Muttermilch ist ein wahrer Zaubertrank

Stillen: Warum ist es so wichtig und wie lange soll man es tun?

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23. Oktober 2019 - 14:51 Uhr

Muttermilch enthält alles, was das Baby zum Start ins Leben braucht

Stillen ist wichtig für Kinder: Neben der Ernährungsfunktion ist der Körperkontakt zwischen Mutter und Kind, der Aufbau einer emotionalen Verbundenheit, von enormer Wichtigkeit. Doch wie lange sollte man stillen? Wenige Monate oder sogar einige Jahre? Model Sara Kulka hat auf Instagram erklärt, dass sie ihre Tochter auch noch weit über dem 3. Lebensjahr stillt. Und immer wieder hört man von Müttern, die ihre Kinder sogar bis zum Schulalter stillen.

Im Video: Sara Kulka erklärt, warum sie so lange stillt

Warum ist Stillen so gut für Babys?

Muttermilch ist ein wahrer Zaubertrank, denn sie passt sich den Bedürfnissen des Babys an. Zu Beginn der Stillmahlzeit ist sie wässrig, um den Durst zu stillen. Im Verlauf der Mahlzeit wird sie immer fettreicher, um zu sättigen. Allein durch die Muttermilch erhält das Baby die Nährstoffe, die die Darmflora und das Immunsystem unterstützen. Einer Studie zufolge leiden Säuglinge, die sechs Monate oder länger gestillt wurden, sogar seltener an Infektionen. Außerdem schützt die Muttermilch vor Allergien. Sogar das Saugen an der Brust ist gesund, denn es fördert die Entwicklung des kindlichen Kiefers und beugt Fehlstellungen der Zähne vor.

Doch nicht nur Säuglinge, sondern auch die Mütter profitieren vom Stillen. Durch die Hormone, die dabei ausgeschüttet werden, bildet sich die Gebärmutter schneller zurück. Die für die Milchproduktion zusätzlich benötigte Energie hilft stillenden Müttern, ihre Schwangerschaftspfunde einfacher wieder loszuwerden.

Wie lange sollte man stillen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, mindestens sechs Monate zu stillen. Ab dem fünften Monat sollte man dem Kind zusätzlich Beikost anbieten. Danach kann solange weiter gestillt werden, wie die Mutter und das Kind es möchten. In Deutschland stillen 92 Prozent aller Mütter zum ersten Geburtstag des Kindes ab. Viele empfinden es anstößig, ein Kind zu stillen, was schon laufen und sprechen kann.

Doch eine Studie der brasilianischen Universität Pelotas kam 2015 zu dem Ergebnis, dass langes Stillen einen positiven Effekt auf die Entwicklung des Gehirns hat. Und eine schwedische Studie konnte aufzeigen, dass Frauen, die mehr als ein Jahr stillen, nach den Wechseljahren ein geringeres Risiko für rheumatoide Arthritis aufweisen. Langzeitstillen soll auch vor Brust- und Eierstockkrebs schützen.

Es gibt also keinen medizinischen Grund, auf das Stillen zu verzichten. Ausnahmen sind schwere Krankheiten, Süchte oder starke Medikamente.

Im Video: So gelingt das Abstillen