Hier an dieser Schule in Bremen Horn hat Stephan L. unterrichtet. Vor fünf Jahren - auf einer Fahrt mit Schülerinnen und Schülern - soll es zu einer durchaus anzüglichen und fragwürdigen Aktion gekommen sein: Mädchen sollen im Bikini sein Wohnmobil gewaschen haben - er soll alles gefilmt haben. Ein absolutes No-Go finden Schüler, denen wir die Geschichte erzählen.
Vöxe
Ich finde es immer wieder so schlimm, wie sehr manche Leute ihre Machtposition ausnutzen. / sowas sollte natürlich auch belangt werden. Und ich finde, da sollte man auch vorgehen, dass der Lehrer dann starke Konsequenzen davon bekommt und dass der dann auch seinen Job verliert
Die Schulbehörde ist dagegen vorgegangen und hat den Lehrer suspendiert. Doch das Oberverwaltungsgericht kippt die Entscheidung. Stephan L. wurde freigestellt - hat weiter Gehalt bekommen, doch unterrichtet hat er nicht mehr - dann kommt raus: Er soll Sex mit einer volljährigen ehemaligen Schülerin gehabt haben - genug für die Schulbehörde ihn erneut zu suspendieren - das Ziel: seine Entlassung. Doch wieder stellt sich das Gericht quer:
O-Ton
Mark Rackles
Bildungssenator
das ist jetzt gerade aktuell vom Gericht entschieden worden, dass das nicht geht. Da reichen nach Einschätzung des Gerichts die Vorwürfe nicht, was wir anders sehen. / Natürlich werden wir das respektieren und auch umsetzen. Das heißt, wir müssen die Person wieder beschäftigen / Das heißt aber nicht zwingend im Schuldienst.
Bedeutet vor einer Klasse soll er nicht mehr stehen. Zumal auch seine Unterrichtsmethoden fragwürdig sein sollen. 2024 finden Beamte in der Schule unter anderem Munition, eine Waffen-Attrappe, Schwarzpulver und ein Sprengsatz-Nachbau. Es kommt zum Polizeieinsatz. Offensichtlich hat Stephan L. die Utensilien in die Schule gelagert. Die Staatsanwaltschaft sieht die Schuld von Stephan L. aber als gering an. Er muss 500 Euro zahlen.
Aufsager
Nele Hasselbusch
Hier am Gymnasium ist die Verunsicherung spürbar. Mehrere Schülerinnen und Schüler berichten mir, die Schulleitung hätte sie in einer Durchsage darum gebeten, nicht mit der Presse zu sprechen. Die Jüngeren kennen den betroffenen Lehrer gar nicht mehr, weil er seit Jahren nicht mehr an dieser Schule unterrichten soll. Die Älteren hingegen bestätigen mir die Vorfälle. Vor der Kamera sprechen möchte aber niemand.
Ein Disziplinarverfahren läuft noch - die Schulbehörde versucht also weiter, dass Stephan L. seinen Beamtenstatus verliert und endlich entlassen wird. Doch dieser Prozess kann aber noch dauern und so lang kassiert er weiter Kohle.