Er starb nach einer Karnevalsparty: Privatermittler findet neue Spuren im Fall Jens Salaw (†21)
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Schon zum dritten Mal berichten wir über den tragischen Tod des 21-Jährigen Jens Salaw aus der Eifel. Und natürlich kann man fragen: Warum denn schon wieder? Denn glaubt man der Staatsanwaltschaft, ist das immer noch dieselbe Geschichte wie 2020. Besoffen, verlaufen und erfroren. Akte geschlossen. Ein Privatermittler ist jedoch zu einem anderen Ergebnis gekommen und findet: Der Fall müsste neu aufgerollt werden.
Schon zum dritten Mal erzählen wir heute die Geschichte vom tragischen Tod eines 21-Jährigen aus der Eifel. Und natürlich kann man fragen: Warum denn schon wieder? Denn glaubt man der Staatsanwaltschaft, ist das immer noch dieselbe Geschichte wie 2020. Besoffen, erfroren. Akte geschlossen. So einfach sieht das für die Ermittler aus.
Klingt auch erst mal nicht so ganz abwegig nach einer langen Weiberfastnachtsparty im kalten Februar. Aber nicht nur wir stießen da dann doch auf offene Fragen. Nach unserer ersten Berichterstattung vor 14 Monaten meldete sich bei uns ein privater Ermittler und bot seine Dienste an, ein Ex-LKA-Mann. Unser zweiter Film im Januar dieses Jahres zeigte dann, warum er eine Gewalttat durchaus für möglich hält. Etwas, das für die Staatsanwaltschaft nach wie vor zweifelsfrei ausgeschlossen ist.
Also tragen die Eltern des verstorbenen Jens Salaf ihre offenen Fragen heute ein drittes Mal in die Öffentlichkeit. Annalena Makis hat ihnen zugehört.
Sechs Jahre ist es her, dass Jens Salaf unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Vergangenen Freitag besuchen wir seine Eltern Helmut und Manuela Welsch erneut zu Hause. Bis heute suchen sie nach Antworten.
„Erst mal müssen wir für uns wissen, was passiert ist, um vielleicht auch damit abschließen zu können. Und zum anderen möchte ich auch gerne für Jens, dass wir das Ganze aufklären können.“
Am 22. Februar 2020 wird Jens Salaf nach einer Karnevalsparty tot auf diesem abgelegenen Feld gefunden. Teilweise unbekleidet, ohne seine Wertgegenstände und mit zahlreichen Kratz- und Schnittverletzungen.
Für die Staatsanwaltschaft Aachen ist der Fall klar: Jens sei stark alkoholisiert umhergeirrt, habe sich selbst entkleidet und sei schließlich erfroren. Ein tragischer Unfall. Akte geschlossen.
„Wir sind nicht dumm. Und wenn da einige Sachen Zweifel hegen, dann lassen wir uns nicht durch irgendwelche Mutmaßungen mundtot machen.“
Jens’ Eltern und ihr Anwalt Rainer Dietz glauben nicht an einen Unfall. Und sie erheben schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden.
„In meinen Augen hat sich das bisher gar nicht ermittelt. Bis zum heutigen Tag existiert keine einzige formale Zeugenvernehmung. Keine.“
Es ist ein jahrelanger Kampf um Aufklärung. Was ist mit ihrem Sohn Jens wirklich passiert? Jetzt, vor wenigen Wochen, die Nachricht: Die Staatsanwaltschaft Aachen bleibt bei ihrer Einschätzung.
„Ein Fremdverschulden sei nach objektiven Ermittlungsergebnissen zweifelsfrei auszuschließen.“
„Erst mal kann man gar nichts ausschließen, erst recht nicht zweifelsfrei. Diese Aufklärung von dem Tod unseres Sohnes wollen wir haben.“
Donnerstagmorgen im Februar 2020, Weiberfastnacht im Kreis Monschau. Helmut bringt seinen Sohn zu einem Freund. Die jungen Männer wollen vortrinken und später auf eine Karnevalsparty gehen.
„Nein, sagen die, sind ja alle Leute hier. Na ja, vielleicht nur Lieder singen und Liedern.“
Sein Freund Tobias filmt noch diesen Moment, ohne zu ahnen, dass es die letzten Stunden mit Jens sein werden.
„Es war alles, wie man es sich wünscht. Es war gute Laune. Man hat getrunken, man hatte Spaß. Es war eigentlich ein perfekter Start in den Tag. So wie man es sich vorstellt.“
„Man hat mir eine WhatsApp geschickt, mit Daumen nach oben geschrieben: Alles gut.“
„Das war so das Letzte, was ich von ihm gehört habe.“
Laut seiner Freunde soll er um 00:00 Uhr die Karnevalsparty in der Tenne verlassen haben. Unstrittig ist: Gegen null Uhr steigt er in den Bus nach Hause. Zeugen sehen ihn zuletzt gegen 00:10 Uhr an der Blumengasse in Konzen. Ein paar Stationen von seinem Elternhaus entfernt. Doch dann verliert sich seine Spur.
Im Mai 2025 treffen wir Jens’ Freunde an dem Ort, an dem sie mit Jens zuletzt gefeiert haben. Für Tobias immer noch schwer, denn er ist der Letzte aus der Gruppe, der Jens lebend gesehen hat.
„Ja, wir waren angetrunken. Dann hat er gesagt: Ich weiß nicht wohin. Welcher Bus ist der richtige? Ich hatte meinen Bus ziemlich schnell gefunden und man hat sich so gesagt: Ja, guck mal, wo du einsteigen musst, welcher der richtige ist. Und das waren halt auch so mit die letzten Worte. Man hat sich verabschiedet als gute Freunde, man hat sich umarmt, die Hand gegeben und hat gesagt: Ja, wir hören uns morgen oder was auch immer. Wie es halt normal ist.“
Laut Ermittlungsakte, die stern TV vorliegt, soll Jens anschließend weinend seinen Freund Mike angerufen haben.
„Er habe dann noch gefragt, was los sei, ohne eine Antwort zu erhalten. Anschließend sei das Gespräch abgebrochen.“
War es ein Hilfeanruf? Dazu ermittelt wurde bis heute von der Staatsanwaltschaft nicht. Manuela Welsch geht am nächsten Morgen davon aus, dass Jens sicherlich bei einem Freund übernachtet habe.
„Dann habe ich ihn angeschrieben. Ich habe noch geschrieben: Lebst du noch? Habe aber keine Antwort mehr bekommen. Beziehungsweise er hat das auch gar nicht mehr empfangen.“
Kurz darauf wird eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet. Erst suchen Familie und Freunde nach ihm, am späten Abend auch die Polizei. Aus der Akte der Staatsanwaltschaft geht hervor, dass um 23:12 Uhr der erste Polizeihubschrauber im Einsatz war.
Laut Zeugen flog ein weiterer Helikopter Samstag früh die Gegend rund um die Bushaltestelle ab. Denn laut Zeugen soll Jens hier definitiv ausgestiegen sein.
Erst anderthalb Tage später, um 17:35 Uhr, entdeckt ein Mitarbeiter eines nahegelegenen Bauernhofs auf einem offenen Feld plötzlich etwas. Es ist Jens’ Leiche. Zusammen mit Jens’ Eltern kehren wir vergangenes Jahr an den Fundort zurück.
„Ich musste vorne vor dem Bauernhof bleiben und dann wurde ich in den Krankenwagen gerufen. Dann hat man mir das mitgeteilt, dass man den Jens tot aufgefunden hat.“
„Im Moment kommt mir das alles so ein bisschen hoch. Ich kann das im Moment nicht.“
„Diese Welt, die man bis dato kannte, ist dann zusammengefallen. Also sie ist. Mit einem Schlag ändert sich alles und groß nachdenken weiter macht man da auch nicht.“
Im Obduktionsbericht heißt es: Verdacht auf Unterkühlung bei Intoxikation. Also ein Erfrierungstod unter Alkoholeinfluss.
Außerdem hält es die Staatsanwaltschaft bis heute für plausibel, dass Jens sich kurz vor seinem Tod selbst entkleidet habe. Ein Phänomen, das bei Erfrierungen auftreten kann. Von seiner Kleidung und persönlichen Gegenständen fehlt bis heute jede Spur. Auf Nachfrage heißt es von der Staatsanwaltschaft dazu:
„Warum gewisse Gegenstände nicht aufgefunden werden konnten, wo und wie der Verstorbene sich verletzt hat oder wie er an den Fundort kam, kann nicht beantwortet werden. Dies lässt aber keinen Schluss auf ein Fremdverschulden zu.“
Für Jens’ Eltern kaum zu begreifen. Die Staatsanwaltschaft räumt selbst ein, dass bis heute nicht geklärt ist, wo und wie sich Jens verletzt hat und wie er an den Fundort gelangt ist, sieht darin aber keinen Anlass für weitere Ermittlungen.
Mit ihrer Kritik an der Ermittlungsbehörde stehen Jens’ Eltern nicht allein da. Nach unserer ersten Berichterstattung im Juni 2025 wird der ehemalige Kriminalkommissar des LKA Nordrhein-Westfalen und heutige Privatermittler Marius Richter auf den Fall aufmerksam.
Zusammen mit seiner Assistentin ermittelt er. Er stößt auf neue Spuren und erstellt ein Gutachten, das aus seiner Sicht Anlass für weitere Ermittlungen geben sollte.
„Es gibt schon Hinweise, die uns da deutlich zeigen: Es gibt Menschen, die definitiv mehr über das Schicksal von Jens wissen, als bis dato bekannt gegeben wurde. Und der Spur folgen wir natürlich und die Spur werden wir der Staatsanwaltschaft entsprechend auch darlegen.“
stern TV erhält im Januar dieses Jahres zum ersten Mal Einblick in das Gutachten. In diesem sind unter anderem Zeugenaussagen dokumentiert, die Rückschlüsse auf Jens’ Alkoholkonsum an diesem Abend zulassen.
„Ja, er wusste definitiv, wann er aufhören musste. Wenn wir mal viel getrunken haben, musste Jens eher auf uns achten als auf sich, weil er sich unter Kontrolle hatte.“
„Er hat nicht getorkelt. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er stark betrunken war. Er war kontrolliert.“
Zwölf Zeugen bestätigen unabhängig voneinander, dass Jens an diesem Abend nicht übermäßig stark betrunken und orientierungslos gewesen sein soll. Außerdem kehren wir mit dem Privatermittler zurück an die Bushaltestelle, an der Jens definitiv noch ausgestiegen ist.
„Hier an der Bushaltestelle könnte eigentlich das ganze Unheil für Jens begonnen haben. Der Bus hat hier um 00:10 Uhr gehalten. Die Fahrgäste sind aus dem Bus ausgestiegen und es sind noch nicht alle Namen bekannt der Fahrgäste, die diesen Bus zu diesem Zeitpunkt benutzt haben. Und von daher sind wir ja, wir sind sehr sicher, dass genau eigentlich ab diesem Zeitpunkt die Dinge geschehen sind, die letztlich dann am Ende zum Tod von Jens geführt haben.“
Was danach geschah, lässt sich anhand der Spurenlage nur erahnen. Marius Richter geht davon aus, dass Jens nach dem Ausstieg aus dem Bus mutmaßlich von einer Gruppe junger Männer körperlich angegriffen wurde. Diese werden im Gutachten sogar namentlich aufgeführt und könnten bereits zuvor mit Jens im Bus gesessen haben.
Zur Erinnerung: Die Staatsanwaltschaft hält bis heute daran fest, dass Jens sich kurz vor seinem Tod selbst entkleidet habe, obwohl seine Kleidung nie gefunden wurde. Für Marius Richter und sein Team kein Zufall. Sie sind überzeugt, dass Jens von der Gruppe ausgezogen wurde.
„Diese Kratz- und Schnittverletzungen, die er erlitten hat, finden sich am Bereich am Oberschenkel, die von der Hose hätten abgedeckt oder abgedeckt gewesen. Diese Verletzungen sprechen aber eine ganz klare Sprache. Die sagen nämlich, er ist noch über eine längere Zeit unbekleidet durch Dornenäste, Stacheldraht.“
Für die Bewertung des Todes von Jens Salaf soll laut Marius Richter außerdem ein festgestelltes Hirnödem von zentraler Bedeutung sein. Dieses wurde 2020 bereits dokumentiert. Laut dem neuen Gutachten soll es durch gewaltige Schläge auf den Hinterkopf entstanden sein.
„Das Hirnödem könnte theoretisch zur Folge gehabt haben, dass er wesentlich kognitiv beeinflusst war und wesentlich stärker kognitiv beeinflusst war als durch diese Alkoholeinwirkung. Und dass er tatsächlich dann das Bewusstsein verloren hat und dann natürlich im Zuge dieser Kälteeinwirkung auch verstorben ist.“
Laut Rechtsmedizin lasse sich das Hirnödem mit einem Unterkühlungsgeschehen bei Alkoholisierung in Einklang bringen. Doch wer sollte Jens so etwas antun?
Im Zuge der Ermittlungen von Marius Richter wurde der Laptop von Jens ausgewertet. Auf diesem wurden wichtige Hinweise gefunden, die möglicherweise auf einen Racheakt schließen lassen. In dem neuen Gutachten sind dazu:
„Die Lichtbilder und Videosequenzen von zwei Frauen angeführt, die möglicherweise trotz einer festen Beziehung sich mit Jens Salaf in einer intimen Beziehung befanden.“
„Da haben wir also auch eine gewisse Motivlage für uns entwickeln können.“
Dank des Gutachtens können sich die Eheleute Welsch zum ersten Mal ansatzweise vorstellen, was in jener Nacht hier in der Nähe des Bauernhofes mit ihrem Sohn passiert sein könnte.
„Wie waren seine letzten Momente? Oder die letzte Zeit, die er gelebt hat und allem Drum und Dran? Was hat er an Schmerzen gehabt? Es ist schwer. Es ist richtig schwer, das zu verstehen und auch zu begreifen.“
Im Januar dieses Jahres, kurz nach ihrem Auftritt bei stern TV, reicht Marius Richter seine neuen Erkenntnisse bei der Staatsanwaltschaft Aachen ein. Die Hoffnung der Familie: Wiederaufnahme des Verfahrens. Doch, wie sich jetzt zeigt, ohne Erfolg.
Am 3. Juli teilt die Staatsanwaltschaft Aachen offiziell mit:
„Das Todesermittlungsverfahren bezüglich Jens Salaf wird nicht wieder aufgenommen. Ein Fremdverschulden ist nach den objektiven Ermittlungsergebnissen zweifelsfrei auszuschließen.“
Seit über einem Jahr begleitet stern TV die Eltern von Jens Salaf. Als wir sie vergangenen Freitag erneut besuchen, erzählen sie uns, wie schwer sie der erneute Rückschlag getroffen hat.
„Ich habe erst mal wirklich geweint und konnte es gar nicht fassen. Man hat sich einfach verloren gefühlt.“
„Wir waren wirklich mit tausenden Gedanken gefüllt. Was machen wir? Wie geht es weiter? Geht es überhaupt weiter? Sind wir jetzt am Ende? Müssen wir damit leben? Das sind alles Gedanken, die einem dann durch den Kopf schießen. Das ist schon so eine Art Endzeitgefühl für uns gewesen.“
Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Aachen fußt auf der erneuten Prüfung der Rechtsmedizin Köln, die Jens bereits 2020 obduziert hatte. Das Ergebnis: Dem Leichnam fehlen jegliche objektiven Spuren eines Verbrechens.
Auch das Ablegen der Kleidung sei nicht auf die Einwirkung Dritter zurückzuführen und Zeugenaussagen würden aus Sicht der Staatsanwaltschaft das Unfallgeschehen stützen. Auf stern-TV-Nachfrage heißt es noch einmal ausdrücklich:
„Da das rechtsmedizinische Gutachten in allen Punkten lückenlos nachvollziehbar und frei von Widersprüchen ist, bestehen keinerlei Anhaltspunkte für eine Wiederaufnahme der Ermittlungen.“
Wir treffen das Privatermittlerteam Marius Richter und Stefanie Pfluge-Henze erneut in ihrem Institut in Duisburg. Für sie ist unverständlich, dass offenbar nur der Obduktionsbericht geprüft, die Ermittlungsergebnisse ihres Gutachtens anscheinend aber nicht berücksichtigt wurden.
„Wir haben die Befunde nicht infrage gestellt. Wir gehen davon aus, dass Jens infolge der Kälteeinwirkung verstorben sein könnte. Was uns stört, ist der Umstand, der nicht geprüft wird, wie er in diese Situation gelangt ist. Warum ist er überhaupt in diese Situation, an diese Stelle gelangt? Was ist passiert vorher und was hat dazu geführt, dass er diesen vermeintlichen Kältetod erlitten hat?“
Antworten darauf gibt es bis heute nicht, auch nicht von der Staatsanwaltschaft. Trotzdem schließt diese ein Fremdverschulden zweifelsfrei aus. Für Rainer Dietz, den Anwalt der Familie Welsch, ein Widerspruch.
„Da muss doch jetzt mal Klarheit geschaffen werden, dass man sagt: Wir wollen jetzt nicht unser eigenes Ergebnis um jeden Preis decken und schützen. Es reicht nicht, die Rechtsmedizin zu bitten, ihre eigene Expertise noch mal zu überdenken, sondern wir müssen doch jetzt mal loslegen. Wo sind denn die Schuhe? Wo ist denn die Hose? Wo ist denn das Handy? Wo ist denn, wo ist denn der Schlüssel? Da kann man doch nicht sagen, das haben die Tiere möglicherweise genommen. Haben Sie schon mal ein Tier erlebt, das Interesse an einem Schlüsselbund hat? Nein. Oder einem Handy? Nein. Das ist doch alles hanebüchen. Das kann ich doch nicht argumentieren.“
Im wissenschaftlichen Gutachten der Rechtsmedizin Köln heißt es außerdem:
„Die Haut an den Knien war unter der Obduktion gerötet, aber nicht geschürft. Schnittverletzungen fanden sich an der Leiche nicht.“
Diverse Kratz- und Schnittverletzungen am Hinterkopf, an den Armen und Beinen wurden bereits 2020 von Ermittlern auf dem Feld dokumentiert. Bis heute beharrt die Rechtsmedizin Köln darauf, diese wären bei der Obduktion nicht vorhanden gewesen.
„Das gibt es ja gar nicht. Das ist ja schon beinahe ignorant. Boshaft. Fotos lügen nicht. Was mit dem Jungen war, das kann man nicht damit erklären wollen, dass man über Zäune steigt. Das ist aussichtslos. Damit würde ich mich mal befassen vonseiten der Staatsanwaltschaft. Wo sind denn da überhaupt Zäune? Welche Zäune wären denn überhaupt in der Lage gewesen, dieses großflächige, gesamte Verletzungsbild hervorzurufen?“
Manuela und Helmut Welsch wollen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft nicht einfach hinnehmen. Gemeinsam mit ihrem Anwalt Rainer Dietz wollen sie weiter dafür kämpfen, dass das Schicksal ihres Sohnes aufgeklärt wird.
„Und wenn nur ein Punkt übrig ist, der nicht geklärt ist, ist es immer wieder ein Ansporn zu sagen: Und das hätten wir auch noch gerne geklärt, diese offenen Fragen. Solange die bestehen bleiben, werden wir nicht aufhören, in dieser Sache nachzukochen."
