Harte Worte zu Boris-Becker-Urteil Oliver Pocher hatte keine Zweifel


Oliver Pocher: "Jetzt aktuell ist er am absoluten Tiefpunkt."

Klare und harte Worte von Oliver Pocher. Doch dass er und Boris Becker nicht das beste Verhältnis zueinander haben, ist bekannt. Seit 2008 herrscht immer wieder dicke Luft zwischen den beiden.

Oliver Pocher: "Es ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die irgendwann darauf hinausgelaufen sind. Und dieser Prozess - also mich hat das auch gewundert, dass er wirklich am Freitag sehr viele Leute (Presse vor Ort, selbst Lilly) ganz viele davon überzeugt wurden, dass er nicht verurteilt wird. Ich hab das genau umgekehrt gesehen, weil ich hab diese Richterin und die Urteilssprüche dieser Richterin gesehen, verfolgt, auch wie der Prozess gelaufen ist, und es gab für mich gar keine Chance, dass der eigentlich nicht ins Gefängnis kommt."

Andere dagegen sind auch einige Tage nach dem Urteil noch fassungslos. Boris Beckers Weggefährte und alter Trainer Günther Bosch etwa, der keinen Kontakt mehr zu Becker hat.

Günther Bosch: "Also ich war mir bis zum letzten Augenblick sicher, dass es irgendeine mildere Entscheidung geben wird - eine Geldstrafe oder irgendeine andere Strafe, aber nicht Gefängnis. Ich konnte das Wort - auch jetzt bleibt mir dieses Wort "Gefängnis" im Hals stecken. Ich kann das einfach nicht akzeptieren, dass ein Boris Becker im Gefängnis sitzt."

Doch das muss er jetzt. Hier, womöglich in genau so einem Raum im E-Trakt des Londoner Wandsworth Prison warten Neuhäftlinge nach der Leibesvisitation darauf, in ihre Zelle geführt zu werden. All das sind Originalaufnahmen. Das zweitgrößte Gefängnis Großbritanniens ist auch wegen seiner Brutalität berüchtigt.

Ulrich Oppold: "Verbale Auseinandersetzungen enden schnell blutig, denn die drogenabhängigen Häftlinge sind besonders aggressiv und gefährlich."

Becker, der wegen Insolvenzverschleppung zu 2,5 Jahren verurteilt ist, muss da drin vorsichtig sein. Viele fühlen aktuell mit dem gefallenen Superstar mit - auch sein Ex-Trainer.

Günther Bosch: "Ich war so traurig - um ihn so traurig."

Doch es gibt sicher auch einige, die es so nüchtern wie Oliver Pocher betrachten.

Oliver Pocher: "Bis zu sieben Jahren wäre möglich. Und die Richterin wird sich gesagt haben: Guck mal, wenn ich die Hälfte mache, ist 3,5 - jetzt rechne ich nochmal ein bisschen was an.. 2,5.. 1,5 muss er davon gut absitzen oder etwas über einem Jahr und dann kommt er raus."

Nicht ausgeschlossen, dass es so läuft. Auch unser Reporter weiß: Boris Becker darf tatsächlich auf eine frühere Entlassung hoffen.

Ulrich Oppold: "Weil die Gefängnisse überbelegt sind, kann es sein, dass Boris Becker hier vielleicht schon nach einigen Wochen rauskommt, in den offenen Strafvollzug verlegt wird. Und nach einem Jahr dann vielleicht sogar schon mit einer elektronischen Fußfessel auf Bewährung freigelassen wird."

Wie es Boris Becker im Gefängnis aktuell geht, ist nicht bekannt. Doch dieser Gedanke daran, früher rauszukommen, dürfte den Mann, der schon so viele Krisen überstanden hat, wohl aktuell antreiben.
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