Eine weiße Plane verdeckt die Marmorfassade des Kennedy Centers in Washington, dem berühmten Kulturzentrum der US Hauptstadt. Zuvor sah es noch so aus: Es trug den Namen des amtierenden amerikanischen Präsidenten Donald J. Trump. Denn nach seinem Amtsantritt hatte Trump die Leitung des Centers entlassen, ein neues Direktorium unter seinem Vorsitz eingesetzt, ein patriotisches Kulturprogramm angekündigt und beschlossen. Trumps Name kommt an die Fassade montiert. Jetzt, nach nur sechs Monaten, wird der umstrittene Schriftzug wieder entfernt, ganz zur Freude vieler Schaulustiger und Anwohner.
„Ich war hier um mir der 'König der Löwen' anzusehen. Ich war kein Fan davon, dass Donald Trump seinen Namen darauf gesetzt hat."
„Ich bin super begeistert. Er hatte keine Berechtigung, seinen Namen anzubringen. Er ist wie ein 3-Jähriger, ein Kind, das versucht, mit der ganzen Welt Spielchen zu spielen."
„Ich dachte mir, es ist nicht nur gesetzeswidrig, sondern auch richtig kleinlich, von Trump seinen Namen anzubringen, so wie er es bei sehr vielen Dingen hier macht. Ich war sehr froh, als das Justizsystem korrekt gehandelt und Stellung bezogen hat, in dem beschlossen wurde der Name muss runter."
Die richterliche Anordnung von Ende Mai besagt, das Wahrzeichen hätte nicht einfach so ohne einen Beschluss des Kongresses umbenannt werden dürfen. Eigentlich hätte die Geschäftsführung des Centers zwei Wochen Zeit gehabt, die Buchstaben selbst zu beseitigen. Der Verwaltungsrat des Kennedy Centers und der US-Justizminister hatten noch per Eilantrag versucht, die Entfernung zu stoppen. Ohne Erfolg. Nun laufen die Korrekturarbeiten hinter verschlossenem Vorhang.