Wenige Minuten nach der Todesfahrt sind bereits unzählige Rettungskräfte vor Ort. Gegen 22 Uhr rast ein weißer Transporter am Rande des CSD in den Tiergarten und erfasst dort mehrere Menschen.
Augenzeugen beschreiben den Moment.
„Wir haben nur irgendwas knallen gehört, also auf jeden Fall eine Kollision wahrgenommen, Und dann haben wir halt geguckt und haben nur noch gesehen, wie unzählige Streifenwagen über uns, neben uns vorbeigefahren sind."
„Es hat dann nen lauten Knall gegeben und nen lauten Schrei und dann war's auch schon so, dass ich geguckt habe: was ist da los. War erstmal nichts auffällig. Bis dann die Polizei mit Maschinengewehren in den Park hineingegangen sind und den Park geräumt haben."
Die zentrale Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor wird sofort abgebrochen, das Gelände geräumt.
„ICH BITTE EUCH GANZ RUHIG RICHTUNG AUSGÄNGE ZU GEHEN, BITTE MEIDET DEN WEG RICHTUNG SIEGESSÄULE, BITTE GEHT IN DIE RICHTUNG NACH HAUSE, RUHIG UND GEORDNET.”
An einem Baum kommt das Auto zum Stehen. Der mutmaßliche Täter flieht, Augenzeugen berichten von einer Machete, die der Mann bei sich gehabt haben soll.
Der CSD ist eigentlich eine der am besten geschützten Großveranstaltungen in der Haupstadt. Dementsprechend schockiert zeigen sich die Organisatoren.
„Also ich kann nur sagen, dass die Erfahrung, die wir immer in Berlin machen, ist, dass die Polizei auf solche Situationen immer unfassbar gut vorbereitet ist und uns auch, soweit es möglich ist, auch schützt. Wie jetzt hier dieser Fall zustande kommen konnte, dass jemand tatsächlich angeblich mit einem weißen Wagen hier irgendwo reinfährt in die Menschenmenge, das werden jetzt die Ermittlungen zeigen müssen."
Rund 700.000 Menschen feiern an diesem Tag friedlich den Christopher Street Day. Er ist längst eine Institution in dieser so weltoffenen Stadt. Und das gilt es zu verteidigen, sagt Berlins regierender Bürgermeister Wegner.
„Ich kann nur sagen, dass Berlin als Stadt der Freiheit und der Vielfalt sich weiter stärken wird und positionieren wird. Wir werden uns unsere Art und Weise des Lebens und des Zusammenlebens nicht nehmen lassen."
Aber: der Schock sitzt noch tief nach der Todesfahrt von Berlin.