Ob es der Urlaub am Meer ist oder der Besuch im Restaurant. Im Alter braucht man ein finanzielles Polster. Und dafür wollte er 2002 mit einer Zusatzrente sorgen. Walter Riester, SPD, Arbeitsminister unter Gerhard Schröder: „Die Riester Rente, das ist nun wirklich ernsthaft, ist ein Jahrhundertprojekt. Trotz des einen oder anderen Mangels, der noch da ist“, sagte der damalige Kanzler. Doch über 20 Jahre später sind die Mängel längst nicht behoben. Viereinhalb Millionen Riesterkunden haben deshalb den Vertrag wieder gekündigt.
Die Zusatzrente ist oft enttäuschend klein. Verdient haben vor allem die Versicherer. Deren Provision kann ein Viertel der eingezahlten Beträge ausmachen. Trotzdem Kündigen ist keine gute Idee. „Wenn man kündigt, dann will der Staat seine Steuervorteile zurück und auch die staatliche Förderung“, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. Dann sind vom gesparten Geld schnell ein paar 1.000 Euro weg.
Besser ist es, den Vertrag beitragsfrei zu stellen, also nicht weiter einzuzahlen. Was schon im Topf drin ist, bleibt dann auch drin. „Ich habe in jedem Fall eine Mini-Rendite, mindestens. Das kann an der Stelle gar nicht schiefgehen und schon von daher ist es für die meisten in den meisten Fällen ratsam, selbst wenn der Vertrag nicht gut ist, zu sagen, ich stelle den beitragsfrei“, sagt Tenhagen.
Nur wer viele Kinder hat, sollte genau nachrechnen, denn der Staat fördert jedes Kind mit 300 Euro jährlich. Alle anderen schauen besser, wo ihr Geld mehr bringen könnte, damit es für die kleinen Extras im Alter noch reicht.