Für Teresa und Ulrich ist dieser Tag nicht einfach. Denn sie müssen vor dem Landgericht Würzburg der Frau gegenübertreten, die ihren damals 1-jährigen Sohn schwer misshandelt haben soll.
Es ist unerträglich Es wird zu einer Konfrontation kommen . Wir haben die beiden seitdem nicht mehr gesehen . Das heißt , heute wird es einen Zusammenstoß geben und wir sind gespannt . Aber gut vorbereitet.
Denn die beiden wollen Antworten. Wollen wissen, was mit ihrem Sohn passiert ist und wieso in der Kita so lange niemand eingeschritten ist.
Teresa und Ulrich ahnen nichts, als sie ihren Sohn an jenem Tag aus dieser Kita in Greußenheim bei Würzburg abholen. Was ihnen jedoch auffällt, ist eine große Beule am Kopf ihres Kindes.
Ihr Kind habe sich beim Spielen den Kopf gestoßen, heißt es. Eine Aussage, der die Eltern glauben.
Es hat den Anschein gemacht , als wäre das Kind in sehr guten Händen und an dem besagten Tag , bei dem es in unserem Fall geht , wurden wir nicht angerufen , dass wir unser Kind früher abholen.
Man kennt unser Kind , es ist sehr aktiv und daheim fällt es auch oft hin, hat blaue Flecken und hin und her . Da denkt man gar nicht dran , wenn man blaue Flecke sieht, war das jetzt in der Kita? Also für mich war es absolut undenkbar , dass du irgendwas überhaupt von Erzieher Seite gekommen ist.
Eine, die zu dem Zeitpunkt schon bescheid weiß, ist sie: Stephanie N. Die Gruppenleiterin in der Kita, die ebenfalls auf der Anklagebank sitzt. Obwohl sie die Misshandlungen durch Anna-Lena S. mitbekommen haben will, schweigt sie zunächst. Ein verantwortungsloses Verhalten finden Teresa und Ulrich.
Man denkt sich ja , das kann erst mal gar nicht sein . Und zweitens , wenn man so was kommuniziert hätte , hätte man ja sofort was dagegen unternehmen können.
Monate später meldet Stephanie N. ihre Kollegin schließlich bei der Kita-Leitung und erhält von ihren Beobachtungen. Das monatelange Zögern, ein Grund warum sie ebenfalls auf der Anklagebank ist. Im Prozess selbst entschkzudigt sie sich dafür, nicht eingeschritten zu sein.Insgesamt vier Kinder im Alter zwischen 18 Monaten und drei Jahren sollen Opfer von Anna-Lena S. vermeintlichen Misshandlungen geworden sein. Deshalb steht die 30-jährige jetzt vor Gericht.
Das reicht von relativ milden Tat . Vorwürfen wie dergestalt , dass sie die Kinder relativ hart angefasst und hart auf den Boden gesetzt haben soll bis zu dem schwersten Vorwurf , wonach ein Kind aus einer Höhe von etwa einem Meter aus einem Stockbett gezogen worden sein soll und mit dem Kopf auf den Fußboden knallte .
Der Sohn von Teresa und Ulrich verletzt sich dabei schwer, die Beule sogar lebensgefährlich für das Kleinkind. Aber warum geht man so mit schutzlosen Kindern so um? Der vermeintliche Grund macht sprachlos:
das Motiv könnte verschmähte Liebe sein . Das zumindest , sagt die Gruppenleiterin . Annalena , habe die Kinder immer besonders grob behandelt , wenn sie von ihrer Kollegin abgewiesen wurde . Die Erzieherin selbst bestreitet das . Sie sagt , sie stehe eigentlich auf Männer .
Anna-Lena S. spielt ihr grobes Verhalten bei Gericht runter. Das aufeinandertreffen im Gerichtsaal war für teresa und ulrich alles andere als einfach.
Das war schrecklich . Das hat alles aufgewühlt . Und sehr , sehr anstrengend.
Im Falle einer Verurteilung erwartet Anna-Lena S. unter anderem wegen Misshandlung und schwerer Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Ihre Kollegin Stephanie N. muss sich dem Vorwurf der Unterlassung stellen. Das Urteil soll im Juni fallen.