"Wer damit einverstanden ist, dem Votum der Antragskommission zu folgen, den bitte ich jetzt um das Kartenzeichen."
Fast alle Delegierten der SPD strecken ihre Karten in die Höhe, dann großer Jubel. Zuvor hatte auch der mit gut 65 Prozent zwar abgestrafte, aber immerhin wiedergewählte Parteichef Klingbeil FÜR die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens geworben.
Lars Klingbeil (SPD), Parteivorsitzender: "Ich will das hier sehr klar sagen, weil ich ja auch immer ein Stück weit gebremst habe. Aber ich sage euch: In dem Moment, wo der Verfassungsschutz sagt: Das ist eine gesichert rechtsextreme Partei, darf es kein Taktieren mehr geben."
Der Koalitionspartner, die Union, reagiert zurückhaltend:
"Entscheidungen des Parteitags der SPD sind für den Innenminister noch kein Auftrag", sagte Alexander Dobrindt von der CSU Table Briefings. Und Bundestagspräsidentin Klöckner von CDU verweist auf die hohen rechtlichen Hürden, die es gibt, wenn man eine Partei verbieten will. Auch Experten sind skeptisch:
Albrecht von Lucke, Politikwissenschaftler: "Das Grundproblem besteht natürlich aber darin, dass ein Verbotsverfahren auf der anderen Seite bedeuten würde, dass eine Partei verboten würde, die gegenwärtig von einer großen Anzahl von Menschen gewählt würde. Das ist natürlich aus Ausdruck von Demokratie."
Am Ende müsste das Bundesverfassungsgericht über ein mögliches AfD-Verbot entscheiden.