Mord durch Unterlassen , so lautet die Anklage vor dem Landgericht Itzehoe . Die Eltern der erst vier Monate alten Ashley hätten nicht nur die Hilflosigkeit und besondere Schutzbedürftigkeit des Babys ausgenutzt , sondern zusätzlich grausam gehandelt , so die Staatsanwältin in ihrer Anklageschrift . Über einen Zeitraum von vier Wochen sollen sie ihr Kind weder ausreichend mit Nahrung noch mit Flüssigkeit versorgt haben .
Das Mordmerkmal , das hier erfüllt wird laut Anklage , ist das Mordmerkmal der Grausamkeit grausam deswegen , weil wir davon ausgehen , dass der Säugling qualvoll verhungert ist .
Es ist der 26. September 2025 , an dem für die kleine Ashley jede Hilfe zu spät kommt . Ein Notarzt kann nur noch ihren Tod feststellen . Die spätere Obduktion ergibt Das Baby ist verhungert . Die Eltern , beide 24 Jahre alt , haben zwei weitere Kinder . Das Jugendamt kennt die Familie . Ein Betreuer kommt regelmäßig . Wie schlimm die Verhältnisse in dem roten Backsteinhaus gewesen sein müssen , lässt sich anhand des Mülls vor dem Haus schon erahnen . Bis heute herrscht hier Chaos . Dazwischen stehen Teddys und Kerzenreste , die die Nachbarn nach Ashley's Tod hier aufgestellt haben .
Nachbarn erzählen uns , das Paar sei sehr laut gewesen . Der Mann habe hier auf dem Hof an Autos geschraubt und sei mit denen dann durch die Gegend gerast . Außerdem habe man aus dem Haus häufig laute Musik gehört . Aus Sorge um die Kinder hätten Nachbarn mehrfach das Jugendamt alarmiert .
Neben den Eltern ermittelt die Staatsanwaltschaft nach Ashleys Tod auch gegen den Jugendamtsmitarbeiter , der die Familie betreut hat . Doch dieses Verfahren wird Anfang März eingestellt . Es gibt keinen hinreichenden Tatverdacht wegen fahrlässiger Tötung . Außerdem hätte das Jugendamt alle Standards ordnungsgemäß eingehalten . Die Eltern des kleinen Mädchens sitzen seit dem Auffinden der Leiche in Untersuchungshaft . Beim Prozessauftakt kündigen sie jetzt an , zu den grausamen Vorwürfen Stellung beziehen zu wollen .
Warum haben die Eltern ihre kleine Tochter verhungern und verdursten lassen ? Das ist die zentrale Frage des Verfahrens . Die Angeklagten wurden jetzt dazu Stellung beziehen . Weil es dabei aber auch um intime Details des Familienlebens geht , beantragen sie , die Öffentlichkeit auszuschließen .
Dieser Antrag wurde abgelehnt . Sieben weitere Verhandlungstage sind für den Prozess angesetzt . Ende Mai soll das Urteil fallen . Bei einer Verurteilung wegen Mordes drohen den Eltern lebenslange Gefängnisstrafen .