Das kurze Gespräch mit dem Chef, der schnelle Blick auf die Büro-Emails. Tagsüber kein Ding. Nur nach Feierabend geht’s bei den meisten genauso weiter. Laut Umfrage sind auch in der Freizeit etwa im Urlaub 66 Prozent der deutsche dienstlich erreichbar. Bei den 50 bis 64-Jährigen sogar 73 Prozent. Oft, weil der Chef es erwartet. Nicht jeder leidet darunter, viele aber schon.
„Die typischen Reaktionen, wenn das wirklich zu viel wird, sind Konzentrationsstörungen möglicherweise eine Folge von schlechterem Schlaf oder zum Beispiel Gedächtnisprobleme“, sagt Arbeitspsychologe Prof. Dr. Dirk Windemuth.
In Australien gilt ab heute das Recht auf Abschalten. In Frankreich müssen bereits seit sieben Jahren Arbeitnehmer nach Feierabend nicht mehr erreichbar sein. Und bei uns?
„Grundsätzlich gilt in der Freizeit das gleiche wie im Urlaub: Man muss sein Handy nicht auf Bereitschaft haben“ – außer man habe Bereitschaftsdienst, der zusätzlich vergütet wird, sagt Rechtsanwalt Arndt Kempgens. Oder die Erreichbarkeit ist in einer Betriebsvereinbarung festgelegt. Ansonsten: Wer will, kann das Handy einfach wegstecken – ist ja schließlich Feierabend.