Dieses Haus tanzt irgendwie aus der Reihe. Rund 60 Quadratmeter hat Familie Schmidt aus Dortmund auf ihr Reihenhaus gesetzt. Für sie ein Gewinn.
Sabrina Schmidt: „Es war bei uns einfach so, dass Räumlichkeiten fehlten. Wir haben drei Kinder und mein Mann arbeitet eben auch viel von zu Hause aus. Und ich auch. Das ist schon einfach irgendwo auch Lebensqualität für uns gewesen.“
2024 bekommen die Schmidts die Baugenehmigung von der Stadt Dortmund. Während der Bauarbeiten beschweren sich dann die Nachbarn. Für sie ist die Extra-Etage nicht rechtens. Sie klagen und gewinnen. Begründung des Gerichts: Das Haus darf in seiner Grundform nicht verändert werden. Aber da ist schon alles fertig.
Marwin und Sabrina Schmidt: „Wir haben das Gerichtsurteil nicht erwartet. Dann war natürlich bei uns erstmal totale Untergangsstimmung, weil dann ging natürlich bei uns das Kopfkino los. Wir haben dafür einen Kredit aufgenommen. Unser ganzes Geld steckt jetzt in dieser Immobilie drin. Was wäre, wenn wir das zurückbauen müssten? Auf unsere eigenen Kosten? Ich bin Familienvater von drei Kindern und habe im schlimmsten Fall eine Privatinsolvenz. Nur weil meine Nachbarn das nicht schön finden, was ich hier tue."
„Ich bin irgendwo enttäuscht, einfach auch von von meinen Nachbarn. Und es geht um wahnsinnig viel Geld. Nicht nur der Aufbau jetzt auch die ganzen Gerichtskosten. Es ist so viel Geld und wir haben drei Kinder und haben uns das hier alles schön ermöglicht Und wir wollen hier einfach nur in Frieden wohnen.“
Rund 200.000 Euro hat die junge Familie in die Bauarbeiten investiert. Trotz Genehmigung müssen sie die Etage im schlimmsten Fall wieder abreißen.
Arndt Kempgens, Rechtsanwalt aus Gelsenkirchen: „Das ist eine Falle in die viele tappen, die irgendwie ein Grundstück bebauen wollen. Die beantragen eine Baugenehmigung und meinen eigentlich damit ist alles in Ordnung, aber eigentlich bedeutet das nur, du darfst da bauen aus Sicht der Behörde. Ob da irgendwelche Nachbarrechte noch zu berücksichtigen sind, das muss der Bauherr dann selber machen.“
Marwin Schmidt: „Ich bin im Endeffekt davon ausgegangen, wenn ich mir eine Baugenehmigung einhole, die dann auch von der Stadt genehmigt wird, dass ich dann eine gewisse Rechtssicherheit habe.“
Wir fragen heute bei der Nachbarin nach. Ihr Mann hatte geklagt. Der ist mittlerweile in einem Pflegeheim.
Elisabeth Hemmrich wohnt seit 50 Jahren in dem Haus: „Ich weiß nicht, ob Sie sich mal darüber informiert haben, dass das nicht zulässig ist. Kennen Sie irgendeine Reihenhausgegend, wo aufgestockt werden durfte? Ein einzelnes Haus?"
"Jede Medaille hat zwei Seiten und deren Medaille verstehe ich auch. Aber ich habe meine Medaille."
Gemeinsam mit der Stadt Dortmund sind die Schmidts gegen das Urteil in Berufung gegangen. Der Fall wird wahrscheinlich am Oberverwaltungsgericht neu verhandelt. Die Familie hofft damit, dass ihr Haus weiter irgendwie aus der Reihe tanzen darf.