"Flüssiges, farbiges Fett" – Teures Olivenöl aus Italien gepanscht

25. Februar 2014 - 17:36 Uhr

Millionen Liter Öl verschnitten

Ein gutes Olivenöl ist teuer. Besonders Italien ist für seine hochwertigen Produkte bekannt. Doch die enthalten oft nicht, was sie versprechen, wie die italienische Lebensmittelpolizei aufgedeckt hat. Ein namhafter Betrieb in der Region Umbrien soll Millionen Liter Öl verschnitten haben. Marken wie Bertolli und Monini sollen von dem Betrug betroffen sein, ihre Produkte werden auch in deutschen Supermärkten vertrieben.

Die Lebensmittelpolizei hat in Italien Pansch bei Olivenölen festgestellt.
Olivenöle in Italien enthielten in einigen Fällen Lampant-Öl, das zur Herstellung von Lacken verwendet wird.
© Zentralbild, Z1060 Thomas Lehmann

Immer häufiger werden chemisch behandelte Olivenöle eingesetzt, so Maurizio Ingi von der Lebensmittelpolizei. "Das ist auf keinen Fall erlaubt." In einigen Fällen enthielten die Produkte sogar Lampant-Öl, das zur Herstellung von Lacken verwendet wird. Rund 70 Betrugsfälle gab es 2013 in Italien – die Dunkelziffer soll noch viel höher liegen.

"Öl wurde als italienisch deklariert, welches bestenfalls zu 70 Prozent italienisch war", sagt Staatsanwalt Aldo Natalini. Olivenöl sei als 'extra nativ' gekennzeichnet worden, war aber in Wirklichkeit nur von minderer Qualität. "Flüssiges, farbiges Fett", nennt Olivenbauer Alessandro Damiani die gepanschten Öle. Nur bei Ölen mit D.O.P.-Kennzeichnung und Siegeln wie BIO könne sich der Kunde der Qualität des Produkts sicher sein.