Tiere stehen oft zu eng

Kontrollen für's Tierwohl: Polizei stoppt LKW auf der A33

"Lebende Tiere" steht auf einem LKW bei einer Kontrolle der Polizei
"Lebende Tiere" steht auf einem LKW bei einer Kontrolle der Polizei
© RTL

26. Oktober 2021 - 17:50 Uhr

Kontrolle auf dem Rastplatz

Es ist eine mehrstündige Kontrolle von Tiertransporten auf der A33. Im Rahmen eines Seminars werden LKW aus dem Verkehr gezogen und überprüft. "Uns geht es darum, dass Tiere hier artgerecht gehalten werden und dass nicht zu viele Tiere zu eng transportiert werden", sagt uns Manfred Tapken vom Verkehrsdienst Osnabrück auf der Rastanlage am Teutoburger Wald. Zu enge Transportboxen seien oft ein Problem. Speziell bei Rindern, aber auch bei anderen Nutztieren. Bei Schweinen komme es auch dazu, dass die Tiere sich aufgrund des Platzmangels untereinander angreifen und so verletzen.

Zu enge Langerflächen sind oft das Problem

Von außen schauen die Kontrolleure in die Transportboxen, mit einer Leiter kommen sie auch an die oben liegenden Flächen. "Da müssen wir halt schauen, wie viele hat er dabei, wie groß sind die Gruppengrößen, wie schwer schätzen wir die Tiere und kommt er mit der Fläche und dem Gewicht, das er haben darf hin", erklärt uns Polizeihauptkommissar Frank Krämer. Zwei größere Sauen haben bei einem der Transporte nicht genügend Platz. Ein typischer Fehler, erklärt uns Tierarzt Alexander Ribitsch: "Der Fahrer hat sich an den Mastschweinen orientiert und nicht beachtet, dass da größere Tiere mit drin sind. Und die scheuern zum Teil, wenn sie einen Buckel machen an der oberen Laderaumbegrenzung." Und das kann zu offenen Wunden führen. Der Fahrer bekommt heute eine Anzeige. Da der kontrollierte LKW in 60 km den Schlachthof erreicht, darf er weiterfahren. Der restliche Transportweg zum Schlachter ist in diesem Fall schneller und damit tierfreundlicher, als eine mögliche Notentladung.

Schrammen, Abschürfungen und massive Blutergüsse

Bis auf einen Fahrer, der seine Fahrtzeiten überschritten hat, sind die Transporte heute größtenteils in Ordnung. Aber das kann auch ganz anders aussehen: "Es kommt vor, dass wirklich die Haut lädiert ist, dass es Schrammen, Abschürfungen und massive Blutergüsse gibt und dass der Druck bis auf die Knochen weitergegeben wird", erzählt Tierarzt Alexander Rabitsch. Es gäbe eine Menge Transporte, die seiner Meinung nach gar nicht durchgeführt werden dürften. "Der Fernstreckentransport nicht entwöhnter Kälber und Lämmer", meint der 64-Jährige. "Das sind Tierbabys, die hier nach Europa gebracht werden. Aus Deutschland, aus Österreich nach Spanien, aber auch aus Lettland oder dem Baltikum nach Spanien." Es würde oft versucht die Tiere auf der Fahrt mit Milchtränken zu versorgen, aber das sei schlichtweg nicht möglich, so Rabitsch. (mtu/ekl)