Bestellen, anprobieren -- und was nicht gefällt oder passt, einfach zurückschicken. Macht doch fast jeder, oder?
"Ich bestelle nur noch da, wo ich ungefähr weiß, was mir passt. Und dann bestelle ich auch die Größe. Und wenn sie nicht passt, schicke ich es zurück", sagt eine Passantin. Eine Andere kennt das Problem auch: "Mein größtes Problem ist eigentlich, dass ich aufgrund meiner Größe häufig was zurückschicken muss, weil es zu kurz ist und nicht passt."
Fast jeder Zweite in Deutschland schickt mindestens einmal pro Monat Ware zurück. Insgesamt sind das 530 Millionen Rücksendungen im Jahr. Die meisten Kleidungs-Retouren werden aufgearbeitet und wieder verkauft. Doch bei sehr günstigen Artikeln lohnt sich das für Händler oft nicht.
"Das sind dann tatsächlich auch die Waren, die vernichtet werden, von denen man immer wieder liest, dass sie entweder verbrannt oder verklappt werden auf irgendwelchen Deponien", sagt Einzelhandelsexperte Jörg Funder.
Dazu kommt der logistische Mehraufwand bei den Retouren: Jede Rücksendung kostet den Händler im Schnitt zwischen 10 und 20 Euro. Genau deshalb führen immer mehr eine Rücksende-Gebühr ein. Beim Modehändler H&M zahlen Kunden ohne Mitgliedschaft 1,99 Euro, bei Zara werden grundsätzlich 2,95 Euro fällig. Wer bei Asos besonders viel zurückschickt, zahlt sogar 3,95 Euro pro Retoure. Bei Otto und Zalando sind Rücksendungen noch kostenlos.
"Man kann davon ausgehen, dass diese kostenpflichtigen Retouren mittelfristig gang und gäbe werden, sofern sie es heute nicht sogar schon sind", sagt Funder.
Um Rücksendungen zu vermeiden, helfen jetzt schon Algorithmen und KI. So schlagen viele Online-Händler ihren Kunden direkt Kleidung und Schuhe vor, die zu Größe und Vorlieben passen.