Es ist der Albtraum jeder Frau. Das eigene Gesicht taucht unfreiwillig in Schmuddelfilmen auf: „Boah, da hat einfach jemand mein Gesicht genommen. Aber das ist nicht mein Körper und das bin nicht ich. Das ist krass.“
Wir treffen Youtuberin Lena vor rund zwei Jahren. Durch die Recherchen unserer Reporterin erfährt sie damals: IHR Gesicht wird offenbar für Pornos missbraucht. „Boah, das kannte ich nicht. Ich wünschte, ich würde es immer noch nicht kennen. Aber das ist krass.“
Das Erschreckende: Es ist kinderleicht, solche Fotos und Videos per KI zu erstellen. „Das kann eine generische App sein, die ich runtergeladen habe, die eventuell sogar in irgendwelchen App Stores angeboten wird, was nicht der Fall sein sollte in diesem hochsensiblen Bereich.“
Und: solche Deepfakes herzustellen ist bisher in Deutschland nicht per se strafbar: „Das wird dann strafbar, wenn man das in die Öffentlichkeit stellt. Das kann dann eben Beleidigung sein, auf sexueller Ebene. Üble Nachrede, weil da wird ja sozusagen etwas dargestellt, was als realistisch dargestellt wird, was aber in Wirklichkeit nie stattgefunden hat.“
Trotzdem kann es auch dafür eine Freiheitsstrafe geben - gerade WENN das Opfer massiv darunter leidet. Opferschutz-Organisationen geht das dennoch nicht weit genug: „Vor allem setzen wir uns dafür ein, dass nicht erst dann, wenn es im Internet hochgeladen und verbreitet wird. Da ist ja das Kind schon in den Brunnen gefallen eine Straftat vorliegt, sondern schon dann, wenn das Bildmaterial erstellt wird.“
Auch Collien Fernandes setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Täter härter bestraft werden - denn auch sie ist Opfer von so genannten Deep Fakes - laut ihrer Aussage durch ihren eigenen Ehemann. Im Januar sagt sie uns: „Ich finde, das geht gar nicht, dass dieses Instrument so möglich ist, dass man Frauen damit digital sexuell missbraucht. Und in Deutschland? Man muss ja sagen, andere Länder gehen anders damit um, zumindest aktuell noch sehr gut damit durchkommt.“
Immerhin: Die Bundesjustizministerin plant, da nachzubessern. UND: auch Onlineplattformen sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Damit Betroffene keine Angst mehr haben müssen, solche Videos von sich im Netz zu sehen.