Handliche Kamera mit großem Herz

So hat die "günstige" spiegellose Systemkamera Canon EOS R10 im Praxistest abgeschnitten

Die Canon EOS R10 im Alltagstest: Die kompakte Kamera liegt gut in der Hand
Die Canon EOS R10 im Alltagstest: Die kompakte Kamera liegt gut in der Hand.
Torsten Rabe

von Torsten Rabe

Bis vor ein paar Jahren war die Spiegelreflexkamera die Königin unter den Fotoapparaten. Doch der Thron wackelt seit einiger Zeit gewaltig. Spiegellose Systemkameras erobern den Markt. Der weltgrößte Kamerahersteller Canon hatte bislang nur Geräte am Markt, die schon rein preislich in den Profibereich gehören. Doch jetzt kommt mit der Canon EOS R10* ein Modell, das mit einem Preis um 1.000 Euro erschwinglicher ist. Wir haben gecheckt, was sie für dieses Geld bekommen und wie praxistauglich die Kamera ist.

Canon schließt eine wichtige Lücke bei den spiegellosen Systemkameras

Eine handliche und kompakte Kamera, die es aber ordentlich in sich hat
Eine handliche und kompakte Kamera, die es aber ordentlich in sich hat.
Torsten Rabe

Wer bei Canon eine spiegellose Systemkamera als Alternative zur Spiegelreflexkamera gesucht hat, konnte bislang nur auf die sehr kostspieligen Geräte wie die R6, die R5 oder die R3 zurückgreifen, die mit 3.000 bis 6.000 Euro ein gewaltiges Loch ins Budget reißen. Doch das ist jetzt anders: die „kleine“ EOS R10 ist da und die hat es wirklich in sich. Für ihre 1.000 Euro bekommt man eine Kamera, die in vielen Bereichen mit den „großen“ Brüdern locker mithalten kann.

Viel Technik von den großen Brüdern übernommen

Im Vergleich: Links Canon EOS R 10 rechts Canon EOS 700 D
Im Vergleich: Links Canon EOS R10, rechts Canon EOS 700 D bei ISO 6.400 (Objektiv Canon 24 - 70mm 1:2.8 USM L) . Man kann recht deutlich sehen, dass das linke Bild bei gleichen Aufnahmeparametern weniger Körnung aufweist.
Torsten Rabe, RTL

So hat die R10 den DIGIC X- Prozessor verbaut. Der sorgt auch beim Top-Model R3 für Tempo. Als Sensor verwendet die R10 das APS-C-Format mit 24 Megapixeln. Diese Kombination bietet dem Fotografen vielfältige Möglichkeiten sich kreativ auszuleben. Besonders bei schlechteren Lichtverhältnissen zeigt die R10 was sie kann. Wenn man beispielsweise die Lichtempfindlichkeit – den sogenannten ISO-Wert – auf 6.400 einstellt, zeigt das entstandene Bild nur sehr wenig „Körnung“. Bei älteren Kameras tritt diese Effekt bei gleicher Einstellung viel deutlicher zutage.

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Der Autofokus ist ein ausgesprochen flotter Mitspieler

Der Autofokus der R10 ist flott unterwegs und liefert knackscharfe Fotos
Der Autofokus der R10 ist flott unterwegs und liefert knackscharfe Fotos.
Torsten Rabe

Ein weiterer wichtiger Mitspieler beim Fotografieren ist der Autofokus. Bei der EOS R10 ist dieser ein ausgesprochen flotter Stürmer, der sein Ziel sehr genau trifft. Außerdem erkennt das System Menschen und Tiere und stellt hier automatisch auf die Augen scharf. Das Ganze funktioniert auch problemlos, wenn das Objekt der fotografischen Begierde in Bewegung ist. Die Kamera setzt den Fokus dahin, wo er hingehört und liefert gestochen scharfe Bilder. Und dieser schnelle und genaue Autofokus steht dem Benutzer auch im Videomodus zur Verfügung. Apropos schnell: In Sachen Schnelligkeit schießt die R10 im Bereich Serienaufnahmen im wahrsten Sinne des Wortes den Vogel ab: Mit 15 Bildern pro Sekunde, erreicht die Kamera Werte, die sonst eigentlich nur im Profibereich zu finden sind. Ebenso überzeugend sind die zahlreichen Möglichkeiten die Kamera an individuelle Bedürfnisse anzupassen – egal ob Anfänger oder ambitionierter Hobbyfotograf. Die Liste der einzelnen Einstellmöglichkeiten und Optionen, die das Fotografieren und Filmen leichter und besser machen, ist sehr lang und würde den Rahmen hier in jedem Fall sprengen.

Wiegt wenig und liegt gut in der Hand

Auch mit einem großen und schweren Objektiv (Canon EF 16 - 35 mm 1:2.8 L II) liegt die Canon R 10 gut in der Hand
Auch mit einem großen und schweren Objektiv (Canon EF 16 - 35 mm 1:2.8 L II) liegt die Kamera gut in der Hand.
Torsten Rabe

Der Body der EOS R10 liegt gut in der Hand und fühlt sich ausgesprochen wertig an. Und auch wenn die Anordnung der Bedienelemente etwas anders ist als bei den Spiegelreflexkameras, fühlt man sich als Canon-Benutzer gleich irgendwie zu Hause. Die Umstellung an das „neue“ Setup fällt angenehm leicht. Knöpfe, Bedienräder und Joystick lassen sich ohne Probleme bedienen. Dazu ist die Kamera vergleichsweise leicht. Gerade mal etwas mehr als 400 Gramm bringt die R10 mit Akku auf die Waage. Im Vergleich dazu muss der Fotograf z. B. bei der Canon EOS 700D schon 580 Gramm mitnehmen oder sogar fast ein Kilo bei der große EOS 5D Mark III. Und wer schon mal einen langen Fototag lang die Kamera auf der Schulter hatte, ist dankbar für jedes Gramm weniger. Der verwendete Akku (1.040 mAh), der die Kamera mit dem nötigen Saft versorgt, sollte für die meisten Anwendungen ausreichen. Wer aber für einen längeren Fototag gerüstet sein möchte, sollte sich auf jeden Fall mit einem Ersatzakku versorgen. Die Akkus selber können über den USB-C-Anschluss geladen werden bzw. die Kamera kann direkt über den USB-Anschluss mit Strom versorgt werden.

Die Wahl der richtigen Objektive

Die R10 kommt dank des Adapters auch mit EF und ES-Objektiven problemlos aus
Die R10 kommt dank des Adapters auch mit EF und ES-Objektiven problemlos aus.
Torsten Rabe

Eines haben die Systemkameras mit den Spiegelreflexkameras gemeinsam: Ohne Objektive geht hier rein gar nichts. Die EOS R10 benutzt das bewährte EOS-R-Bajonett und kann damit alle Objektive der RF-Serie aufnehmen. Für Neueinsteiger ist das kein Problem. Sie kaufen sich einfach das passende Objektiv zum Bajonett und gut. Doch wie sieht es aus für Umsteiger, die schon das eine oder andere „Lieblingsobjektiv“ aus der Spiegelreflexzeit im Schrank stehen haben? Die Antwort ist simpel: einfach die „alten“ Objektive weiter benutzen. Es braucht lediglich den Canon EOS R Adapter. Wir haben im Test keine Objektive aus der RF-Serie im Einsatz, sondern haben im gesamten Test mit verschiedenen Canon EF-Linsen und auch Fremdhersteller-Objektiven gearbeitet. Es gab keine Probleme damit. Alle Objektive haben einwandfrei funktioniert.

Fazit: Eine gute Einsteigerkamera, mit der man lange Freude hat

Die Canon EOS R 10 machet auch im Automatikmodus sehr ordentliche Bilder
Die Canon EOS R10 macht auch im Automatikmodus sehr ordentliche Bilder.

Wer darüber nachdenkt sich eine Systemkamera zu kaufen oder wer seinen Umstieg plant und nicht gleich mehrere tausend Euros investieren möchte, ist bei der Canon EOS R10 gut aufgehoben. Die Bedienung ist sehr einfach und unkompliziert. Wer sich nicht tief in die Geheimnisse des Fotografierens einarbeiten will, kann mit den Automatikprogrammen sofort loslegen und bekommt sehr ordentliche Fotos. Wer mit höheren Ansprüchen ans Werk geht, dem liefert das Gerät viele Möglichkeiten sich kreativ auszuleben, die sonst erst bei Kameras im professionellen Bereich zu finden sind. Durch die kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht, ist sie auch eine gute Reisebegleitung. Einzig der für unseren Geschmack zu klein geratene Sucher wäre ein Kritikpunkt. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Die wichtigsten technischen Daten

Die Canon EOS R 10 kommt mit dem bewährten APS-C Sensor aus
Die Canon EOS R 10 kommt mit dem bewährten APS-C Sensor aus.
Torsten Rabe
  • Größe: 122,5 x 87,8 x 83,4 mm
  • Gewicht: 429 g mit Akku und Speicherkarte
  • Sensor: APS-C 14,9 x 22,3 mm
  • Prozessor: DIGIC X Prozessor
  • Auflösung: 24,2 Megapixel (6.000 x 4.000 Pixel)

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