Gesundheitslexikon: Verapamil

29. November 2018 - 15:54 Uhr

Verapamil – das Herz-Kreislauf-Medikament

Zumeist in Tablettenform verabreicht, ist der Wirkstoff Verapamil besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Mittel der Wahl. Der apothekenpflichtige Stoff erfüllt wichtige Aufgaben bei der Behandlung von Krankheiten des Herzens: Die gefäßerweiternde Wirkung und der Einfluss auf die Abläufe im Herzmuskel prädestinieren den Wirkstoff für diesen Einsatzbereich. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten allerdings immer Beachtung finden.

Was ist Verapamil?

Bei Verapamil handelt es sich um einen medizinischen Wirkstoff, der besonders bei der Behandlung von Herzkrankheiten zum Einsatz kommt. Die Aufnahme des Mittels erfolgt in der Regel oral, in Form von Tabletten. Im Darm zersetzt, gelangt der Wirkstoff fast in Gänze in das Blut des Patienten. Es erfolgt ein sofortiger und schneller Um- sowie Abbau des Wirkstoffs in der Leber. Dabei entstehende Abbauprodukte werden in der Folge über die Nieren ausgeschieden. Bekannt ist Verapamil seit den 1960er Jahren. Heutzutage wird es aufgrund seiner Wirkungsweise als eines der wichtigsten Mittel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen angesehen.

Wie wirkt Verapamil?

Um den Körper mit Blut zu versorgen, muss der Herzmuskel in gleichmäßigen Abständen erregt werden. Hierbei kommt es zwischendurch immer wieder zu Rückbildungen dieser Erregung. Geregelt wird dieser Prozess unter anderem durch Teilchen, die über Ionenkanäle im Herzen gesteuert werden. Kommt es zu einer Störung dieses Verfahrens, liegen sogenannte Herzrhythmusstörungen vor. Hieraus können im schlimmsten Falle Durchblutungsstörungen im Körper folgen. Verapamil blockiert bestimmte Teile dieser Ionenkanäle und verhindert somit eine Übererregung des Herzens. Daraus resultiert eine normale Herzfrequenz. Darüber hinaus wirkt Verapamil gefäßerweiternd, was die Durchblutung des Herzens zusätzlich positiv beeinflusst. Bluthochdruck kann deshalb ebenfalls mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Anwendungsgebiete von Verapamil

Die dargestellte Wirkungsweise lässt den Wirkstoff besonders für Herz-Kreislauf-Erkrankungen interessant erscheinen. Herzrhythmusstörungen, die koronare Herzkrankheit und Bluthochdruck werden regelmäßig mit Verapamil behandelt. Die Dosierung des Wirkstoffs übersteigt hierbei im Normalfall allerdings nicht 240 bis 360 mg pro Tag. Geringere Dosen werden bei Kindern, Jugendlichen und Patienten angewandt, die unter einer Leberfunktionsstörung leiden. Bei der Behandlung mit Verapamil muss besonders auf die langsame Anpassung der Dosis geachtet werden, da ansonsten die Gefahr eines schnellen Blutdruckabfalls besteht. Dies liegt in der schnellen und starken Gefäßerweiterung begründet. Ebenso das Absetzen des Stoffes muss schrittweise erfolgen. Verapamil ist verschreibungspflichtig und nur in Apotheken erhältlich.

Das müssen Sie bei der Einnahme beachten

Der Wirkstoff kann mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einhergehen. So kann es bei einem bis zehn Patienten zu Kopfschmerzen und Schwindel kommen. Allerdings sind auch Gesichtsrötungen und geschwollene Knöchel möglich. Seltener sind Erregungsweiterleitungsstörungen am Herzen, Verstopfung und Hautreaktionen denkbar. Auch Zahnfleischwucherungen können vorkommen, wenn auch selten. Verboten ist die Einnahme für Patienten, die in den letzten acht Wochen einen Herzinfarkt erlitten haben. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können den Effekt des Wirkstoffs verstärken oder mindern. Mittel gegen Pilzerkrankungen, verschiedene Antibiotika und Blutdruckmedikamente verstärken den Effekt oft. Phenytoin und Johanniskraut hingegen können es mindern. Auch Alkohol hat Einfluss auf die Wirkung des Stoffs. Die Teilnahme am Straßenverkehr während der Einnahme von Verapamil sollte mit dem Arzt abgesprochen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.