Profile, die sich von selbst löschen. Fotos, die nach dem Ansehen verschwinden. Und ein Filter für „Turn-ons“ statt Hobbys – Pure ist keine klassische Partnerbörse, sondern eine explizit sexpositive App für offene, unverbindliche Begegnungen. Wir zeigen ehrlich, was dahintersteckt.
Betrieben wird Pure von der Online Classifieds AG. Die App wurde 2012 von den ukrainischen Unternehmern Roman Sydorenko und Oleksandr Kukhtenko konzipiert und im Oktober desselben Jahres im US-App-Store veröffentlicht. Das Konzept: Statt eines dauerhaften Profils veröffentlichst du eine anonyme „Anzeige“, was du suchst. Chats sind auf maximal eine Stunde begrenzt und löschen sich danach automatisch. Anders als bei Parship oder LoveScout24 geht es hier explizit nicht um klassische Partnersuche, sondern um offene, unverbindliche Begegnungen – die App positioniert sich selbst als Raum für „Neugierige“, die ehrlich zu ihren Absichten stehen wollen.
Dieser Test zeigt, wie das Konzept in der Praxis funktioniert, was Pure kostet, welche Sicherheitsfunktionen es gibt – und für wen sich die App überhaupt eignet.

Wie das Konzept bei Pure funktioniert
Statt eines Persönlichkeitstests oder einer Swipe-Mechanik arbeitet Pure mit zeitlich begrenzten Anzeigen: Du schreibst kurz, wonach du suchst, und dein Beitrag erscheint im Feed anderer Nutzer in deiner gewählten Stadt – dabei kannst du weltweit jede beliebige Stadt einstellen, nicht nur deinen aktuellen Standort. Reagiert jemand, öffnet sich ein Chat, der auf maximal eine Stunde begrenzt ist und sich danach von selbst löscht. Statt nach Hobbys filterst du nach „Turn-ons“ – konkreten Vorlieben und Interessen, die auch expliziter oder kinkbezogener Natur sein können.
- Anzeige erstellen: kurzer Text, was du suchst, optional ein Foto
- Stadt wählen: beliebig, weltweit – nicht an den eigenen Standort gebunden
- Reaktionen erhalten: andere Nutzer melden Interesse an deiner Anzeige
- Chat führen: maximal eine Stunde, danach löscht sich die Unterhaltung automatisch
Die Erfolgschancen hängen stark davon ab, in welcher Stadt du suchst und wie offen du für das Konzept bist. In Großstädten ist laut mehreren unabhängigen Tests mehr Bewegung im Feed, in kleineren Städten kann eine Anzeige auch ohne Reaktion verstreichen. Ein unabhängiger Test bemängelt zudem eine insgesamt eher geringe Resonanz sowie eine Paywall, die vor allem männliche Nutzer stärker einschränkt als weibliche.
Für wen ist Pure geeignet?
Pure richtet sich an Erwachsene ab 18, die offen für unverbindliche, auch explizit sexuelle Begegnungen sind und dabei größtmögliche Anonymität schätzen. Die App bedient laut eigener Beschreibung ausdrücklich unterschiedliche Orientierungen, Identitäten und Beziehungsformen. Wichtig für die Erwartungshaltung: Wer eine klassische Partnersuche mit Persönlichkeitsabgleich sucht, ist bei Pure an der falschen Adresse – dafür sind Parship oder ElitePartner die passendere Wahl.
| ✅ Passend, wenn … | ❌ Eher nicht, wenn … |
|---|---|
| du offen für unverbindliche, auch explizit sexuelle Begegnungen bist | du eine ernsthafte, langfristige Partnerschaft suchst |
| dir maximale Anonymität und selbstlöschende Chats wichtig sind | du in einer kleineren Stadt lebst und auf große Auswahl angewiesen bist |
| du in einer Großstadt lebst oder gezielt eine größere Stadt einstellen kannst | du kostenlos vollständig aktiv werden möchtest – die Paywall ist spürbar, besonders für Männer |
| du volljährig bist und mit einer offenen, sexpositiven Ausrichtung der App einverstanden bist | du romantischere, auf Tiefe angelegte Gespräche suchst |
Vorteile und Nachteile von Pure
Vorteile
- ✔Konsequente Anonymität – keine dauerhaften Profile, selbstlöschende Chats und Fotos
- ✔Echte Sicherheitsfunktionen: Screenshot-Benachrichtigung, automatische Scam-Wort-Erkennung, „Safety Signal“-Feature
- ✔Offen für unterschiedliche Orientierungen, Identitäten und Beziehungsformen
- ✔Sehr schneller, unkomplizierter Einstieg ohne langen Fragebogen
Nachteile
- ✖Laut unabhängigem Test insgesamt geringe Resonanz auf Anzeigen
- ✖Harte Paywall, die besonders männliche Nutzer stark einschränkt
- ✖Kein Matching-Algorithmus – Erfolg hängt stark vom Anzeigentext und der Stadt ab
- ✖Nicht geeignet für romantisches Kennenlernen mit Tiefgang – dafür fehlt das Konzept
Die besten Alternativen zu Pure
Pure deckt vor allem unverbindliche, offene Begegnungen ab. Wer stattdessen romantischere Gespräche mit mehr Tiefe sucht, ist bei Feeld oder Hinge besser aufgehoben; wer kostenlos einsteigen möchte, findet bei Tinder oder Finya eine Alternative; wer mehr Kontakte in Deutschland sucht, kommt bei Tinder oder LoveScout24 schneller ans Ziel. Aus unserem Partnernetzwerk passen thematisch am besten:
Wer merkt, dass eigentlich eine feste Beziehung im Vordergrund steht, findet bei Parship mit wissenschaftlichem Persönlichkeitstest den passenderen Ansatz.
Erfahrungen bei Pure
Was Pure gut macht
Der Datenschutzansatz ist konsequent umgesetzt: Fotos löschen sich selbst, sobald sie angesehen wurden, Screenshots lösen eine Benachrichtigung an die andere Person aus, und Chats verschwinden nach spätestens einer Stunde vollständig. Zusätzlich betreibt der Anbieter nach eigenen Angaben eine automatische Erkennung von Scam- und Spam-Accounts sowie Warnhinweise bei typischen Betrugs-Trigger-Wörtern – inklusive der ausdrücklichen Empfehlung, nicht auf externe Messenger zu wechseln. Ende 2025 kam zusätzlich ein „Safety Signal“-Feature hinzu, das Nutzer beim Übergang von Chat zu realem Treffen unterstützen soll.
Wo Pure Schwächen zeigt
Ein unabhängiger Test attestiert der App eine insgesamt geringe Resonanz sowie eine harte Paywall, die vor allem männliche Nutzer beim kostenlosen Ausprobieren stark einschränkt – wer als Mann ernsthaft mitmachen will, kommt am Abo praktisch nicht vorbei. Da es keinen Matching-Algorithmus gibt, hängt der Erfolg fast vollständig vom eigenen Anzeigentext und der gewählten Stadt ab. Für alle, die romantischere, auf Beziehungstiefe angelegte Gespräche suchen, ist das Konzept schlicht nicht gemacht – das ist bei Pure aber explizite Ausrichtung, kein Versehen.
Bewertungen und Tests
Ein Testurteil von Stiftung Warentest oder DISQ liegt für Pure nicht vor. Im App Store liegt die Bewertung je nach Region bei rund 3,7 von 5 Sternen. Deutsche Vergleichsportale beschreiben das Design als auffällig und illustrativ, kritisieren aber übereinstimmend die geringe Resonanz sowie die für Männer besonders spürbare Paywall.
Preise und Gebühren bei Pure
Pure bietet laut offiziellen Angaben Abos in vier Laufzeiten an: Woche, Monat, Halbjahr und Jahr. Die konkreten Preise variieren je nach Land und werden direkt in der App angezeigt – pauschale Eurobeträge sind deshalb nicht seriös nennbar. Ohne Abo kannst du zwar eine Anzeige aufgeben, aber laut Anbieter benötigst du ein aktives Abonnement, um online zu gehen und mit anderen Nutzern zu chatten.
⚠️ Wichtig: Laut den offiziellen Nutzungsbedingungen verlängern sich alle Pure-Abos automatisch, wenn du nicht mindestens 24 Stunden vor Ablauf der aktuellen Abo-Periode kündigst. Das lässt sich jederzeit über die Einstellungen des jeweiligen App-Stores erledigen.
Anmeldung bei Pure
- App herunterladen für iOS oder Android, Mindestalter 18 Jahre
- Registrieren ohne Verknüpfung zu Social-Media-Konten
- Foto hochladen (optional) und Grundangaben machen
- Stadt auswählen – weltweit frei wählbar
- Erste Anzeige erstellen, um andere Nutzer im Feed zu sehen
Die Anmeldung dauert wenige Minuten. Erst mit einer eigenen Anzeige wird der Feed anderer Nutzer sichtbar – das ist Teil des Konzepts, kein technisches Hindernis.
Gibt es eine Pure App?

Ja, Pure ist ausschließlich als App für iOS und Android verfügbar, eine Desktop-Website mit vollem Funktionsumfang gibt es nicht. Die App ist bewusst reduziert gehalten: ein Feed, eine Anzeige, ein Timer. Push-Benachrichtigungen informieren über neue Reaktionen und Nachrichten.
Pure kündigen
Pure-Abos verlängern sich automatisch. Die Kündigung erfolgt ausschließlich über die Einstellungen des App-Stores, über den du bezahlt hast – nicht innerhalb der Pure-App selbst.
Kündigung über iOS (Apple)
- Einstellungen → dein Name (Apple-ID) → „Abonnements“
- Pure auswählen und auf „Abonnement kündigen“ tippen
Kündigung über Google Play
- Google Play Store → Profilbild → „Zahlungen & Abos“ → „Abos“
- Pure auswählen und auf „Kündigen“ tippen
⚠️ Wichtig: Kündige mindestens 24 Stunden vor Ablauf der aktuellen Abo-Periode – danach wird die nächste Zahlung automatisch ausgelöst. Da Pure ohnehin keine dauerhaften Daten speichert, ist über die Kündigung hinaus in der Regel keine zusätzliche Kontolöschung notwendig.
Unser Fazit zu Pure
Pure ist eine konsequent umgesetzte App für ein sehr spezifisches Bedürfnis: anonyme, unverbindliche, auch explizit sexuelle Begegnungen ohne digitalen Fußabdruck. Die Sicherheits- und Datenschutzfunktionen sind ernst zu nehmen und gehen über das hinaus, was viele Mainstream-Apps bieten. Gleichzeitig ist die App genau das nicht: eine Partnervermittlung. Wer das Konzept kennt und bewusst danach sucht, bekommt ein funktionierendes, wenn auch nicht immer stark frequentiertes Werkzeug.
- Betreiber ist die Online Classifieds AG, die App ist seit 2012 verfügbar.
- Konzept: zeitlich begrenzte, anonyme Anzeigen statt dauerhafter Profile; Chats löschen sich nach maximal einer Stunde.
- Ausdrücklich sexpositive Ausrichtung mit Filterung nach Vorlieben statt Hobbys – keine klassische Partnersuche.
- Echte Sicherheitsfunktionen: Screenshot-Benachrichtigung, Scam-Wort-Erkennung, „Safety Signal“.
- Abos in vier Laufzeiten (Woche, Monat, Halbjahr, Jahr), Preise variieren je nach Land.
- Kündigung mindestens 24 Stunden vor Ablauf über den jeweiligen App-Store.
- Unabhängige Tests bemängeln geringe Resonanz und eine besonders für Männer harte Paywall.
Empfehlenswert für: volljährige Nutzer, die offen für unverbindliche, auch explizit sexuelle Begegnungen sind und dabei größtmögliche Anonymität schätzen.
Besser eine Alternative, wenn: du eine ernsthafte, auf Dauer angelegte Partnerschaft suchst – dann ist Parship die passendere Wahl.
Häufige Fragen zu Pure
Pure wird von der Online Classifieds AG betrieben. Die App wurde 2012 von den ukrainischen Unternehmern Roman Sydorenko und Oleksandr Kukhtenko konzipiert und im Oktober desselben Jahres im US-App-Store veröffentlicht.
Nein, nicht im klassischen Sinn. Pure ist explizit auf unverbindliche, auch sexuelle Begegnungen ausgelegt, nicht auf eine langfristige Partnerschaft. Wer eine ernsthafte Partnersuche mit Persönlichkeitsabgleich sucht, ist bei Anbietern wie Parship oder ElitePartner besser aufgehoben.
Chats bei Pure sind auf maximal eine Stunde begrenzt und löschen sich danach automatisch, ebenso wie einmal angesehene Fotos. Das ist ein zentraler Teil des Anonymitätskonzepts der App.
Pure bietet Abos in vier Laufzeiten an: Woche, Monat, Halbjahr und Jahr. Die genauen Preise variieren je nach Land und werden direkt in der App angezeigt. Ohne Abo kannst du zwar eine Anzeige erstellen, für aktives Chatten mit anderen Nutzern ist aber ein Abonnement notwendig.
Die Kündigung läuft ausschließlich über die Einstellungen des App-Stores, über den du bezahlt hast – bei Apple über Einstellungen → Abonnements, bei Google Play über Zahlungen & Abos. Kündige mindestens 24 Stunden vor Ablauf der aktuellen Periode, sonst verlängert sich das Abo automatisch.
Pure setzt nach eigenen Angaben auf automatische Erkennung von Scam- und Spam-Accounts sowie Warnhinweise bei typischen Betrugs-Trigger-Wörtern. Die App rät ausdrücklich davon ab, das Gespräch auf externe Messenger zu verlagern. Seit Ende 2025 gibt es zusätzlich ein ‚Safety Signal‘-Feature für den Übergang zu realen Treffen. Trotzdem gilt: gesunder Menschenverstand und Vorsicht bei sehr schnellen, unpersönlichen Kontaktversuchen.
Ein unabhängiger Test beschreibt eine Paywall, die männliche Nutzer beim kostenlosen Ausprobieren spürbar stärker einschränkt als weibliche. Genaue, geschlechtsspezifische Konditionen können sich ändern – verbindlich sind die aktuellen Angaben im Bestellprozess der App.
