Gab's noch nie in Europa:

Warnung vor gefährlicher Laus in der Schweiz

Gefährliche Laus Ripersiella hibisci
Gefährliche Laus Ripersiella hibisci
© Bundesamt für Landwirtschaft der Schweiz

10. Juni 2021 - 10:40 Uhr

Durch sogenannte "Zylinderputzer" wurde die Laus bei unseren Nachbarn eingeschleppt

Wenn Sie zwischen März und Mai 2021 eine sogenannte Callistemon-Pflanze gekauft haben, sollten Sie jetzt hellhörig werden. Denn das Bundesamt für Landwirtschaft warnt vor einer neuen Lausart, die als besonders gefährlich eingestuft wird und durch die Zierpflanze von Italien in die Schweiz eingeschleppt wurde.

Auch der Eidgenössische Pflanzendienst bittet um Mithilfe

Pflanzenrückruf
"Zylinderputzer" sind von der Schmierlaus befallen.
© Bundesamt für Landwirtschaft der Schweiz

Das Landwirtschaftsministerium schreibt in einer Mitteilung: "Es gilt zu vermeiden, dass sich dieser neue und gefährliche Schadorganismus in der Schweiz etabliert und eine Gefahr für den produzierenden Gartenbau wird. Die Betriebe, welche befallene Pflanzen erhalten hatten, wurden bereits informiert. Rückmeldungen zeigen, dass die meisten der 50 importieren Callistemon-Pflanzen zwischen März und Mai 2021 an Privatpersonen verkauft wurden. Käuferinnen und Käufer von Callistemon-Pflanzen werden dazu aufgerufen, sich sofort beim Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst zu melden, um eine Ausbreitung des Organismus in der Schweiz zu verhindern." Es handelt sich um 50 Töpfe, die mit einem Pflanzenpass, der europäischen Flagge und der Prüfnummer IT-19-0327 versehen sind.

Auch andere Pflanzen in Gefahr

Prüfnummer IT-19-0327
Kontaktieren Sie bitte den Pflanzenschutzdienst, falls diese Pflanzenpassnummer auf ihrem Topf steht
© Copyright Bundesamt für Landwirtschaft der Schweiz

Die sogenannten "Ripersiella hibisci" können auch andere Pflanzen wie Hibiskus, Rhododendron, Ficus oder Oleander befallen. Nach dem Befall klammert sich die Schmierlaus an den Wurzeln der Pflanzen fest. Diese kann dann nicht mehr wachsen, die Blätter werden gelb, und die Pflanze stirbt. Bei einem großflächigen Befall könnte der Schädling eine echte Gefahr für den Gartenbau sein. Deshalb bittet das Bundesamt für Landwirtschaft sich beim Pflanzenschutzdienst zu melden, falls ein "Zylinderputzer" mit der entsprechenden Passnummer bei ihnen Zuhause steht.

In Deutschland ist offenbar noch kein Befall der Callistemon-Pflanze durch die Laus "Ripersiella hibisci" bekannt. Die Sprecherin der Landwirtschaftskammer NRW hat uns allerdings bestätigt, dass der Pflanzenschutzdienst auch hierzulande gerade regelmäßig Kontrollen auf "Zylinderputzern" durchführe, damit im Falle eines Pflanzenbefalls, eine Ausbreitung des Schädlings schnellstmöglich unterbunden werden könne.

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