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Affäre verbergen: 11 Strategien – und wie sie auffliegen

Zweithandy und gelöschte Chats? Die häufigste Strategie ist eine ganz andere – und deshalb so schwer zu bemerken.

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Zweithandy, gelöschte Chats, ein eingeweihter Freund – so stellen sich die meisten eine Affäre vor. Die Forschung zeichnet ein anderes Bild: Das heimliche Zweithandy landet auf Platz 10 von 11. Die häufigste Strategie ist viel unauffälliger – und deshalb so schwer zu entdecken.

Eine Untersuchung mit 300 Menschen, die selbst untreu waren, hat elf Strategien in eine Rangfolge gebracht. Der Befund, der am meisten erklärt: Über 70 Prozent nutzen sieben oder mehr davon gleichzeitig. Wer eine Affäre verbirgt, führt kein Doppelleben mit einem Trick, sondern mit einem Dutzend gleichzeitig.

Unten stehen alle elf – und die sechs Wege, auf denen Partner Affären trotzdem aufdecken. Dazu die juristische Asymmetrie, die viele überrascht: Untreue ist in Deutschland keine Straftat. Den Partner heimlich zu überwachen, sehr wohl.

Die Antwort in 30 Sekunden
Die drei häufigsten Strategien sind laut Studie: diskret sein, digitale Spuren löschen und das eigene Verhalten nicht verändern. Sie funktionieren nicht einzeln – über 70 % nutzen sieben oder mehr gleichzeitig.
Die Gegenseite arbeitet mit sechs Methoden, angeführt vom Beobachten von Verhaltensänderungen. Überwachung und Detektive stehen an letzter Stelle.
Rechtlich: Untreue ist in Deutschland keine Straftat. Wer den Partner heimlich per App oder GPS überwacht, macht sich dagegen strafbar – und solche Beweise sind vor Gericht meist unverwertbar.
Der Befund, der zählt: Verstecken und Aufdecken sind ein Wettrüsten, in dem keine Seite dauerhaft gewinnt. Der Aufwand bleibt – das Risiko auch.

Was die Forschung über das Verstecken von Affären weiß

Die Grundlage ist eine Untersuchung des Evolutionspsychologen Menelaos Apostolou, erschienen 2022 in Personality and Individual Differences unter dem Titel „Catch me if you can: Strategies for hiding infidelity“. Bemerkenswert daran: Zu der Frage, wie Menschen Untreue verbergen, gab es vorher praktisch keine Forschung – gut untersucht war nur, warum Menschen fremdgehen und wie Partner Affären aufdecken.

Der Aufbau war zweistufig. In der ersten Studie sammelten 297 Teilnehmende, was man tun könnte, um eine Affäre zu verbergen – daraus entstanden 53 konkrete Verhaltensweisen. In der zweiten Studie gaben 300 Personen, die selbst untreu gewesen waren, an, wie häufig sie diese einsetzten. Daraus ergaben sich elf Strategien mit klarer Rangfolge.

💡 Zur Einordnung: Die Stichprobe war griechischsprachig, die Ergebnisse lassen sich also nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Was sich übertragen lässt, sind die Muster – und die decken sich mit dem, was Paarberatungen und Rechtsanwältinnen im Alltag beschreiben.

Zur Häufigkeit von Untreue insgesamt: Nach einer Übersicht von Fincham und May (2017) hatten innerhalb eines Jahres zwei bis vier Prozent der Partner in festen Beziehungen eine Affäre; über die gesamte Ehedauer betrachtet betrifft es etwa ein Viertel der Ehen. Für Deutschland nennt die ElitePartner-Studie 2023 33 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen, die schon einmal untreu waren.

Die 11 Strategien – nach Häufigkeit sortiert

Die Reihenfolge stammt direkt aus der Studie: von der am häufigsten bis zur am seltensten eingesetzten Strategie. Sie ist aus zwei Perspektiven lesbar – als Beschreibung dessen, was Menschen tatsächlich tun, und als Liste dessen, worauf jemand achtet, der einen Verdacht hat.

  1. Diskret sein  (Platz 1)
    Die mit Abstand häufigste Strategie: bewusst steuern, wann und wo man kommuniziert und sich trifft. In der Studie umfasste das unter anderem Treffen an abgelegenen Orten und zu unverdächtigen Zeiten – etwa vormittags statt abends, weil Abwesenheit am Vormittag seltener erklärt werden muss.
  2. Digitale Spuren löschen  (Platz 2)
    Nachrichten, Fotos, Anrufliste, Verlauf. Der Grund für den hohen Rang ist banal: Ein Handy, das offen herumliegt, oder ein Posteingang auf dem gemeinsamen Tablet reicht als Beweis. Diese Strategie wird nicht deshalb so häufig genutzt, weil sie clever ist, sondern weil digitale Spuren die häufigste Entdeckungsursache sind.
  3. Sich nicht anders verhalten  (Platz 3)
    Wer normalerweise nörgelt, nörgelt weiter. Wer Witze macht, macht weiter Witze. Nach der Studie achten untreue Partner bewusst darauf, ihren gewohnten Interaktionsstil beizubehalten – weil jede Veränderung der Paardynamik Aufmerksamkeit erzeugt.
  4. Den Alltag nicht umstellen  (Platz 4)
    Dieselbe Logik, auf Gewohnheiten übertragen: keine neue Frisur, keine neue Garderobe, keine unerklärten Ausgaben. Genau diese Veränderungen sind es, die in Ratgebern als Warnsignale genannt werden – und deshalb vermeiden sie viele bewusst.
  5. Freunde als Alibi nutzen  (Platz 5)
    Freunde bekommen unfreiwillig eine neue Rolle. Manche wissen, dass sie als Ausrede dienen, manche nicht. Das ist der Punkt, an dem eine Affäre andere Menschen in eine Lage bringt, die sie sich nicht ausgesucht haben.
  6. Geräte sperren  (Platz 6)
    Passwörter ändern, sich aus Social Media abmelden, Bildschirmsperre aktivieren. Interessant daran: Wer vorher nie ein Passwort hatte und plötzlich eines nutzt, erzeugt genau das Signal, das er vermeiden will. Diese Strategie funktioniert nur, wenn sie vorher schon normal war.
  7. Den Kontakt begrenzen  (Platz 7)
    Sich seltener sehen, als man möchte. Nach der Studie reduzieren untreue Partner die Häufigkeit der Treffen bewusst – weil jede Gelegenheit auch eine Gelegenheit zur Entdeckung ist.
  8. Unschuldig wirken  (Platz 8)
    Keine Fragen zum Thema aufwerfen, um keine Gegenfragen zu provozieren. Manche legen sich ein neues Hobby zu, das Abwesenheit erklärt – harmlos genug, um keinen Verdacht zu erzeugen.
  9. Dem Partner mehr Aufmerksamkeit schenken  (Platz 9)
    Mehr Zuwendung, mehr Geschenke, mehr Nähe. Der Autor der Studie beschreibt diese Strategien ausdrücklich als Täuschung und Manipulation – etwa Liebe zu bekunden, um den Partner der eigenen Ergebenheit zu versichern. Für Betroffene ist das der bitterste Befund: Ausgerechnet eine Phase besonderer Zuwendung kann ein Anzeichen sein.
  10. Neue Nummer, neue Adresse  (Platz 10)
    Ein separates Konto oder Zweithandy, von dem der Partner nichts weiß. Wird seltener genutzt als vermutet – vermutlich, weil ein zweites Gerät selbst zum Risiko wird, sobald es gefunden wird.
  11. Die dritte Person vorstellen  (Platz 11)
    Die dramatischste und seltenste Variante: den Affärenpartner als Freund, Kollegin oder Bekannte einführen. Die Idee dahinter ist, die Deutung aktiv zu kontrollieren, bevor jemand anderes es tut.

💡 Der wichtigste Einzelbefund: Über 70 Prozent der Befragten gaben an, sieben oder mehr dieser Strategien gleichzeitig einzusetzen. Keine funktioniert allein. Das erklärt auch, warum der Aufwand so hoch ist – und warum Betroffene rückblickend oft nicht die Angst vor Entdeckung als das Belastendste beschreiben, sondern die permanente Wachsamkeit.

Für die andere Seite folgt daraus ein praktischer Hinweis, den die Psychologin Theresa DiDonato zieht: Wer einen Verdacht hat, sollte nicht auf ein einzelnes Verhalten schauen, sondern auf das Gesamtbild. Mehrere Anzeichen zusammen sagen mehr als eines allein.

Die andere Seite: Wie Partner Affären aufdecken

Zur Gegenseite gibt es ebenfalls Forschung, und sie ergibt zusammen mit der Liste oben ein aufschlussreiches Bild. Partner nutzen sechs Methoden, hier nach Häufigkeit:

  • Auf Verhaltensänderungen achten – die häufigste Methode, und die, gegen die sich die Strategien 3 und 4 richten.
  • Direkt fragen und die Reaktion beobachten – nicht die Antwort ist der Punkt, sondern wie sie kommt.
  • Sachen und Social Media durchsehen – Taschen, Handy, Profile.
  • Freunde fragen, direkt oder über deren Partner.
  • Am seltensten: überwachen oder einen Detektiv beauftragen – und genau das ist rechtlich der heikelste Weg, wie das nächste Kapitel zeigt.

Der Vergleich beider Listen zeigt ein Wettrüsten: Jede Verbergungsstrategie richtet sich gegen eine Entdeckungsmethode, und jede Entdeckungsmethode reagiert auf eine Strategie. Beobachtet der eine Verhaltensänderungen, hält der andere sein Verhalten konstant. Durchsucht der eine das Handy, sperrt der andere es. Einen dauerhaften Vorteil gewinnt dabei keine Seite – beide investieren nur mehr Energie in dieselbe Beziehung, ohne dass sie besser wird.

Die Rechtslage – anders, als viele denken

Untreue ist keine Straftat

Ehebruch war bis 1969 ein Straftatbestand, ist es heute nicht mehr. Und seit der Reform von 1977 gilt im Scheidungsrecht das Zerrüttungsprinzip: Eine Ehe wird geschieden, wenn sie gescheitert ist – warum, spielt keine Rolle. Das frühere Schuldprinzip, nach dem man „schuldig geschieden“ wurde, existiert nicht mehr.

Beim Unterhalt kann sie trotzdem eine Rolle spielen

Der Punkt, der am häufigsten falsch dargestellt wird. Nach § 1579 BGB kann ein Unterhaltsanspruch verwirkt werden, wenn seine Erfüllung grob unbillig wäre. Ein einmaliger Seitensprung reicht dafür in aller Regel nicht. Anders kann es liegen, wenn eine intakte Ehe durch ein schwerwiegendes, offensichtliches Fehlverhalten zerstört wurde – etwa durch eine langjährige, offen gelebte Beziehung. Das ist eine Einzelfallentscheidung, kein Automatismus. Beim Sorge- und Umgangsrecht spielt Untreue dagegen keine Rolle; Maßstab ist allein das Kindeswohl.

Heimliche Überwachung ist strafbar

⚠️ Der Teil, den beide Seiten kennen sollten. Die in der Forschung am seltensten genutzte Entdeckungsmethode ist zugleich die rechtlich riskanteste:

GPS-Tracker am Auto: Der Bundesgerichtshof hat 2013 entschieden, dass heimliches GPS-Tracking grundsätzlich strafbar ist (Az. 1 StR 32/13). Es kann zusätzlich als Nachstellung nach § 238 StGB verfolgt werden.
Spionage-Apps auf dem Handy: kommen als Ausspähen oder Abfangen von Daten nach §§ 202a, 202b StGB in Betracht.
Heimliche Ton- und Bildaufnahmen: § 201 StGB und § 201a StGB.

Dazu zwei praktische Folgen: Rechtswidrig erlangte Beweise sind vor Gericht meist unverwertbar, und der BGH hat entschieden, dass Detektivkosten nicht erstattungsfähig sind, wenn unzulässige Überwachungsmethoden eingesetzt wurden. Neben dem Strafverfahren bestehen zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung und Schmerzensgeld nach § 823 BGB.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Unterhalt, Scheidung oder Überwachung hilft eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Familienrecht weiter.

Wenn beide Bescheid wissen

Ein Teil der Menschen, die zu diesem Thema recherchieren, sucht nicht nach Geheimhaltung, sondern nach einem Weg, Kontakte außerhalb der Zweierbeziehung offen zu gestalten – als Paar, das sich geöffnet hat, oder als Einzelperson in einer entsprechenden Absprache. Dafür gibt es spezialisierte Plattformen mit ausgeprägten Privatsphäre-Funktionen: maskierte Fotos, getrennte Postfächer, Sichtbarkeitseinstellungen pro Bereich.

Ein Hinweis, der wichtiger ist als jede Funktion: Prüfe vor der Anmeldung, wie der Anbieter auf dem Kontoauszug erscheint und ob eine Kündigung ohne Hürden möglich ist. Laufzeitverträge und erkennbare Abrechnungsnamen sind in diesem Segment ein verbreitetes Ärgernis.

JoyClub: Für Paare und offene Beziehungen
Große deutschsprachige Community mit Foren, Gruppen und Events – die naheliegende Wahl, wenn beide Partner eingeweiht sind.
Poppen.de: Verifizierung und feine Einstellungen
Verifizierte Profile und Privatsphäre-Optionen, die sich pro Bereich steuern lassen – deutscher Anbieter mit großer Community.
First Affair: Guthaben statt Abo
Betreiber mit Sitz in Deutschland, Abrechnung per Guthaben – dadurch keine automatische Verlängerung und keine wiederkehrende Buchung.
Secret: Fotos maskieren, Profil verbergen
Bildbearbeitung zum Unkenntlichmachen und Sichtbarkeitseinstellungen gehören zum Funktionsumfang.
C-Date: International bekannt, aber Vorsicht
Große Reichweite, im trusted-Test allerdings nur 1,32 % Erfolgsquote – und die Kündigungsfristen gelten als unübersichtlich. Vor Abschluss genau prüfen.

Was die Strategien nicht leisten

Die Studie beschreibt, was Menschen tun – nicht, was funktioniert. Vier Dinge decken auch sieben gleichzeitig eingesetzte Strategien nicht ab:

  • Gesundheit. Wer mit mehreren Menschen Sex hat, sollte Kondome benutzen und sich regelmäßig auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen. Viele Gesundheitsämter bieten anonyme Tests kostenlos oder günstig an. Das ist der einzige Punkt, der auch den Partner betrifft, der nichts weiß – und deshalb der einzige, bei dem Diskretion keine Rechtfertigung ist.
  • Gefühle. Was als begrenzte Affäre beginnt, entwickelt sich häufig anders – bei einer oder beiden Seiten. Strategie 7, den Kontakt bewusst zu begrenzen, ist der Versuch, genau das zu steuern. Er gelingt nicht zuverlässig.
  • Andere Menschen. Strategie 5 zieht Freunde in eine Rolle, die sie sich nicht ausgesucht haben. Strategie 11 tut dasselbe mit dem Partner selbst.
  • Die Ursache. Eine Affäre ist selten der Anfang, sondern meist ein Symptom. Nach der ElitePartner-Studie 2023 nannten rund 52 Prozent der untreuen Frauen Unzufriedenheit in der Partnerschaft als zentralen Grund; bei Männern standen häufiger Gelegenheit und sexuelle Anziehung im Vordergrund.

Die Alternativen – als Aufwandsrechnung

Kein moralischer Appell, sondern ein Vergleich. Sieben Strategien parallel zu pflegen kostet dauerhaft Energie. Diese drei Wege kosten einmalig Mut:

  1. Das Gespräch über das, was fehlt. Unbequem, aber es adressiert die Ursache statt das Symptom. Paarberatung gibt es bei Caritas, Diakonie und Pro Familia – oft mit einkommensabhängigen Beiträgen oder kostenfrei.
  2. Eine ausgehandelte Öffnung. Für manche Paare funktioniert sie besser als heimliche Parallelität. Der Unterschied liegt nicht in der Sexualität, sondern in der Zustimmung – und darin, dass keine der elf Strategien mehr nötig ist.
  3. Die Trennung. Der Weg, den viele zu lange aufschieben. Wenn eine Beziehung nur durch die Affäre erträglich bleibt, verlängert die Affäre einen Zustand, den beide später bereuen.

Wenn es auffliegt

  • Keine Salamitaktik. Häppchenweise Zugeständnisse zerstören mehr Vertrauen als die ursprüngliche Tatsache. Wer sich entscheidet zu reden, sollte es vollständig tun.
  • Keine Schuldumkehr. Sätze, die mit „Du hast ja auch …“ beginnen, machen aus einer schwierigen Situation eine unlösbare.
  • Der dritten Person Bescheid geben. Auch sie ist betroffen und sollte es nicht über Dritte erfahren.
  • Bei Kindern: keine Details. Kinder brauchen die Information, dass es Streit gibt und dass beide Eltern für sie da bleiben – nicht die Gründe.
  • Wenn Überwachung im Spiel war: Das ist ein eigenes Thema und je nach Ausmaß eine Straftat. Bei anhaltendem Nachstellen berät das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen kostenlos unter 116 016, das Hilfetelefon für Männer unter 0800 123 99 00.

Fazit

  • Die drei häufigsten Strategien sind unspektakulär: diskret sein, digitale Spuren löschen, sich nicht anders verhalten. Nichts davon ist ein Trick – es ist Aufwand.
  • Über 70 Prozent nutzen sieben oder mehr gleichzeitig. Wer eine Affäre verbergen will, führt faktisch ein zweites, paralleles Leben.
  • Rechtlich ist Untreue folgenlos – die heimliche Überwachung des Partners dagegen strafbar. Diese Asymmetrie überrascht die meisten.
  • Die Ursachen sind ein eigenes Thema – welche acht Motive die Forschung unterscheidet, steht unter warum Menschen fremdgehen.
  • Und der Befund, der bleibt: Verstecken und Aufdecken sind ein Wettrüsten ohne Sieger. Beide Seiten investieren Energie in eine Beziehung, die davon nicht besser wird.

Häufig gestellte Fragen

Welche Strategien nutzen Menschen, um eine Affäre zu verbergen?

Eine Studie von Menelaos Apostolou (2022) erfasste 53 konkrete Verhaltensweisen und fasste sie zu elf Strategien zusammen. Die drei häufigsten: diskret sein – also Treffen an abgelegenen Orten und zu unverdächtigen Zeiten –, digitale Spuren löschen und das eigene Verhalten nicht verändern. Über 70 Prozent der Befragten nutzten sieben oder mehr Strategien gleichzeitig.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Zweistufig. In der ersten Studie sammelten 297 griechischsprachige Teilnehmende, was man tun könnte, um eine Affäre zu verbergen – daraus entstanden 53 Verhaltensweisen. In der zweiten Studie gaben 300 Personen, die selbst untreu gewesen waren, an, wie häufig sie diese einsetzten. Die Stichprobe war griechischsprachig, die Ergebnisse sind also nicht eins zu eins übertragbar.

Wie decken Partner Affären auf?

Mit sechs Methoden, nach Häufigkeit: auf Verhaltensänderungen achten, direkt fragen und die Reaktion beobachten, Sachen und Social Media durchsehen, Freunde fragen – und am seltensten überwachen oder einen Detektiv beauftragen. Der Vergleich mit den Verbergungsstrategien zeigt ein Wettrüsten, bei dem keine Seite dauerhaft gewinnt.

Warum ist plötzliche Zuwendung ein mögliches Anzeichen?

Weil sie in der Studie als eigene Strategie auftaucht: dem Partner mehr Aufmerksamkeit schenken, mehr Geschenke, mehr Nähe. Der Autor beschreibt das ausdrücklich als Täuschung und Manipulation – etwa Liebe zu bekunden, um den Partner der eigenen Ergebenheit zu versichern. Für sich genommen sagt das allerdings wenig; entscheidend ist das Gesamtbild aus mehreren Anzeichen.

Ist Fremdgehen in Deutschland strafbar?

Nein. Ehebruch war bis 1969 ein Straftatbestand, heute ist Untreue rechtlich folgenlos. Seit 1977 gilt im Scheidungsrecht zudem das Zerrüttungsprinzip: Eine Ehe wird geschieden, wenn sie gescheitert ist – die Gründe spielen keine Rolle. Das frühere Schuldprinzip existiert nicht mehr.

Hat eine Affäre Folgen für den Unterhalt?

In Ausnahmefällen ja. Nach § 1579 BGB kann ein Unterhaltsanspruch verwirkt werden, wenn seine Erfüllung grob unbillig wäre. Ein einmaliger Seitensprung reicht dafür in aller Regel nicht; anders kann es bei einem schwerwiegenden Fehlverhalten liegen, das eine intakte Ehe zerstört hat. Beim Sorgerecht spielt Untreue dagegen keine Rolle – Maßstab ist allein das Kindeswohl.

Darf mein Partner mein Handy überwachen?

Nein, und es kann strafbar sein. Spionage-Apps kommen als Ausspähen oder Abfangen von Daten nach §§ 202a und 202b StGB in Betracht, heimliche Aufnahmen fallen unter § 201 und § 201a StGB. Der Bundesgerichtshof entschied 2013 zudem, dass heimliches GPS-Tracking grundsätzlich strafbar ist. Daneben bestehen zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung und Schmerzensgeld.

Sind heimlich erlangte Beweise vor Gericht verwertbar?

Meist nicht. Rechtswidrig beschaffte Beweise unterliegen in der Regel einem Verwertungsverbot. Der BGH hat außerdem entschieden, dass Detektivkosten nicht erstattungsfähig sind, wenn dabei unzulässige Überwachungsmethoden wie GPS-Tracking eingesetzt wurden – die Kosten bleiben dann beim Auftraggeber.

Wie viele Menschen gehen fremd?

Nach einer Übersicht von Fincham und May (2017) hatten innerhalb eines Jahres zwei bis vier Prozent der Partner in festen Beziehungen eine Affäre; über die gesamte Ehedauer betrifft es etwa ein Viertel der Ehen. Für Deutschland nennt die ElitePartner-Studie 2023 33 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen, die schon einmal untreu waren.

Woran erkenne ich, dass mein Partner eine Affäre hat?

Nicht an einem einzelnen Verhalten. Weil über 70 Prozent sieben oder mehr Verbergungsstrategien gleichzeitig einsetzen, rät die Psychologin Theresa DiDonato dazu, das Gesamtbild zu betrachten statt eines einzelnen Signals. Mehrere Anzeichen zusammen sagen mehr als eines allein – und heimliche Überwachung ist keine Option, weil sie strafbar sein kann.

Was kostet eine Affäre an Aufwand?

Mehr, als die meisten einkalkulieren. Sieben oder mehr Strategien parallel zu pflegen bedeutet faktisch ein zweites Leben: Kommunikation trennen, Verhalten kontrollieren, Alltag konstant halten, Freunde einbinden, Kontakt begrenzen. Betroffene beschreiben rückblickend häufig nicht die Angst vor Entdeckung als das Belastendste, sondern die permanente Wachsamkeit.

Welche Alternativen gibt es?

Drei, die alle einmalig Mut kosten statt dauerhaft Energie: das Gespräch über das, was fehlt – Paarberatung gibt es bei Caritas, Diakonie und Pro Familia oft einkommensabhängig oder kostenlos. Eine ausgehandelte Öffnung der Beziehung, bei der beide zustimmen und keine der elf Strategien mehr nötig ist. Oder die Trennung, wenn die Beziehung nur durch die Affäre erträglich bleibt.