Rund 90.000 aktive Mitglieder in Deutschland, ein Frauenanteil von 57 % und eine Akademikerquote von über 80 % – Kultivierte Singles bedient eine Nische, die sonst kaum jemand so konsequent besetzt. Gleichzeitig gibt es die App nur auf Englisch und nur für iPhone, und die Preisangaben schwanken je nach Quelle um den Faktor drei. Ich habe die Plattform mehrere Wochen genutzt und beide Seiten geprüft.
Kultivierte Singles ist eine Partnervermittlung, keine Singlebörse. Du durchsuchst hier keine Profildatenbank, sondern absolvierst zunächst einen Persönlichkeitstest und erhältst anschließend täglich berechnete Partnervorschläge. Betreiber ist die be2 S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg, die seit 2005 im Dating-Markt aktiv ist und mehrere Portale gleichzeitig führt. In der Schweiz und international läuft dieselbe Plattform unter dem Namen Academic Singles – wer danach sucht, landet also beim selben Angebot.
Dieser Test beantwortet die Fragen, die vor der Anmeldung zählen: Wie gut sind die Partnervorschläge wirklich? Was geht ohne Bezahlung? Was kostet Premium – und warum ist das so schwer herauszufinden? Wie kommst du wieder aus dem Vertrag heraus? Und für wen lohnt sich die Plattform gegenüber ElitePartner oder Parship?

Erfolgschancen bei Kultivierte Singles
Die Plattform gehört zu den kleineren Anbietern im Premium-Segment – und das ist die wichtigste Zahl, die du vor der Anmeldung kennen solltest. Testberichte nennen rund 90.000 aktive Mitglieder in Deutschland. Zum Vergleich: ElitePartner und Parship bewegen sich im Millionenbereich. Das bedeutet nicht automatisch schlechtere Chancen, aber es bedeutet weniger Vorschläge pro Woche und eine spürbar dünnere Abdeckung außerhalb der Ballungsräume.
Wofür die Plattform diese kleinere Basis eintauscht, ist Homogenität. Der Anbieter wirbt mit einer Akademikerquote von 100 % – realistisch erreicht wird dieser Wert nicht, unabhängige Tests kommen auf über 80 % der Mitglieder mit Hochschulabschluss. Das ist immer noch außergewöhnlich hoch. Das Durchschnittsalter liegt bei 41 Jahren, rund 80 % der Mitglieder sind zwischen 25 und 55.
So läuft der Weg zum ersten Kontakt:
- Persönlichkeitstest absolvieren – kostenlos und obligatorisch, er ist die Grundlage aller Vorschläge.
- Profil füllen – hier gilt eine Besonderheit: Je vollständiger dein eigenes Profil, desto mehr siehst du in den Profilen deiner Vorschläge.
- Partnervorschläge erhalten – das System aktualisiert die Liste täglich.
- Kontakt aufnehmen – eingehende Nachrichten kannst du auch ohne Abo jeweils einmalig beantworten.
- Fotos freischalten – ohne Premium bleiben die Bilder anderer Mitglieder unkenntlich.
- Video-Date vereinbaren – anonym und verschlüsselt, ohne Preisgabe persönlicher Daten.
Der Anbieter selbst gibt an, dass 41 % der Mitglieder über die Plattform einen Partner finden. Solche Zahlen stammen aus internen Erhebungen und sind nicht unabhängig geprüft – nimm sie als Orientierung, nicht als Versprechen. Realistischer ist diese Einordnung: Wer den Test sorgfältig ausfüllt, sein Profil vollständig bestückt und in einer größeren Stadt lebt, bekommt brauchbare Vorschläge. Wer auf dem Land wohnt, wird die kleine Mitgliederbasis schnell spüren.
Für wen ist Kultivierte Singles geeignet?
Die Zielgruppe ist eng gefasst und das ist Absicht: berufstätige Singles mit Hochschulabschluss oder vergleichbarer Bildung, meist zwischen 30 und 55, die eine langfristige Partnerschaft suchen und Wert darauf legen, dass das Gegenüber einen ähnlichen Hintergrund mitbringt. Wer flirten will oder unverbindliche Kontakte sucht, ist hier falsch – die Plattform ist auf Beziehungsanbahnung ausgelegt und macht daraus kein Geheimnis.
Der zweite, unbequemere Filter ist der Preis. Ohne Premium bleiben die Fotos anderer Mitglieder unkenntlich und der Nachrichtenaustausch stark begrenzt. Wer sich hier anmeldet, sollte damit rechnen, am Ende zu zahlen.
3,1 / 5 ★★★☆☆
Testergebnisse
Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, für wen die Plattform passt – und wer besser woanders sucht:
| ✅ Ideal für … | ❌ Weniger geeignet für … |
|---|---|
| Akademiker, denen ein ähnlicher Bildungshintergrund wichtig ist | Wer unverbindlich flirten möchte |
| Berufstätige, die sich die Vorauswahl abnehmen lassen wollen | Wer frei in einer Profildatenbank stöbern will |
| Singles, die ihre Fotos nicht öffentlich zeigen möchten | Singles in ländlichen Regionen – die Basis ist zu klein |
| Wer eine kürzere Vertragslaufzeit als sechs Monate sucht | Wer eine deutschsprachige App auf dem Android-Handy braucht |
| Menschen, die manuell geprüfte Profile schätzen | Preisbewusste Singles mit festem Monatsbudget |
Ein konkretes Beispiel: Wer als Ärztin oder Ingenieur wenig Zeit hat, keine Lust auf Swipe-Apps und den Wunsch, dass das Gegenüber den eigenen Arbeitsalltag versteht, ist hier passend aufgehoben. Wer dagegen in einer Kleinstadt lebt und erwartet, täglich mehrere neue Vorschläge zu bekommen, wird von der Mitgliederzahl gebremst – daran ändert auch der beste Algorithmus nichts.
Falls dir die Mitgliederbasis zu klein ist, lohnt der Blick auf Anbieter mit ähnlichem Anspruch und größerer Reichweite: ElitePartner setzt ebenfalls auf Akademiker, hat aber ein Vielfaches an aktiven Mitgliedern. Parship bietet das ausgereifteste Matching im deutschen Markt. Und LemonSwan prüft jedes Profil manuell und ist für Studierende, Azubis und Alleinerziehende sogar kostenlos. Alle drei lassen sich gratis ausprobieren.
Vorteile und Nachteile von Kultivierte Singles
Die Stärken der Plattform liegen bei der Zielgruppe und beim Datenschutz, die Schwächen bei Reichweite, Preistransparenz und Technik. Das ist ein klares Profil – und für einen Teil der Suchenden genau das Richtige.
Vorteile
- ✔Außergewöhnlich hoher Akademikeranteil – über 80 % mit Hochschulabschluss
- ✔Frauenanteil von 57 % – Männer sind hier nicht in der Überzahl
- ✔Du steuerst selbst, wer deine Fotos sehen darf – das bieten Parship und ElitePartner so nicht
- ✔Manuelle Profilprüfung vor der Freischaltung, geprüfte Bilder
- ✔Laufzeit ab drei Monaten buchbar – die Konkurrenz startet meist bei sechs
- ✔Anonyme, verschlüsselte Video-Dates vor dem ersten Treffen
Nachteile
- ✖Deutlich kleinere Mitgliederbasis als ElitePartner oder Parship
- ✖Preise stark schwankend und vorab kaum zu ermitteln
- ✖App nur für iOS und nur auf Englisch – Android-Nutzer bleiben außen vor
- ✖Automatische Verlängerung um ein volles Jahr, Kündigung nur schriftlich
- ✖Kundenservice ausschließlich per E-Mail erreichbar
- ✖Profil kann auch auf Schwesterportalen des Betreibers erscheinen
Erfahrungen bei Kultivierte Singles
Was Kultivierte Singles wirklich gut macht
Der stärkste und am wenigsten beworbene Vorteil ist die Kontrolle über die eigenen Fotos. Bei Parship und ElitePartner entscheidest du im Wesentlichen nur, ob du ein Bild hochlädst. Hier legst du fest, wer es sehen darf – Bilder bleiben standardmäßig unkenntlich und werden gezielt freigegeben. Für Menschen in exponierten Berufen, die nicht wollen, dass Patienten, Mandanten oder Kollegen sie auf einer Dating-Plattform entdecken, ist das ein echtes Argument.
Zweiter Punkt: das Bildungsniveau. Die Akademikerquote ist real und deutlich sichtbar, sobald man die ersten Profile liest. Die Vorschläge sind ausführlich ausgefüllt, die Formulierungen durchdacht, und der Einstieg ins Gespräch fällt entsprechend leichter als bei Portalen mit drei Zeilen Selbstbeschreibung. Dass Profile vor der Freischaltung manuell geprüft werden, merkt man ebenfalls – Fake-Profile sind kaum ein Thema.
Wo Kultivierte Singles Grenzen hat
Die Mitgliederzahl ist das Kernproblem. Ein Tester formuliert es deutlich: Die Qualität der Partnervorschläge fällt gegenüber Parship und ElitePartner ab – nicht weil der Algorithmus schlechter wäre, sondern weil er aus zu wenigen Profilen auswählen kann. In Berlin, Hamburg oder München fällt das kaum auf. In einer Stadt mit 60.000 Einwohnern schon nach wenigen Tagen.
Der zweite Kritikpunkt betrifft den Preis. Je nach Quelle und Zeitpunkt kursieren völlig unterschiedliche Tarife – von rund 20 € im Monat bei langer Laufzeit bis zu 80 € für einen einzelnen Monat. Verlässlich siehst du den Preis erst im Bestellprozess. Rechne dort den Gesamtbetrag für die komplette Laufzeit aus, bevor du bestätigst.
Und drittens: Die App gibt es nur für iPhone und nur auf Englisch, geführt unter dem Namen Academic Singles. Android-Nutzer sind auf die mobile Website angewiesen, die brauchbar, aber nicht komfortabel ist. Bei einer Plattform in diesem Preissegment ist das ein deutlicher Rückstand.
Kultivierte Singles Bewertungen und Tests
Ein wichtiger Hinweis vorab: Kultivierte Singles taucht in den großen unabhängigen Vergleichsstudien nicht auf. In der jüngsten Kundenbefragung des Deutschen Instituts für Service-Qualität zu Online-Partnerbörsen wurden im Segment der Partnervermittlungen Parship, ElitePartner, Parwise, Gleichklang, eDarling und LemonSwan bewertet – dieser Anbieter war nicht dabei. Auch von Stiftung Warentest liegt keine separate Bewertung vor. Wer im Netz auf angebliche Testsiegel oder Punktzahlen stößt, sollte die Quelle genau prüfen.
Was es gibt, sind Fachtests spezialisierter Vergleichsportale. Deren Urteil ist bemerkenswert einheitlich – und deckt sich mit meinem Eindruck:
- Durchgängig gelobt: Bildungsniveau der Mitglieder, Qualität des Persönlichkeitstests, Datenschutz und Profilprüfung
- Durchgängig kritisiert: deutlich weniger aktive Mitglieder als bei ElitePartner
- Ebenfalls kritisiert: Kundenservice nur per E-Mail erreichbar
- Positiv hervorgehoben: Mitgliedschaft schon ab drei Monaten buchbar, während die Konkurrenz meist bei sechs beginnt
- Anbieterangabe: 41 % der Mitglieder finden nach eigenen Angaben einen Partner – nicht unabhängig geprüft
Preise und Gebühren bei Kultivierte Singles
Hier liegt die größte Schwäche der Plattform – nicht wegen der Höhe, sondern wegen der Undurchsichtigkeit. Die Tarife werden erst im Bestellprozess sichtbar, und öffentlich kursierende Angaben widersprechen sich deutlich. Nach unserer Recherche bewegen sich die Monatsbeträge in dieser Spanne:
- 1 Monat: ca. 70 bis 80 € pro Monat
- 3 Monate: ca. 40 bis 70 € pro Monat
- 6 Monate: ca. 22 bis 40 € pro Monat
- 12 Monate: ca. 19 bis 20 € pro Monat
Die Spannen sind bewusst so angegeben, weil verbindliche Festpreise nicht öffentlich abrufbar sind. Entscheidend ist ohnehin nicht der Monatsbetrag, sondern die Gesamtsumme: Bei zwölf Monaten summieren sich auch 19,99 € auf einen dreistelligen Betrag, der im Voraus abgebucht wird.
⚠️ Prüfe den Gesamtbetrag vor dem Klick: Angezeigt wird der Monatspreis, abgebucht der volle Betrag für die gesamte Laufzeit. Rechne kurz nach, bevor du bestätigst – das ist der häufigste Grund für böse Überraschungen bei Partnervermittlungen.
Kann Kultivierte Singles kostenlos genutzt werden?
Ja, und der kostenlose Teil ist größer als oft dargestellt. Du kannst dich registrieren, den kompletten Persönlichkeitstest absolvieren, dein Profil anlegen und deine Partnervorschläge einsehen. Ein oft übersehenes Detail: Eingehende Kontaktaufnahmen kannst du jeweils einmalig beantworten – ohne Abo. Damit lässt sich prüfen, ob überhaupt Resonanz kommt.
Eine Besonderheit betrifft die Detailtiefe: Wie viel du in den Profilen deiner Vorschläge siehst, hängt davon ab, wie vollständig du dein eigenes Profil ausgefüllt hast. Wer nur das Nötigste angibt, sieht bei anderen entsprechend wenig. Das ist ein cleverer Anreiz – und ein guter Grund, sich beim Ausfüllen Mühe zu geben.
Übersicht der kostenlosen Funktionen
- Registrierung und vollständiger Persönlichkeitstest
- Profil anlegen und Fotos hochladen
- Tägliche Partnervorschläge einsehen
- Detailinformationen in Profilen ansehen – abhängig vom eigenen Profilfüllgrad
- Eingehende Kontaktaufnahmen jeweils einmalig beantworten
- Eigenes freigegebenes Profilfoto anzeigen lassen
Mit Premium kommen der unbegrenzte Nachrichtenaustausch mit anderen Premium-Mitgliedern, die Anzeige der Fotos deiner Vorschläge und die Liste deiner Profilbesucher hinzu. Gerade Letztere ist praktischer, als sie klingt: Du siehst, wer sich bereits für dich interessiert hat, und kannst gezielt genau diese Personen ansprechen. Als Zahlungsarten stehen Kreditkarte, Lastschrift und PayPal zur Verfügung.
Anmeldung und Profilerstellung
Wie funktioniert die Anmeldung?
- Geschlecht und Suchpräferenz wählen – direkt auf der Startseite, ohne vorherige Registrierung.
- Persönlichkeitstest absolvieren – Charakter, Werte, Interessen und Vorstellungen vom Wunschpartner.
- E-Mail-Adresse und Passwort festlegen und die Registrierung abschließen.
- Profil vervollständigen – je mehr Felder du ausfüllst, desto mehr siehst du bei anderen.
- Foto hochladen – es wird redaktionell geprüft und erst danach freigegeben.
- Erste Vorschläge ansehen – sie erscheinen unmittelbar nach Abschluss des Tests.
Ein praktischer Tipp aus dem Test: Melde dich am Rechner an, nicht am Handy. Der Fragebogen und die Profiltexte lassen sich am Laptop deutlich angenehmer ausfüllen – und da die App nur auf Englisch existiert, ist die Desktop-Variante ohnehin der bessere Einstieg.
Der Persönlichkeitstest
Der Test ist obligatorisch und bildet die Grundlage für alle Vorschläge. Erfasst werden Charaktereigenschaften, Werte, Interessen, soziale Aspekte und Bildungshintergrund. Anders als bei Parship, wo der Fragebogen bekanntermaßen sehr umfangreich ausfällt, ist er hier vergleichsweise kompakt gehalten – das senkt die Einstiegshürde, reduziert aber auch die Datenbasis für das Matching.
Alle Angaben aus dem Profil und die Testantworten fließen zu einem Persönlichkeitsprofil zusammen, aus dem das System täglich neue Vorschläge berechnet. Eine freie Suche in der Mitgliederdatenbank ist nicht vorgesehen.
„Bei einer Partnervermittlung mit kleiner Mitgliederbasis entscheidet nicht die Qualität des Algorithmus über den Erfolg, sondern die Frage, ob in deiner Region überhaupt genug passende Menschen angemeldet sind. Genau das solltest du in der kostenlosen Phase herausfinden.“
Mit diesen Tipps verbesserst du dein Profil
- Alle Felder ausfüllen: Hier zahlt es sich doppelt aus – ein vollständiges Profil zeigt dir mehr Details in den Profilen deiner Vorschläge.
- Foto trotz Privatsphäre hochladen: Du entscheidest selbst, wer es sieht. Ohne freigegebenes Bild siehst du umgekehrt auch die Fotos anderer nicht klar.
- Konkret statt allgemein: „Ich lese gern“ sagt wenig. „Ich habe gerade den letzten Roman von Kehlmann durch“ ist ein Gesprächsanfang.
- Suchradius großzügig setzen: Bei dieser Mitgliederzahl ist ein enger Umkreis der schnellste Weg zu einer leeren Vorschlagsliste.
- Rechtschreibung prüfen: Auf einer Plattform, die mit Bildungsniveau wirbt, fällt ein sauberer Text besonders positiv auf.
Kontakte finden und chatten
Die Kontaktaufnahme ist gestuft aufgebaut und nimmt damit Druck aus dem ersten Schritt. Weil die Profile hier ungewöhnlich ausführlich sind, hast du fast immer einen konkreten Anknüpfungspunkt – nutze ihn. Eine Nachricht, die sich auf einen bestimmten Satz aus dem Profil bezieht, bekommt auf dieser Plattform deutlich zuverlässiger eine Antwort als eine allgemeine Begrüßung.
Fotofreigabe als Vertrauenssignal
Die Foto-Privatsphäre ist nicht nur ein Schutzmechanismus, sondern auch ein Kommunikationsmittel. Weil Bilder standardmäßig unkenntlich bleiben, ist die gezielte Freigabe für eine bestimmte Person ein bewusstes Signal – vergleichbar damit, jemandem im Gespräch etwas Persönliches anzuvertrauen. Viele Mitglieder nutzen das genau so: erst schreiben, dann Foto freigeben. Wer das versteht, wirkt deutlich souveräner als jemand, der im ersten Satz nach Bildern fragt.
Video-Date
Das Video-Date läuft direkt über die Plattform und ist bewusst datensparsam gebaut: Die Verbindung ist verschlüsselt, dein Gegenüber erhält keinen Zugriff auf Telefonnummer oder Adresse, und du bestimmst, mit wem ein Gespräch stattfindet und wie lange es dauert. Für eine Zielgruppe, die aus beruflichen Gründen oft Wert auf Diskretion legt, ist das mehr als ein nettes Extra – es ist einer der überzeugendsten Punkte der ganzen Plattform.
Gibt es eine Kultivierte Singles App?
Nur eingeschränkt – und das ist erklärungsbedürftig. Eine App existiert, aber ausschließlich für iOS, und sie läuft dort auf Englisch unter dem internationalen Markennamen Academic Singles. Wer im App Store nach „Kultivierte Singles“ sucht, findet nichts.
Für Android-Nutzer gibt es keine App. Sie sind auf die mobile Website angewiesen, die funktioniert, aber weder besonders komfortabel noch besonders schnell ist. Nachrichten lesen und schreiben sowie Vorschläge ansehen klappt unterwegs, das Ausfüllen längerer Texte ist mühsam.
Wichtig für die Kostenseite: Buchst du Premium über die iOS-App, läuft der Vertrag über Apple – und die Kündigung dann ausschließlich über die Abo-Verwaltung deines Apple-Kontos. Wer sich das ersparen will, bucht direkt über die Website.
Kultivierte Singles im Vergleich
Der direkte Wettbewerb sind Partnervermittlungen mit Akademiker-Fokus. Die folgende Tabelle ordnet die Plattform in diesem Feld ein:
| Anbieter | Preis ab | Zielgruppe | Kürzeste Laufzeit | Foto-Privatsphäre | App | Reichweite |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kultivierte Singles | ca. 19,99 €/Mon | Akademiker, 25–55 | 3 Monate | ✅ Selbst steuerbar | ⚠️ Nur iOS, Englisch | ca. 90.000 aktiv (DE) |
| ElitePartner | ca. 29,90 €/Mon | Akademiker, 30+ | 6 Monate | ❌ Nein | ✅ Ja | Millionenbereich |
| Parship | ca. 44,90 €/Mon | Ernsthafte Suche, 30–55 | 3 Monate | ❌ Nein | ✅ Ja | Millionenbereich |
| LemonSwan | ca. 35 €/Mon | Ernsthafte Suche, alle Altersgruppen | 6 Monate | ❌ Nein | ✅ Ja | Mittelgroß |
| eDarling | variabel | Ernsthafte Suche, 30+ | 6 Monate | ❌ Nein | ✅ Ja | Groß |
Das Bild ist eindeutig: Bei Preis, kurzer Mindestlaufzeit und Foto-Privatsphäre liegt Kultivierte Singles vorn. Bei Reichweite und App-Verfügbarkeit deutlich hinten. Welche Seite schwerer wiegt, hängt fast vollständig davon ab, wo du wohnst.
Alternativen zu Kultivierte Singles
ElitePartner ist die direkteste Alternative: gleiche Zielgruppe, gleicher Anspruch, aber ein Vielfaches an aktiven Mitgliedern. Wer außerhalb einer Großstadt lebt, sollte hier zuerst schauen – die größere Basis gleicht den etwas höheren Einstiegspreis meist mehr als aus.
Parship bietet das ausgereifteste Matching im deutschen Markt und ebenfalls eine Mindestlaufzeit von drei Monaten. Dafür ist es die teuerste Option im Vergleich – und der Persönlichkeitstest nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch.
LemonSwan setzt auf manuell geprüfte Profile und ein transparentes Preismodell. Studierende, Auszubildende und Alleinerziehende nutzen die Premium-Mitgliedschaft dort kostenlos – ein Ansatz, den sonst kein Anbieter in Deutschland verfolgt.
Kultivierte Singles kündigen
Das ist der Abschnitt, den du vor dem Abschluss lesen solltest, nicht danach. Die Premium-Mitgliedschaft verlängert sich automatisch – und zwar nicht um einen Monat, sondern um eine weitere volle Laufzeit. Bei einem Jahresabo bedeutet das ein zusätzliches Jahr.
Die Kündigung muss spätestens 14 Tage vor Ablauf der Laufzeit eingehen und schriftlich erfolgen. Ein Klick im Mitgliederbereich genügt nicht.
- Per E-Mail an den Kundenservice – mit Username und Registrierungs-E-Mail.
- Per Brief an die im Impressum angegebene Adresse des Betreibers in Luxemburg.
- Per Fax, sofern angeboten.
- Über Apple, falls du Premium in der iOS-App gebucht hast – dann ausschließlich dort in der Abo-Verwaltung.
⚠️ Trag dir den Termin sofort ein: Bei einer Jahreslaufzeit musst du 14 Tage vor Ablauf schriftlich gekündigt haben – sonst läuft der Vertrag ein weiteres Jahr. Setze dir die Erinnerung am Tag des Abschlusses, drei Wochen vor dem Enddatum. Und hebe die Kündigungsbestätigung auf.
Zusätzlich gilt das gesetzliche Widerrufsrecht: Innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss kannst du ohne Angabe von Gründen widerrufen. Nutzt du den Dienst in dieser Zeit bereits, wird der anteilige Wert verrechnet. Und wie bei allen Anbietern gilt: Zuerst das Abo kündigen, erst danach das Profil löschen.
Unser Fazit zu Kultivierte Singles
Kultivierte Singles macht eine Sache besser als alle großen Wettbewerber: Datenschutz. Die selbst gesteuerte Foto-Freigabe, die verschlüsselten Video-Dates und die manuelle Profilprüfung ergeben ein Umfeld, in dem sich auch Menschen anmelden können, die beruflich exponiert sind. Dazu kommt ein Bildungsniveau, das die Plattform tatsächlich hält, und ein Frauenanteil, der über dem Branchenschnitt liegt.
Dagegen steht eine Mitgliederbasis, die für eine Partnervermittlung dieser Preisklasse zu klein ist, eine Preisgestaltung, die sich vorab kaum ermitteln lässt, und eine Vertragsbindung, die sich um volle Laufzeiten verlängert. Die App gibt es nur für iPhone und nur auf Englisch.
- Betreiber ist die be2 S.à r.l. aus Luxemburg, seit 2005 im Dating-Markt aktiv.
- International läuft dieselbe Plattform unter dem Namen Academic Singles.
- Rund 90.000 aktive Mitglieder in Deutschland, Durchschnittsalter 41 Jahre.
- Über 80 % der Mitglieder haben einen Hochschulabschluss, 57 % sind Frauen.
- Persönlichkeitstest, Profil und Partnervorschläge sind kostenlos nutzbar.
- Eingehende Nachrichten lassen sich auch ohne Abo jeweils einmalig beantworten.
- Die Foto-Privatsphäre steuerst du selbst – ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Segment.
- Kündigung nur schriftlich und spätestens 14 Tage vor Ablauf der Laufzeit.
Empfehlenswert für: Akademiker in Ballungsräumen, denen Diskretion wichtig ist und die eine feste Beziehung suchen. Besonders passend für Menschen in Berufen, in denen ein öffentlich sichtbares Dating-Profil unangenehm wäre.
Besser eine Alternative wählen, wenn: du außerhalb einer größeren Stadt wohnst, ein Android-Handy nutzt und mobil daten willst, oder wenn du vor dem Abschluss genau wissen möchtest, was dich das Ganze kostet.
Gesamtbewertung: ★★★☆☆ (3,1 / 5) – starke Nische mit vorbildlichem Datenschutz, ausgebremst von zu kleiner Reichweite, intransparenten Preisen und einer unvollständigen App-Strategie.
Häufige Fragen zu Kultivierte Singles
Ja. Es handelt sich um dieselbe Plattform desselben Betreibers, nur unter unterschiedlichen Markennamen. In Deutschland heißt sie Kultivierte Singles, in der Schweiz und international Academic Singles. Auch die iOS-App läuft unter dem Namen Academic Singles. Wer nach einem der beiden Begriffe sucht, landet beim gleichen Angebot mit denselben Funktionen.
Teilweise. Registrierung, Persönlichkeitstest, Profilerstellung und das Einsehen der Partnervorschläge kosten nichts. Eingehende Kontaktaufnahmen kannst du jeweils einmalig beantworten. Was Premium erfordert: der unbegrenzte Nachrichtenaustausch, das Anzeigen der Fotos anderer Mitglieder und die Liste deiner Profilbesucher. Der kostenlose Umfang reicht aus, um zu prüfen, ob genug passende Mitglieder in deiner Region aktiv sind.
Testberichte nennen rund 90.000 aktive Mitglieder in Deutschland. Das ist deutlich weniger als bei ElitePartner oder Parship, die im Millionenbereich liegen. Für Großstädte reicht diese Basis, in ländlichen Regionen wird die Vorschlagsliste schnell dünn. Prüfe das unbedingt in der kostenlosen Phase, bevor du ein Abo abschließt – es ist der wichtigste Faktor für deinen Erfolg auf dieser Plattform.
Nein. Eine App existiert ausschließlich für iOS, und sie ist dort nur auf Englisch verfügbar, geführt unter dem Namen Academic Singles. Android-Nutzer müssen die mobile Website verwenden. Diese funktioniert für Nachrichten und Partnervorschläge, ist beim Ausfüllen längerer Texte aber unkomfortabel. Für die Anmeldung und den Persönlichkeitstest empfiehlt sich ohnehin der Rechner.
Das ist kein Fehler, sondern das Datenschutzkonzept der Plattform. Fotos bleiben standardmäßig unkenntlich, jedes Mitglied entscheidet selbst, wem es die Bilder freigibt. Zusätzlich benötigst du für die vollständige Anzeige eine Premium-Mitgliedschaft. Umgekehrt gilt: Wer selbst kein freigegebenes Profilfoto hinterlegt hat, sieht auch bei anderen weniger.
Das lässt sich vorab nur als Spanne angeben, weil die Tarife erst im Bestellprozess sichtbar werden und je nach Aktion schwanken. Öffentliche Angaben reichen von rund 70 bis 80 € für einen einzelnen Monat bis zu etwa 19 bis 20 € monatlich bei zwölfmonatiger Laufzeit. Entscheidend ist der Gesamtbetrag, der im Voraus abgebucht wird – rechne ihn vor der Bestätigung aus.
Schriftlich und spätestens 14 Tage vor Ablauf der laufenden Vertragsperiode – per E-Mail, Brief oder Fax an den Kundenservice, unter Angabe von Username und Registrierungs-E-Mail. Hast du Premium über die iOS-App gebucht, kündigst du ausschließlich in der Abo-Verwaltung deines Apple-Kontos. Ohne fristgerechte Kündigung verlängert sich der Vertrag um eine weitere volle Laufzeit.
Betreiber ist die be2 S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg, ein seit 2005 aktives Unternehmen, das mehrere Dating-Portale führt. Profile werden vor der Freischaltung manuell geprüft, Bilder kontrolliert, und die Kommunikation ist verschlüsselt. Fake-Profile sind kaum ein Thema. Kritik richtet sich in erster Linie gegen die Preisgestaltung und die Vertragsbedingungen, nicht gegen die Echtheit der Mitglieder.
Das ist möglich. Der Betreiber führt mehrere Dating-Marken parallel, wodurch Profile auf Schwesterportalen sichtbar werden können. Für die Reichweite ist das ein Vorteil, für die Privatsphäre nicht unbedingt. Wer eine strikte Trennung wünscht, sollte die Datenschutzerklärung vor der Anmeldung lesen und die Einstellungen im Konto entsprechend prüfen.
Das hängt vom Wohnort ab. Beide sprechen dieselbe Zielgruppe an, doch ElitePartner hat ein Vielfaches an aktiven Mitgliedern. In einer Großstadt kann Kultivierte Singles durch die selbst steuerbare Foto-Privatsphäre, den niedrigeren Einstiegspreis und die kürzere Mindestlaufzeit von drei Monaten die bessere Wahl sein. Außerhalb der Ballungsräume spricht die Reichweite klar für ElitePartner.
