Tipps von Stark-Koch Nelson Müller: So werden Tiefkühl-Pommes im Ofen richtig knusprig
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Pommes und Crunch gehören zusammen wie Sommer und Sonne! Doch oft ist das Ergebnis bei Ofen-Pommes zu Hause nicht vergleichbar mit dem aus der Frittenbude. Dabei braucht es laut Star-Koch Nelson Müller gar nicht viel für den Ultimativen Crunch. Wir verraten euch die Tipps des Profis – damit nie wieder labbrige Tiefkühl-Pommes auf eurem Teller landen.
Mmmh … Pommes! Knusprig, kross – lecker. Für Viele sind das hier die besten Pommes im Ruhrgebiet. Wir sind in Waltrop nahe Dortmund. Zu Gast beim „Curry Heini“. Die wohl bekannteste Imbissbude der Stadt. Hier gibt’s alles, was das Imbiss-Herz höher schlagen lässt.
Seit 61 Jahren ist der Curry Heini eine Institution in Waltrop. In zweiter Generation führen Ludger und Anja Höver das Geschäft. Die Art der Pommeszubereitung ist seit Jahren die gleiche: „Frische Pommes, keine TK … die hier sind vorgebacken und wir geben denen den letzten Schliff.
Wichtig bei den Pommes: Wir nehmen die zehn Millimeter, da haben wir noch die Kartoffel innen drin.“
Frittiert werden die Pommes hier im geschmacksneutralen Palmfett. Wie lange sie im heißen Öl bleiben, schätzt Ludger Höver gekonnt ab. „Nach Gefühl ne. Nicht zu dunkel. Ist sonst auch manchmal ein Zeichen von altem Fett.“ Davon gehen hier täglich bis zu 60 Kilo über den Tresen.
Was kommt an die Pommes ran? „Nur Salz. Kein Pommessalz mit der Glutamatsscheiße. Da holt man sich ja eine Staublunge.“
Bekommt man den typischen Imbissbuden-Crunch auch zu Hause mit Tiefkühl-Pommes hin? Über 200.000 Tonnen verzehren wir Deutschen jährlich davon. Unsere Stichprobe: vier verschiedene TK-Produkte für den Ofen. Von günstig bis teuer. Wir vergleichen die jeweiligen Kilopreise. Im Check dabei: Die „123 Frites“ von Marktführer McCain. Preis pro Kilo: drei Euro
72. Das teuerste Produkt im Check. Günstiger sind die Discounter-Eigenmarken: Pro Kilo kosten die jeweils ein Euro 49. Die „Super feine Pommes“ von Lidls Harvest Basket und „Pommes Frites“ von Speisezeit – Aldi Süds Eigenmarke. Als viertes Produkt gehen die „REWE Bio - Pommes Frites“ mit einem Kilopreis von drei Euro 59 ins Rennen.
„Meine Erwartungshaltung an Tiefkühlpommes ist: knusprig, crunch, Knackigkeit, innen drin aber weich.“ Nelson Müllers Bewertungskriterien: der erste Eindruck, die Zutaten und der Geschmack. Für eine unvoreingenommene Beurteilung weiß er nicht, welche Marken er vergleicht. Der Check kann beginnen. Jetzt zählt der erste optische Eindruck. Zuerst bei
den Lidl-Fritten: „Bei A fällt mir direkt auf, im Vergleich beispielsweise zu B ist die
Schnittform etwas eine andere. Sie sind etwas dünner. Relativ hell die Pommes. Ordentliche, schöne klassische Pommes.“
„Bei B gleich auffällig etwas größere Schnittform. Dadurch finde ich persönlich auch direkt ein bisschen wertiger aus.“
Als nächstes: die Aldi-Pommes. „Wenn ich dann zu C gehe, sind wir noch ungleichmäßiger, noch
dünner im Grunde genommen, noch fragiler. Stellen, die nicht so sauber gearbeitet sind. Vor allem dann auch im Vergleich zu Produkt D, wo wir wirklich eine sehr schön sauber geschnittene, große belgische Pommes haben. Grundsätzlich kann man aber erst mal sagen, alles Pommes und ein bisschen wie im richtigen Leben. Also die Größe sagt nichts über die Qualität aus.“
Trotzdem: Ein Produkt spricht den Spitzenkoch am meisten an. „Da muss ich sagen, das ist ja wirklich eine Bilderbuchpommes. Die sehen ja wirklich aus wie gemalt, haben eine tolle Farbe. Da hat man sich besonders viel Mühe gegeben.“ Für Nelson Müller sind die Pommes von Rewe Bio seine persönlichen Favoriten in der ersten Kategorie.
Wie Tiefkühlpommes hergestellt werden, schauen wir uns beim Hersteller Aviko an. Frisch vom Feld kommen die Kartoffeln in die Fabrik. Bei der kurzen Eingangskontrolle werden erste Pommes testweise frittiert. Ist alles okay, werden die Kartoffeln geschält und bekommen ihre
eigentliche Pommes-Form. Jetzt werden sie vorgegart, gebacken und schließlich tiefgefroren.
Zum Schluss noch abwiegen, verpacken und ab in den Supermarkt.
Nelson Müller checkt jetzt die Zutatenlisten der Produkte. Große Überraschungen gibt es keine.
„Dreimal dürft ihr raten: Kartoffeln. Da gesellt sich Sonnenblumenöl dazu. Und einmal bei D – Dextrose. Was macht denn die Dextrose bei der Kartoffel? Wobei, das ist ein Hilfsmittel, Dextrose, eine Zuckerart, die dafür genutzt wird, dass das Ganze noch ein bisschen schöner bräunt.“
Dem Spitzenkoch fällt der einheitliche NutriScore der Produkte auf. „Überall bei A. NutriScore sagt nicht unbedingt etwas über die Gesundheit aus. Er vergleicht lediglich Produkte innerhalb ihrer eigenen Produktwelt.“
Einfache TK-Pommes sind letztlich Kartoffeln mit wenig Öl und daher nicht ungesund. Je nach Zubereitung und Salzmenge kann sich das ändern.
„Dann haben wir eine schöne Sache bei D: Hier kommen die Kartoffeln tatsächlich aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft.“ Der Spitzenkoch stellt fest: auch der Fettanteil ist bei allen ähnlich. „Wenn wir hier über Fett reden, wir reden von Pommes, das ist natürlich auch eine Zutat, die Spaß machen soll. Von daher kann man sagen: es ist relativ naturbelassen überall.“
Der Favorit des Spitzenkochs in der Kategorie „Zutaten“: Die REWE Bio Pommes Frites. Trotz Zusatz von Dextrose.
„So, wir gehen in die letzte Kategorie Geschmack und Zubereitung. Dafür muss man natürlich den Ofen anheizen.“ Bei der Zubereitung der Pommes gibt es ein paar Dinge zu beachten. „Also bei der Pommeszubereitung in der Fritteuse, auch im Ofen,müssen wir mit einer großen Hitze auch arbeiten. Weil es geht ja darum, eine Verkrustung zu erzeugen. Deshalb, wenn man jetzt da
mit einer zu niedrigen Temperatur rangehen würde, dann würde das ganze Ding fest werden, zäh werden und wir hätten keine richtige Verkrustung. Was auch wichtig ist: Die Pommes so ein bisschen auseinanderlegen, dass die Hitze eben auch wirklich gleichmäßig dran kommt.“
Bei Nelson Müller kommen die Pommes aus dem Ofen, frisch auf die Teller. Fehlt nur noch Salz.
„Was ich auch ganz schön finde ist, wenn man jetzt einen ganz kleinen Tropfen Fett nochmal dazugeben würde und diesen Frittiereffekt zumindest so ein bisschen nachmachen. Einmal
durchschwenken, schöne Sache.“
Endlich wird probiert: „Wir haben bei A eben dieses schöne Krosse, das Knackige, aber im Grunde ist es so ein bisschen das, was ich befürchtet habe, dass es dann hier und da manchmal ein bisschen zu kross ist. Bei B … sind Sie vorwiegend wieder weicher.“
Die Pommes von McCain: „Was ich dann fast ein bisschen angenehmer finde. Nicht so
crunchy wie A – ja, muss man ehrlicherweise sagen, aber die Größe ist ein bisschen stimmiger.“
Kommen wir zu C – das Aldi-Produkt. „Die Pommes ist so ein bisschen souffliert, dadurch haben wir eine schöne Kruste. Entweder hat man hier eine tolle Kartoffelsorte oder ein spezielles Verfahren. Ganz spannend.“
Weiter mit Rewe Bio: „Und dann die Pommes, die für mich am schönsten aussahen: D. Auch cross, nicht ganz so cross wie z. B. C, eher bisschen wie so ‚ne Country Potato. Aber wieder schön weich innen drin, die Stärke, die macht viel aus.“
In der finalen Kategorie Geschmack hat Nelson zwei Favoriten: Die Pommes von der Aldi Eigenmarke Speisezeit und erneut die Pommes Frites von Rewe Bio. Die sind auch der Gesamtsieger in Nelson Müllers Pommes-Check, haben ihn in allen drei Kategorien überzeugt.
Jetzt erfährt auch er, für welches Produkt er sich entschieden hat.
„Dann bin ich mal gespannt, was ihr mir da angedreht habt. Ah, Rewe Bio-Pommes. Ja, spannendes Ergebnis, am Ende kann man sagen alle sind eigentlich ihr Geld wert. Ich persönlich habe mich für die Bio-Pommes von Rewe entschieden.“
Jetzt soll Nelson alles einkaufen, was er braucht, um Fritten selbst zu machen. Die Preise werden später auf ein Kilo Pommes umgerechnet. Sein erster Griff: Die Bio-Kartoffel.
„So, ich hab jetzt hier ‚ne schöne Bio-Kartoffel. Ich nehme jetzt eine mehlig kochende, weil die nicht ganz perfekt ist. Und dieses nicht ganz perfekte sorgt für richtig geilen Crunch.“
Auch beim Öl entscheidet er sich für die teurere Bio-Variante: „Ein Sonnenblumen-Brat- und Backöl, was hoch erhitzbar ist. Für zu Hause ist natürlich ein herkömmliches Öl völlig in Ordnung.“
Der Einkauf ist komplett. „So zwei Produkte eine schnelle Nummer, auf geht’s zum Kochen…“
