Erziehung in Problembereichen

Gesundheitslexikon: Heilpädagogik

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17. Oktober 2019 - 10:37 Uhr

Heilpädagogik - gezielte Förderung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Eine besondere Disziplin auf dem Gebiet der Pädagogik stellt die sogenannte Heilpädagogik dar. Diese hat zum Ziel, Menschen mit besonderem Förderbedarf zu bilden und zu erziehen. Ganz egal ob die Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen zu kämpfen haben oder andere Einschränkungen ihr Leben belasten - die Heilpädagogik möchte sämtliche Personen mit schwierigen Lebensbedingungen fördern, verstehen und bilden.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Heilpädagogik?

Die Heilpädagogik als pädagogische Disziplin hat ihre Basis in den Fächern Soziologie, Biologie und Psychologie. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu bilden, auch wenn diese mit psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen haben. Mit der Heilpädagogik soll die menschliche Vielfalt geschätzt werden - ungeachtet von Behinderungen und sozialen Benachteiligungen. Der Grundsatz der Heilpädagogik ist die Ganzheitlichkeit, sodass nicht nur die Behinderung allein, sondern der gesamte Mensch mit seinen Fähigkeiten, seinem Potential und seinen Problemen betrachtet wird. Der gesamte Mensch mit seinen individuellen Ressourcen ist in die heilpädagogische Bearbeitung von Problemstellungen mit einzubeziehen.

Wer hat auf dem Gebiet der Heilpädagogik erfolgreich gearbeitet?

Der Begriff der Heilpädagogik geht zurück auf Jan-Daniel Georgens (1823–1886) und Heinrich Marianus Deinhardt (1821–1880). Im Jahr 1861 und 1863 wurde von ihnen ein Werk unter dem Titel "Die Heilpädagogik mit besonderer Berücksichtigung der Idiotie und der Idiotenanstalten" veröffentlicht. Die Liste von Heilpädagogen, die im Laufe der Zeit eine gute heilpädagogische Arbeit geleistet haben, ist umfangreich - angefangen von Hans Asperger, der als erste Person das Asperger-Syndrom beschrieb, über Heinrich Hanselmann als wichtiger Vertreter der Heilpädagogik im 20. Jahrhundert bis hin zur deutsch-schweizerischen Heilpädagogin Josefine Kramer, die den Kramer-Intelligenztest entwickelte.

Wie erfolgt die heilpädagogische Arbeit?

Das Ziel der heilpädagogischen Arbeit ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen zu fördern und sie in ihrer sozialen und persönlichen Integration zu unterstützen. Heilpädagogen erkennen und verstehen Menschen mit Beeinträchtigungen in der Lebenswelt, sie begleiten und unterstützen diese in ihrem Lebensalltag und beraten und fördern diese mit besonderen Methoden. Die heilpädagogische Arbeit kann sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von Erwachsenen mit Entwicklungsbeeinträchtigungen und Behinderungen in Anspruch genommen. Die Praxis der heilpädagogischen Arbeit vereint unterschiedliche Disziplinen, wie zum Beispiel die Medizin, die Psychologie, die Ergotherapie sowie die soziale Arbeit.

Warum ist die Heilpädagogik so wichtig für unsere Gesellschaft?

Die Heilpädagogik ist aus unserem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken, da sich diese mit Menschen befasst, die oftmals am Rande der Gesellschaft stehen. So sollen auch Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen lernen, ihren Alltag selbstbewusst und selbstbestimmt zu meistern. Die betreuten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sollen erfahren, wie man Beziehungen aufnehmen und verantwortlich handeln kann. Mit der Heilpädagogik soll die Persönlichkeit der betreuten Personen durch pädagogische Maßnahmen gefördert werden, die Eigenständigkeit der Personen verbessert und die persönlichen Kompetenzen erweitert werden. Heilpädagogen betreuen darüber hinaus auch Angehörige in schwierigen Problem- oder Konfliktsituationen.