14. Juni 2019 - 16:14 Uhr

Steffi Graf: Tennis-Boom in Deutschland, Ehe mit Andre Agassi und Golden Slam 1988

Die deutsche Tennis-Legende Steffi Graf löste in den 1980er und 1990er Jahren einen nie gekannten Tennis-Boom in Deutschland aus. Millionen Fans fieberten vor dem heimischen Fernseher mit, wenn sie die gelbe Filzkugel über den Court jagte und mit Siegen bei French Open, Wimbledon oder Olympia zur Tennis-Legende wurde.

Doch Steffi Graf feierte nicht nur bahnbrechende Erfolge wie den Golden Slam 1988, sondern musste auch herbe Rückschläge wie wiederkehrende Verletzungen oder den Steuer-Skandal ihres Vaters verkraften. 10 Fakten zur deutschen Tennis-Ikone Steffi Graf.

Zum 50. Geburtstag widmet TVNOW Steffi Graf, der Jahrhundertsportlerin, eine ganz besondere Dokumentation.

Steffi Graf: Von der 10.000-Seelen-Gemeinde Brühl nach Las Vegas

Steffi Graf (eigentlich: Stefanie Maria Graf) kommt am 14. Juni 1969 in Mannheim zur Welt, wächst allerdings in der 10.000-Seelen-Gemeinde Brühl im Rhein-Neckar-Kreis auf. Mit drei Jahren hält sie erstmals einen Tennisschläger in der Hand und lässt schnell ihr Ausnahmetalent aufblitzen: Schon mit elf Jahren nimmt sie an der deutschen Hallenmeisterschaft teil. Mit 13 spielt Steffi Graf ihre erste Profisaison.

Heute lebt Steffi Graf mit ihrem Mann Andre Agassi und den beiden Kindern in Las Vegas.

Steffi Graf: Der Steuerskandal um Papa Peter wirft einen Schatten auf ihre Karriere

Ihre Eltern sind Mama Heidi und Papa Peter. Als Steffi neun Jahre alt ist, hängt ihr Vater seinen Beruf als Tennistrainer an den Nagel, um sich vollständig um die sportlichen Geschicke seiner Tochter kümmern zu können.

Peter Graf ist allerdings auch für ein unrühmliches Kapitel in Steffi Grafs Karriere verantwortlich: Im Jahr 1995 ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen Steffi und ihren Vater wegen Steuerhinterziehung. Während Steffi Graf versichern kann, nichts von alledem gewusst zu haben, landet ihr Vater im August 1995 zunächst in Untersuchungshaft. 1997 wird er zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Heidi und Peter Graf lassen sich 1998 scheiden.

Neben einem zwei Jahre jüngeren Bruder hat Steffi Graf Nichte Talia, die schon auf der Berliner Fashion Week lief und als Model durchstarten möchte.

Tennis-Traumpaar seit 2001: Steffi Graf heiratet Andre Agassi

Zwei Jahre nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund, dem Rennfahrer Michael Bartels, heiratet Steffi Graf am 22. Oktober 2001 den US-amerikanischen Tennisspieler Andre Agassi. Beide bilden fortan eines der Traumpaare der internationalen Sportwelt. Auch wenn sich das Paar heute weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, bekräftigen beide immer wieder die Liebe zueinander und die Harmonie ihrer Ehe. Im Mai 2015 erklärte Andre Agassi beispielsweise: "Ohne Steffi Graf wäre ich nur die Hälfte wert." Im Juni 2018 schlenderten sie verliebt wie am ersten Tag durch Paris.

Zwei Kinder mit Andre Agassi

Steffi Graf und Andre Agassi haben zwei gemeinsame Kinder: Sohn Jaden Gil (* 2001) und Tochter Jaz Elle (* 2003).

Vermögen von Steffi Graf: Mehr als 20 Millionen US-Dollar Preisgeld

Genaue Auskünfte über Steffi Grafs Vermögen gibt es nicht, doch allein an Preisgeldern strich die Tennis-Ikone während ihrer Karriere 21,895 Millionen US-Dollar ein. Lukrative Werbedeals und sonstige Einnahmequellen sind da noch gar nicht eingerechnet.

Australian Open, Wimbledon & Co.: Steffi Grafs größte Erfolge

Steffi Graf gewann in ihrer Karriere insgesamt 22 Grand-Slam-Turniere: 7 Mal Wimbledon, 6 Mal die French Open, 5 Mal die US Open und 4 Mal die Australian Open.

1988: Steffi Graf erringt den Golden Slam

1988 gelang Steffi Graf der größte Erfolg ihrer Tennis-Karriere: Der Golden Slam. Bis heute ist dieser Triumph unerreicht, niemand vor oder nach ihr gelang dieses Kunststück, alle vier Grand-Slam-Turnier innerhalb eines Jahres (Australian Open, French Open, Wimbledon, US Open) und obendrein die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen.

Steffi Graf & Boris Becker machen Tennis in Deutschland zum Volkssport

Nicht nur, dass Steffi Graf und Boris Becker in den 1980er und 1990er Jahren die Tenniswelt aufmischten und einen unaufhaltsamen Hype in Deutschland auslösten – die Geburtsorte der Tennis-Asse – Mannheim (Steffi Graf) und Leimen (Boris Becker) – trennen auch nur gut 20 Kilometer. Zudem gewannen beide ihren ersten Grand Slam mit 17 Jahren: Boris Becker ist durch seinen Sieg im Jahr 1985 bis heute der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten, Steffi Graf gewann 1987 kurz vor ihrem 18. Geburtstag die French Open.

Am 9. Juli 1989 siegten Boris Becker und Steffi Graf binnen weniger Stunden in ihren jeweiligen Wimbledon-Finals.

Während Boris Becker sechs Grand-Slam-Turnier gewann, triumphierte Steffi Graf sage und schreibe 22 Mal bei Grand Slams.

Weltrangliste, kürzestes Finale & Co.: Weitere Rekorde von Steffi Graf

Eine Bestmarke, die bis heute auch von Starspielerinnen wie Serena Williams, Martina Hingis oder Martina Navratilova unerreicht ist, sind die 377 Wochen, die Steffi Graf in ihrer Karriere an der Spitze der Weltrangliste stand.

Außerdem hält Steffi Graf bis heute den Rekord für den schnellsten Sieg im Finale eines Grand-Slam-Turniers. Die Weißrussin Natallja Swerawa fertigte sie im Finale der French Open 1988 in 32 Minuten ab (6:0, 6:0).

Von Verletzungen geplagt: Steffi Graf beendet ihre Karriere mit 30 Jahren

Nachdem sich Steffi Graf im Juni 1997 am Knie verletzte, konnte sie mehr als ein Jahr kein WTA-Turnier spielen. Erstmals seit 1983 fiel sie dadurch aus der Weltrangliste. Im Jahr 1999 gelang ihr das Comeback: Sie triumphierte noch einmal bei den French Open und stand erneut im Wimbledon-Finale, doch nach anhaltenden Knieproblemen erklärte sie am 13. August 1999 bei einer Pressekonferenz ihr sofortiges Karriereende.