Auf der Kinderintensivstation am Deutschen Herzzentrum der Berliner Charite kann jeder Fehler tödlich sein. Mit diesem Druck muss Isabell Jasser als Intensivkrankenschwester täglich umgehen, muss den Zustand jedes ihrer Schützlinge kennen, oft noch Auszubildende anlernen. Alles unter Zeitdruck.
„Dann kommen auch schon wieder die neuen OPs, dann kommen auch Notfälle immer wieder, die versorgt werden möchten oder versorgt werden müssen. Da bleibt oft keine Zeit, was zu trinken, Pause zu machen, mal durchzuatmen“, sagt Isabell Jasser.
Für ihre Arbeit bekommt sie monatlich 3.900 € brutto und liegt damit im Mittelfeld des Gehaltsrankings „Was verdient Deutschland?“. Im ersten Teil haben 25 Menschen über ihre Gehälter gesprochen, unter anderem ein Assistenzarzt, der 6.900 € bekommt, und ein DHL-Bote, der mit knapp 3.000 € auskommen muss. Geld: in Deutschland noch immer ein Thema, das viele lieber umschiffen.
Vor allem dann, wenn man für viel Arbeit nur wenig Geld bekommt. Aber wie kann man bemessen, ob man fair bezahlt wird?
„Wie lang ist die Arbeitszeit? Wie hoch sind die Anforderungen? Wie hoch ist die Verantwortung? Was sind die Arbeitsbedingungen, die Belastung? Und dann schaut man als absolute Grenze normalerweise auch darauf: Kann ich davon leben?“, sagt Arbeitsmarktexperte Enzo Weber.
Rene Saarberg kann von seiner Arbeit leben, wenn auch nicht auf großem Fuß. 2.240 € brutto verdient er als Gebäudereiniger, netto landen bei ihm um die 1.600 €. Zusammen mit der Teilzeitstelle seiner Frau und Kindergeld haben sie monatlich 3.000 € für Miete, Essen und alles andere.
„Würden Sie sagen, Geld macht glücklich?“, fragt Reporter Stefan Uhl Familie Saarberg. „Nicht unbedingt. Also zwischendurch Ja, sage ich mal so, aber es muss nicht unbedingt.“
Das würde Partysänger Jürgen Milski bestätigen. Die Zeit nach seiner Teilnahme an Big Brother vor 24 Jahren bezeichnet er heute als unglücklichste Zeit seines Lebens. Überall Fans, keine Privatsphäre. Dabei hätte er, der vorher bei Ford monatlich 3000 DM verdient hat, das schnelle Geld machen können.
„Ich hätte nur unten unterschreiben müssen und wäre mit einem Schlag D-Mark-Millionär gewesen. Also 500.000 € hätte mir das gebracht. Und ich habe ja damals kein Geld gehabt. Aber mein glückliches Leben war mir mehr wert, wie dieses Geld“, sagt Milski.
So ganz hat er seine Felle dann doch nicht davonschwimmen lassen, ist eine Art Reality-TV-Schlagerstar und hat damit in den vergangenen zehn Jahren pro Monat 23.500 € verdient. Und das muss ihm erst mal einer nachmachen.