Über 2 Millionen Menschen weltweit nutzen Feeld – eine App, die als „Tinder für Dreier“ startete und heute die bekannteste Plattform für nicht-monogame und queere Beziehungsmodelle ist. Wir zeigen, was wirklich dahintersteckt.
Feeld wurde 2014 vom bulgarischen Designer Dimo Trifonov gegründet, ursprünglich unter dem Namen „3nder“. Der Name musste 2016 nach einer Klage von Tinders Mutterkonzern Match Group wegen angeblicher Verwechslungsgefahr weichen – seither heißt die App Feeld. CEO ist heute Ana Kirova, Trifonovs damalige Partnerin, deren persönliche Erfahrung mit nicht-monogamen Gefühlen den Ausgangspunkt für die App lieferte. Betrieben wird Feeld von der unabhängigen Feeld Ltd.
Dieser Test zeigt, wie das Matching funktioniert, was wirklich kostenlos ist, wo die App an Grenzen stößt – inklusive eines Sicherheitsvorfalls, über den 2024 berichtet wurde – und für wen sich Feeld eignet.

Wie das Matching bei Feeld funktioniert
Feeld funktioniert im Grundprinzip wie eine klassische Swipe-App: liken oder überspringen, bei gegenseitigem Interesse entsteht ein Match und ein Chat öffnet sich. Der entscheidende Unterschied liegt im Profilsystem: Über 20 Geschlechtsidentitäten und ebenso viele sexuelle Orientierungen lassen sich hinterlegen, dazu kommt die Möglichkeit, „Desires“ (Vorlieben) anzugeben, nach denen du auch filtern kannst. Mit der Funktion Constellation können Paare oder Gruppen bis zu fünf Profile miteinander verknüpfen und so gemeinsam auftreten.
- Profil erstellen: allein, als Paar oder als verknüpfte Constellation
- Geschlecht, Orientierung und Desires angeben: über 20 Optionen je Kategorie
- Profile durchsuchen und nach Sympathie liken oder überspringen
- Bei Match chatten: Nachrichten sind für alle Nutzer kostenlos
Die Erfolgschancen hängen wie bei jeder Nischen-App stark vom Wohnort ab: In Großstädten ist die Community spürbar aktiver als auf dem Land. Wer außerhalb einer Metropole sucht, sollte den Suchradius bewusst großzügig einstellen.
Für wen ist Feeld geeignet?
Feeld richtet sich an Singles, Paare und Gruppen, die Beziehungsmodelle jenseits klassischer Monogamie erkunden möchten – von Polyamorie über offene Beziehungen bis zu queerem Dating jeder Art. Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren.
| ✅ Passend, wenn … | ❌ Eher nicht, wenn … |
|---|---|
| du offen für nicht-monogame oder queere Beziehungsmodelle bist | du eine klassische, monogame Partnersuche mit Persönlichkeitstest suchst |
| du als Paar oder Gruppe gemeinsam auftreten möchtest (Constellation) | du in einer sehr ländlichen Region lebst – dort ist die Community dünn |
| dir eine kostenlose Kernnutzung inklusive Nachrichten wichtig ist | dir Datenschutz-Vorfälle aus der Vergangenheit ein Ausschlusskriterium sind |
| du volljährig bist | du besonders hohe Ansprüche an technische Stabilität stellst |
Vorteile und Nachteile von Feeld
Vorteile
- ✔Matching und Nachrichten sind vollständig kostenlos, keine Paywall beim Chatten
- ✔Über 20 Geschlechtsidentitäten und Orientierungen, echte Constellation-Funktion für Paare/Gruppen
- ✔Pseudonyme statt Klarnamen möglich, private Fotos nur für ausgewählte Kontakte sichtbar
- ✔Werbefrei, keine Datenweitergabe an Werbenetzwerke
Nachteile
- ✖2024 wurden Sicherheitslücken bekannt, über die Dritte auf private Nachrichten und Fotos zugreifen konnten
- ✖Ein Update Ende 2023 führte zeitweise zu Login-Problemen und verschwundenen Chats/Profilen
- ✖Mitgliederdichte außerhalb großer Städte spürbar geringer
- ✖Kein wissenschaftliches Matching-Verfahren
Die besten Alternativen zu Feeld
Wer eine klassische, monogame Partnersuche mit strukturiertem Matching sucht, findet in den folgenden etablierten Anbietern eine passende Alternative. Innerhalb der Casual- und Community-Szene sind zudem JoyClub und C-Date thematisch verwandt:
Erfahrungen bei Feeld
Was Feeld gut macht
Der größte Pluspunkt bestätigt sich über mehrere unabhängige Quellen hinweg: Anders als bei den meisten Dating-Apps sind bei Feeld Matching und Nachrichten schreiben komplett kostenlos, keine Antwort ist auf eine einzige Nachricht begrenzt. Die Vielfalt an Geschlechts- und Orientierungsoptionen sowie die Constellation-Funktion für Paare und Gruppen sind im Markt weitgehend einzigartig. Auch beim Datenschutz punktet die App grundsätzlich: Pseudonyme statt Klarnamen, private Fotos nur für ausgewählte Kontakte, keine Werbeeinblendungen.
Wo Feeld an Grenzen stößt
Der gewichtigste Kritikpunkt betrifft die Sicherheit: Im März 2024 identifizierte das britische Cybersecurity-Unternehmen Fortbridge mehrere kritische Schwachstellen in der App. Dritte konnten dadurch auf private Nachrichten und Fotos zugreifen sowie Profile und Sucheinstellungen verändern. Feeld gibt an, die Lücken innerhalb von drei Monaten geschlossen zu haben, informierte betroffene Nutzer und Aufsichtsbehörden nach verfügbaren Berichten aber nicht direkt darüber. Zusätzlich sorgte ein größeres App-Update Ende 2023 vorübergehend für Login-Probleme und scheinbar verschwundene Chats und Profile. Wer diese Vorfälle kennt, kann informiert entscheiden, ob die App trotzdem infrage kommt.
Feeld Bewertungen und Tests
Ein Testurteil von Stiftung Warentest oder DISQ liegt für Feeld nicht vor – dafür ist die App zu nischig für die üblichen deutschen Vergleichsstudien. Belastbare, unabhängig verifizierte App-Store-Durchschnittswerte ließen sich nicht bestätigen; kursierende Zahlen sollten mit Vorsicht behandelt werden. Internationale Medien wie Vice, Wired und die britische GQ ordnen Feeld übereinstimmend als führende Plattform in ihrer Nische ein, verweisen aber auch auf die oben genannten Sicherheits- und Stabilitätsvorfälle.
Preise und Gebühren bei Feeld
Feeld ist im Kern kostenlos: Anmeldung, Profil, Matching und Nachrichten schreiben kosten nichts. Die kostenpflichtige Stufe heißt Majestic und schaltet Zusatzfunktionen frei – sie ist nicht nötig, um überhaupt chatten zu können.
Was kostenlos möglich ist
- Profil erstellen, inklusive Constellation-Verknüpfung
- Profile durchsuchen, liken und matchen
- Uneingeschränkt Nachrichten mit Matches austauschen
Majestic schaltet zusätzlich frei: Sehen, wer dich bereits geliked hat, unbegrenzte Likes, einen täglichen kostenlosen „Ping“, Incognito-Modus, private Fotos exklusiv für ausgewählte Kontakte sowie erweiterte Filter.
⚠️ Hinweis zu den Preisen: Majestic wird laut Anbieter monatlich oder jährlich abgerechnet, die Kosten variieren je nach Region. Eine einheitliche, unabhängig bestätigte Euro-Preisliste ließ sich nicht ermitteln – die verbindlichen Preise siehst du im Bestellprozess direkt in der App.
Im Vergleich zu Parship (ab ca. 44,90 €/Monat) oder ElitePartner (ab ca. 29,90 €/Monat) ist Feeld deutlich günstiger positioniert – allerdings mit einer völlig anderen Zielgruppe und ohne wissenschaftliches Matching.
Anmeldung bei Feeld
- App herunterladen und registrieren – ein Facebook-Konto ist nicht zwingend erforderlich
- Alter bestätigen – Mindestalter 18 Jahre
- Profiltyp wählen: Single, Paar oder Constellation
- Geschlecht, Orientierung und Desires angeben
- Fotos hochladen und Profiltext ergänzen
Die Anmeldung dauert etwa 10 Minuten. Der gesamte Ablauf findet ausschließlich in der App statt – eine vollwertige Website mit eigenem Login gibt es nicht.
Gibt es eine Feeld App?

Ja, Feeld ist als App für iOS und Android verfügbar, jeweils kostenlos zum Download. Voraussetzung sind mindestens Android 8 bzw. iOS 13. Eine Desktop-Website mit vollem Funktionsumfang existiert nicht – die App ist der einzige Zugangsweg.
Feeld kündigen
Ein Majestic-Abo verlängert sich automatisch, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Da Feeld keine eigene Website mit Kontoverwaltung hat, läuft die Kündigung ausschließlich über den App-Store, über den du bezahlt hast.
Kündigung über iOS
- Einstellungen → dein Name (Apple-ID) → „Abonnements“
- Feeld auswählen und auf „Abonnement kündigen“ tippen
Kündigung über Google Play
- Google Play Store → Profilbild → „Zahlungen & Abos“ → „Abos“
- Feeld auswählen und auf „Kündigen“ tippen
⚠️ Wichtig: Kündige rechtzeitig vor dem nächsten Abrechnungsdatum in den Store-Einstellungen. Eine einheitliche, verbindliche Kündigungsfrist ließ sich unabhängig nicht bestätigen – prüfe das nächste Abrechnungsdatum in deinem App-Store-Konto, um eine ungewollte Verlängerung zu vermeiden.
Unser Fazit zu Feeld
Feeld hat sich seit der Umbenennung von „3nder“ zur international bekanntesten Plattform für offene und queere Beziehungsmodelle entwickelt – mit einem seltenen Pluspunkt: Matching und Nachrichten sind wirklich kostenlos, nicht nur zum Anlocken. Die Vielfalt an Geschlechts- und Orientierungsoptionen sowie die Constellation-Funktion sind im Markt einzigartig. Der dokumentierte Sicherheitsvorfall von 2024 und die Instabilitäten nach dem Update Ende 2023 sollten aber Teil einer informierten Entscheidung sein.
- Gegründet 2014 von Dimo Trifonov als „3nder“, seit 2016 unter dem Namen Feeld, betrieben von der unabhängigen Feeld Ltd.
- Über 2 Millionen Mitglieder weltweit, Mindestalter 18 Jahre.
- Matching und Nachrichten sind vollständig kostenlos, Majestic schaltet Zusatzfunktionen frei.
- Über 20 Geschlechtsidentitäten und Orientierungen, Constellation für bis zu 5 verknüpfte Profile.
- 2024 dokumentierte Sicherheitslücken (Fortbridge), betroffene Nutzer wurden laut Berichten nicht direkt informiert.
- Verfügbar für iOS und Android, keine eigene Website mit Kontoverwaltung.
Empfehlenswert für: Singles, Paare und Gruppen, die offen für nicht-monogame oder queere Beziehungsmodelle sind und eine kostenlose Kernnutzung schätzen.
Besser eine Alternative, wenn: du eine klassische, monogame Partnersuche mit wissenschaftlichem Matching suchst – dann lohnt sich Parship. Für eine ähnliche, aber deutschsprachig etablierte Community ist JoyClub einen Blick wert.
Häufige Fragen zu Feeld
Feeld wird von der unabhängigen Feeld Ltd. betrieben. Gegründet wurde die App 2014 vom bulgarischen Designer Dimo Trifonov, ursprünglich unter dem Namen ‚3nder‘. Nach einer Klage von Tinders Mutterkonzern Match Group wurde die App 2016 in Feeld umbenannt. CEO ist heute Ana Kirova.
Ja, im Kern schon: Profil anlegen, Matching und Nachrichten schreiben sind vollständig kostenlos, ohne Begrenzung auf eine einzelne Antwort. Die kostenpflichtige Stufe Majestic schaltet Zusatzfunktionen wie das Einsehen, wer dich geliked hat, unbegrenzte Likes und einen Incognito-Modus frei, ist für die reine Kontaktaufnahme aber nicht nötig.
Constellation erlaubt es Paaren oder Gruppen, bis zu fünf Profile miteinander zu verknüpfen, sodass andere Nutzer die Verbindung sehen können. Das richtet sich vor allem an Menschen in offenen Beziehungen oder Polyamorie, die gemeinsam auf der Plattform auftreten möchten.
Ja. Im März 2024 identifizierte das britische Cybersecurity-Unternehmen Fortbridge kritische Sicherheitslücken, über die Dritte auf private Nachrichten und Fotos zugreifen sowie Profile und Sucheinstellungen verändern konnten. Feeld gibt an, die Lücken innerhalb von drei Monaten geschlossen zu haben, informierte betroffene Nutzer und Behörden nach verfügbaren Berichten aber nicht direkt darüber.
Das Mindestalter für Feeld liegt laut offiziellen App-Store-Angaben bei 18 Jahren.
Da Feeld keine eigene Website mit Kontoverwaltung hat, erfolgt die Kündigung ausschließlich über den App-Store, über den du bezahlt hast – bei Apple über Einstellungen → Abonnements, bei Google Play über Zahlungen & Abos.
Nein, nicht zwingend. Frühere Versionen der App setzten teilweise eine Facebook-Verknüpfung zur Verifizierung voraus, aktuelle Anmeldeprozesse erfordern das nach mehreren Quellen nicht mehr in jedem Fall. Prüfe die aktuellen Optionen direkt beim Registrieren in der App.
