Die große Mehrheit der UN-Vollversammlung nimmt den Vorschlag aus Afrika an:
Künftig soll der Kontinent auf Weltkarten präziser dargestellt werden. Die Resolution hat Togo als eines der kleinsten Länder auf dem afrikanischen Festland eingebracht.
„Es geht weit über Kartographie oder das Kartenzeichnen hinaus. Es hat was mit Gerechtigkeit zu tun, mit dem Zugang zu genauem geographischen Wissen, der Würde des Menschen, dem historischen Gedächtnis und dem Kampf gegen Darstellungen, den wir geerbt haben und der Einfluss auf die Wahrnehmung hat."
Als häufigste Weltkarte wird heutzutage die sogenannte "Mercator-Projektion" von 1569 benutzt. Sie verzerrt allerdings die Dimensionen: Flächen erscheinen umso größer, je weiter sie vom Äquator entfernt liegen. Das liegt daran, dass die dreidimensionale Erde, die fast kugelförmig ist, auf eine rechteckige Fläche projiziert wird.
Beispiel: Grönland. Auf machen Darstellungen erscheint das Land ganz im Norden fast so groß wie Afrika zu sein. Auf einem Globus betrachtet fällt aber auf: Afrika ist tatsächlich 14 Mal größer.
Nur eine Nation stellt sich gegen eine realistischere Darstellung der Welt: Die USA...das Vorhaben sei Teil eines radikalen ideologischen Projekts.
„Wenn die UN fragt, warum sie weltweit an Legitimität verliert und immer wieder nicht ernst genommen wird, zeigen wir auf Resolutionen wie diese. Wir fordern die Länder auf, diesem Gremium gesunden Menschenverstand einfließen zu lassen (....)." Togos Außenminister scheint aber sichtbar erleichtert zu sein, dass 164 Länder das ganz anders sehen.
„Diese Annahme ist ein historischer Moment für Afrika und die Welt. Sie unterstreicht die Notwendigkeit einer genaueren, ausgewogeneren und geografisch richtigen Darstellung unseres Planeten."
Obwohl das Abstimmungsergebnis nicht bindend ist, soll es nun weltweit zu Änderungen an Weltkarten führen.