Ein paar Mal inhalieren, ein erster Rausch – bei Ali fing es scheinbar harmlos an. Doch schnell will er immer mehr und immer wieder. Er wird süchtig. Ali konsumiert damals täglich, meist heimlich.
„Irgendwann bin ich dann beim Sitzen eingeschlafen, habe Selbstgespräche geführt, habe gezuckt und sobald ich wieder wach war, habe ich noch eine Flasche genommen. Ich habe jeden Tag zwischen 600 bis 1.000 € dafür ausgegeben gehabt. Ich war besessen gewesen von dem Zeug. Früher oder später wäre ich entweder im Rollstuhl oder ich wäre tot.“
Lachgas – also Distickstoffmonoxid
nutzt man eigentlich für Sahne und in der Medizin. Dort hilft es, Schmerzen zu lindern – doch seit Jahren gilt Lachgas als begehrte Partydroge – jeder fünfte Jugendliche hat es schon mal probiert.
Ali kommt gar nicht mehr los – ohne Lachgas geht nichts mehr – bis er einen Autounfall verursacht.
„Vier, fünf Tage wach gewesen, Nonstop am Ballon blasen. Nonstop. Und irgendwann kann der Körper nicht mehr. Bin ich plötzlich am Steuer eingeschlafen? Ich habe den Aufprall nicht gemerkt.“
So wie Ali fahren immer wieder junge Leute unter Einfluss von Lachgas Auto. Es kommt zu Unfällen, sogar mit Todesfolge. Noch wird Lachgas als Unfallursache nur selten erfasst. Dabei – so zeigen Studien jetzt – bleibt der Stoff im Blut lange nachweisbar.
„Tatsächlich geht das über mehrere Stunden so, dass das tatsächlich auch bei Verkehrsdelikten eben entsprechend nachgewiesen werden kann.“
Die Lachgaskartuschen sind frei verkäuflich – im Kiosk, Internet oder Automaten – sie kosten zwischen 20 und 100 Euro.
Ab dem 12. April allerdings ist zumindest der Verkauf und der Besitz für Minderjährige bundesweit verboten. Der Automatenkauf wird generell tabu. In einigen Großstädten wie Köln oder Frankfurt gibt es das Gesetz schon seit einigen Monaten. Doch halten sich die Kioskbesitzer dran? Ben ist 17 Jahre alt und unser Testkäufer mit versteckter Kamera in Köln.
Die Partydroge ist extrem gefährlich, das weiß Ali genau: Er hat nach seinem Unfall aufgehört mit dem Lachgas. Sein Bruder fordert das komplette Verbot, doch bis es so weit ist, wird Ali von seinen dramatischen Erfahrungen erzählen, um so hoffentlich viele Menschen noch rechtzeitig zu warnen.