Italien: Wird Renzi neuer Regierungschef?

16. Februar 2014 - 13:25 Uhr

Italien hat einen Tag nach dem Rücktritt von Enrico Letta weitere Hürden auf dem Weg zu einer neuen Regierung genommen. Staatspräsident Giorgio Napolitano beendete in Rom Konsultationen mit den Vertretern der Parteien. Damit wollte er die Chancen für eine neue Koalition unter dem 39 Jahre alten Vorsitzenden der Demokratischen Partei (PD), Matteo Renzi, ausloten. Der 88-jährige Napolitano könnte Renzi nun schon am Sonntag den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erteilen. Renzi wäre der jüngste Regierungschef in der Geschichte Italiens, er hatte den bisherigen Ministerpräsidenten Enrico Letta in einem parteiinternen Machtkampf zum Rücktritt gezwungen.

"Diese Konsultationen hatten einen sehr starken Rhythmus und nichts Gewöhnliches oder Formelles", sagte Napolitano. Nach den schnellen Gesprächen bleibe nun mehr Zeit für die folgenden Schritte zur Bildung einer neuen Regierung. Die PD hatte Napolitano zuvor Renzi als neuen Regierungschef empfohlen. "Unser Engagement gilt der neuen Regierung, die die Legislaturperiode bis 2018 beendet", sagte der PD-Fraktionschef Lugi Zanda.

Die Oppositionsparteien Lega Nord und die 5-Sterne-Bewegung (M5S) hatten die Gespräche boykottiert, weil sich der bisherige Ministerpräsident Letta bei seinem Rücktritt nicht wie von ihnen verlangt dem Parlament gestellt hatte. Letta hatte am Freitag aufgegeben.