests dienen Forschungszwecken. Bei einem solchen Test explodiert ein nuklearer Sprengsatz. Die Explosion einer Nuklear- oder Atomwaffe setzt sehr viel Energie in Form einer Druckwelle, einer Hitzewelle und radioaktiver Strahlung frei. Typisch für eine atomare Explosion ist die Explosionswolke in Form eines Pilzes: der Atompilz. Den ersten Atomtest führten die USA am 16. Juli 1945 im Süden des US-Bundesstaats New Mexico durch. Außer den USA haben die UdSSR, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan und Nordkorea Atomtests durchgeführt. Insgesamt fanden über 2.000 Atomtests statt. Aufgrund der großen Energiefreisetzung erfolgen Atomtests zumeist in militärischen Sperrgebieten, die auch Atomtestgelände heißen.

Wo wurden Atomtests durchgeführt?

Die USA haben die meisten Atomtests auf ihrem Atomtestgelände in Nevada durchgeführt. Auf diesem Gelände testeten sie sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Einwohner im circa 100 km entfernten Las Vegas konnten teilweise die Atompilze erkennen. Mit Semipalatinsk (Kasachstan) und Nowaja Semlja (Insel im Nordpolarmeer) unterhielt die UdSSR zwei Atomtestgelände. Am 30. Oktober 1961 detonierte auf Nowaja Semlja die bisher stärkste Atombombe. Frankreich führte zahlreiche Atomtests auf den Atollen Fangataufa und Mururoa im Pazifik durch.

Atomtests und ihre Folgen

Bei jedem Atomtest wird Radioaktivität frei, die zu unterschiedlichen Krebserkrankungen führen kann. Annahmen zufolge sind ungefähr 300.000 Menschen aufgrund der Atomtests gestorben. Bekannteste Beispiele sind Susan Hayward und John Wayne, die im Jahr 1955 unweit vom Atomtestgelände in Nevada einen Film drehten und später an Krebs starben. Ungewöhnlich viele Crewmitglieder dieses Films erkrankten an Krebs.

Das Atomteststoppabkommen

Am 5. August 1963 unterzeichneten die USA, die UdSSR und Großbritannien einen Vertrag, der alle Atomtests in der Atmosphäre, unter Wasser und im Weltraum verbietet. Somit handelt es sich um ein Verbot oberirdischer Atomtests. Unter dieses Verbot fallen auch Atomtests, die zu radioaktiven Ablagerungen außerhalb der eigenen Landesgrenzen führen. Dieser Vertrag heißt auch Moskauer Atomteststoppabkommen. Nach Unterzeichnung des Vertrags führten die Staaten ihre Atomtests unterirdisch fort. Frankreich und China haben das Atomteststoppabkommen nicht unterzeichnet und weiter oberirdisch Atomtests durchgeführt. Ein umfassender Kernwaffenteststopp-Vertrag aus dem Jahr 1996 ist noch nicht in Kraft getreten. Hierfür müssen alle Staaten mit Nukleartechnologie den Vertrag unterschreiben und ratifizieren: Das ist noch nicht geschehen.