Es geht um vier Schüler. Vier Schüler, die hier ihre Regeln durchsetzen wollten.
Frauen sollen Kopftuch tragen. Jungen und Mädchen getrennt werden. Im Klassenzimmer und beim Schwimmunterricht.vAußerdem forderten sie Gebetsräume und freitags früher Unterrichtsschluss, damit sie beten können. Zudem sollen sie den Lehrern erzählt haben, dass sie die Demokratie ablehnen!
Ein großes Thema an der Schule: Dieser 18-Jährige äußert sich anonym vor unserer Kamera.
"Man hat seine Religion, aber Religion ist ja auch etwas Privates, was man zu Hause ausübt. Oder in der Kirche Moschee, wo auch immer man sich dann im Gotteshaus wohler fühlt. Und in der Schule, das ist ja erst mal kein Ort." (O-Ton Schüler)
Die Schulleitung habe sofort reagiert und hart durchgegriffen, erzählt uns der Schüler weiter.
Die haben die Sitzordnung angepasst an die zwölfte Klasse, dass Jungs und Mädchen nebeneinander sitzen müssen und sich nicht auftrennen können. Genauso wurden auch teilweise Patrouillen von den Lehrern gemacht, um zu schauen, ob irgendwelche Schüler in den Gebäuden beten würden. Besorgniserregend! - sagt die deutsche Bundespolizeigewerkschaft. Hier hätten - Zitat - die Verfassungsfeinde ihren Nachwuchs in die Spur geschickt.
„Eines ist klar: Man wird ja nicht morgens wach und hat auf einmal religiös extremistisches Gedankengut in sich. Sondern das wird natürlich über Generationen hinweg auch in den Familien eingeprägt und auch auferzogen. Und dementsprechend ist es kein Geheimnis, dass eben auch radikale Kräfte und Islamisten großes Interesse daran haben, ihren Nachwuchs dahingehend zu erziehen und dann im wahrsten Sinne des Wortes auch in ihrer Ideologie in die Spur zu schicken." ( Manuel Ostermann, Bundespolizeigewerkschaft)
Schüler, die sich als islamische Religionspolizei aufspielen - und anderen vorschreiben wollen, was sie zu tragen haben: Das alarmiert auch den Innenminister Nordrhein-Westfalens:
„Ich finde, das muss einen sehr unruhig machen, wach machen, nachdenklich machen. Wir beobachten ja seit geraumer Zeit, dass bei der jungen Generation eine hohe Anfälligkeit für solche radikalen islamistischen Töne und Sprüche sind. Aber das ist jetzt in der Schule so aufbricht, ist schon gravierend." (NRW-Innenminister Herbert Reul)
Solche Vorfälle - Keine Einzelfälle. Der Anteil an Schülern mit muslimischen Hintergrund steigt und damit auch der Anteil an Schülern, die eine strenge Auslegung des Korans fordern. Das zumindest hat der Verband Bildung und Erziehung Nordrhein-Westfalen beobachtet.
„Weil die Schulen sind ein Spiegel der Gesellschaft und wir haben eine Zuwanderung aus ganz vielen verschiedenen Ländern, die den Koran auch unterschiedlich leben und auslegen. Und wenn sie dann Menschen aus unterschiedlichen Ländern haben, mit unterschiedlichen Vorstellungen über den Glauben, dann ist das in Schulen Thema." (Klaus Köther, Verband Bildung und Erziehung NRW)
Ob die Vorfälle strafrechtlich relevant sind, das ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.