Seine Krankheit zwang ihn damals zum Aus: Zwei Jahre nach „Let’s Dance” zieht Tony Bauer ohne Rucksack los
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Comedian Tony Bauer ist auf Tour. Was das für den schwerkranken Entertainer bedeutet, können sich viele kaum vorstellen. Bei „Let’s Dance” musste er sogar vor zwei Jahren aufgeben, sein Körper drohte zu kollabieren. Zum Gewinner der Herzen wurde er trotzdem. Jetzt zieht er sein Showprogramm durch – dank eines neuen Medikamentes, das sein ganzes Leben verändert hat.
Comedian Tony Bauer geht es durch eine neue Spritze so viel besser, dass er überzeugt ist, "Let‘s Dance" könnte er heute gewinnen.
„Hätte es die Spritze vorher gegeben, hätte ich die Trophäe nach Hause getragen.“
Aber mal ganz von vorne: Vor zwei Jahren war Tony Bauer – der Comedian mit dem Rucksack – Kandidat bei "Let’s Dance". Aus gesundheitlichen Gründen musste er die Show damals verlassen und wurde dadurch für alle der Gewinner der Herzen.
Wir treffen den Comedian heute in seiner Heimat und dürfen ihn gleich zu seiner Solo-Show begleiten. Aber zunächst fällt uns auf: Tony hat eine neue Frisur, hat deutlich mehr Tattoos als damals und auf seinen Zähnen blinken Swarovski-Steine.
"Ich bin so richtig modeaffin, ich war auf Highpeace Cover, das ist ein internationales Onlinemodemagazin. Mein Foto wurde von Michael b Jordan geliked also"
Vor allem aber fällt auf, der Rucksack fehlt. "Der Rucksack ist zu Hause, weil ich Spritzen bekomme, die dafür sorgen, dass ich nicht die ganze Zeit über 17 Stunden angeschlossen sein muss."
Tony Bauer leidet am sogenannten Kurzdarmsyndrom. Er erkrankte als achtjähriger Junge. Seither kommen die Nährstoffe in seinem Körper nicht an.
Tony überlebt nur dank Infusionen, die täglich durch seinen Körper laufen.
"Die Ärzte haben gesagt, ich werde nicht 14. Und jetzt bin ich ein Star ... und jetzt bin 30 und darf meinen Traum leben."
"Du kannst ganz normal essen?" – "Ja ganz normal, alles andere funktioniert. Aber der Dünndarm ist zur Resorptionsfähigkeit der Nährstoffe da. Das heißt, ich esse das und es wird einfach ausgeschieden."
Heißt: Trotz Essen kommen die Nährstoffe im Körper nicht an. Ohne Therapie würde der Comedian verhungern. Damit wir seinen medizinischen Alltag verstehen, hat Tony diese Aufnahmen gemacht. Was aussieht wie im OP, ist bei Tony zuhause.
„Das ist ein ganz normaler Rucksack und da ist eine Infusion drin und eine Pumpe, die die Lösung durch den Körper schleust … die Infusion läuft über einen Schlauch ganz normal jeden Abend in meinen Körper … ich habe immer dauerhaft einen Schlauch in der Brust. Wenn ich mich anschließe, dann dauert das ungefähr so ne Stunde und dann muss das ganze unter höchsten klinischen Bedingungen gemacht werden, also so keimfrei wie möglich, steril ist unmöglich aber so keimfrei wie möglich – und das ist eigentlich die größte
Belastung, wenn ein Fehler passiert, kann man daran sterben.“
Vor zwei Jahren, bei "Let’s Dance" musste der chronisch Kranke die Infusionen noch 17 Stunden lang durch seinen Körper fließen lassen. Der Rucksack war sein ständiger Begleiter.
„Ich habe zu viel Gewicht abgenommen, weil das Tanztraining brutal anstrengend war und ich konnte die Gewichtszunahme nicht dadurch gewährlisten, dass ich mich länger anschließe oder sowas und deshalb musste ich aufhören.“
Niemand konnte am Tag seines Abschieds die Tränen zurückhalten. Selbst Joachim Llambi war zutiefst bewegt, schenkte dem Comedian noch ein Fußball-Trikot ihres gemeinsamen Heimatvereins.
"Llambi ist Maschine, auf den lasse ich nichts kommen, das ist so ein herzlicher Mensch, toller Juror und er macht es gut. Ich freue mich, wenn ich ihn sehen kann aber auch Motsi und Jorge - alle drei sind für immer in meinem Herzen."
Das war vor zwei Jahren. Heute ist Tony Bauer ein Star. Hat eine eigene Solo-Show und wir dürfen ihn begleiten.
Er reist ohne Rucksack, ohne Infusionen, ohne Medikamente. „Ich krieg seit kurzem die Spritzen, das sind Tedugludite. Das sind, so kann man sich vorstellen, so wie Steroide für die Darmzotten."
Heißt durch die Spritzen landen viel mehr Nährstoffe im Körper als bisher. Und Tony hat sieben Stunden mehr Zeit gewonnen. Was für viele nach Peanuts klingt, ist für ihn der Gamechanger. "Weil ich mich einfach anziehen und losfahren kann und ich muss nicht mehr an so viele Sachen denken, bevor ich zur Show fahre. Das ist schon eine enorme Entlastung, wenn man sich nicht 24 stunden mit seiner Krankheit auseinandersetzen muss sondern überlegen kann, wie man gleich die Bühne rasiert!"
Gerade tourt der Comedian mit seinem Soloprogramm „Fallschirmspringer“ durch ganz Deutschland. „Ich habe 7 Stunden gewonnen, in denen ich meine Träume jagen kann. Ich nehme Tanzunterricht, ich nehme Gesangsunterricht."
