400 Millionen registrierte Profile weltweit klingt beeindruckend – sagt aber wenig darüber, wie viele davon heute wirklich aktiv sind. Wir haben nachgeschaut, was hinter den Zahlen steckt.
Badoo wurde 2006 vom russisch-britischen Unternehmer Andrey Andreev gegründet und gehört seit der Fusion mit Bumble 2019 zum Konzern Bumble Inc. (bis 2020 unter dem Namen MagicLab firmierend), zu dem auch Bumble und Fruitz zählen. Die Plattform positioniert sich als Hybrid aus Swipe-App und klassischer Profilsuche: Encounters-Modus, Umgebungssuche und Video-Chat stehen nebeneinander.
Dieser Test zeigt, wie realistisch die Erfolgschancen wirklich sind, was Badoo kostet, worauf du bei Datenschutz und Kündigung achten solltest – und für wen sich die App überhaupt lohnt.

Wie realistisch sind die Erfolgschancen bei Badoo?
Badoo wirbt seit Jahren mit über 400 Millionen registrierten Profilen in mehr als 190 Ländern – eine Zahl, die sich auf alle jemals angelegten Konten bezieht, nicht auf aktive Nutzer. Laut aktuellen Branchenanalysen liegt die tatsächlich aktive Nutzerbasis deutlich niedriger, im niedrigen zweistelligen Millionenbereich weltweit, mit einem kleinen einstelligen Prozentsatz zahlender Mitglieder. Diese Unterscheidung ist wichtig: Die App ist groß, aber „400 Millionen“ sagt nichts darüber, wie viele Profile in deiner Stadt heute wirklich online sind.
Das Matching-Prinzip ist bewusst einfach gehalten – keine wissenschaftliche Kompatibilitätsberechnung wie bei Parship, sondern drei parallele Wege, Kontakte zu finden:
- Encounters: Swipe-basiertes Bewerten von Profilen – gegenseitiges Interesse erzeugt ein Match
- Umgebungssuche: zeigt aktive Nutzer in deiner unmittelbaren Nähe
- Profilsuche: klassische Filtersuche nach Alter, Ort und weiteren Kriterien
- Video-Chat: direktes Kennenlernen per Livestream, auch ohne vorheriges Match
In der Praxis heißt das: In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München findest du eine spürbare Anzahl aktiver Profile. In ländlichen Regionen dünnt sich die Auswahl schnell aus. Für lockere Kontakte und unverbindliches Kennenlernen funktioniert das Prinzip gut – für eine gezielte Partnersuche mit klarer Kompatibilitätsprüfung fehlt der strukturierte Unterbau, den Partnervermittlungen bieten.
Für wen ist Badoo geeignet?
Badoo richtet sich an ein jüngeres, urban geprägtes Publikum, das unkompliziert und ohne großen Zeitaufwand neue Menschen kennenlernen möchte. Anders als bei Bumble aus demselben Konzern gibt es keine „Frauen schreiben zuerst“-Regel – grundsätzlich kann jeder jeden anschreiben, was mehr Spontaneität, aber auch mehr unerwünschte Nachrichten bedeuten kann.
| ✅ Passend, wenn … | ❌ Eher nicht, wenn … |
|---|---|
| du in einer größeren Stadt lebst und unkompliziert neue Leute kennenlernen willst | du eine wissenschaftlich fundierte Partnervermittlung erwartest |
| du mehrere Kontaktwege (Swipe, Suche, Video) parallel nutzen möchtest | du in einer ländlichen Region wohnst und auf große Auswahl angewiesen bist |
| dir ein kostenloser Einstieg ohne Kreditkarte wichtig ist | dich ein Punkte-/Credits-System für Zusatzfunktionen stört |
| du offen für Flirt und lockeres Kennenlernen bist, nicht nur für feste Beziehungen | dir wichtig ist, dass dein Profil grundsätzlich nicht über Google auffindbar ist |
Vorteile und Nachteile von Badoo
Vorteile
- ✔Kostenlose Basisnutzung inklusive Matching und Chat mit gegenseitigen Matches
- ✔Mehrere parallele Kontaktwege: Swipe, Umgebungssuche, klassische Suche, Video-Chat
- ✔Kündigung ist jederzeit bis kurz vor der automatischen Verlängerung möglich – keine lange Vorlauffrist nötig
- ✔Gesetzliches 14-tägiges Widerrufsrecht, solange keine Premium-Inhalte bereits genutzt wurden
Nachteile
- ✖Kein wissenschaftliches Matching – Vorschläge basieren auf Aktivität und Standort, nicht auf Kompatibilität
- ✖Profile können ohne angepasste Privatsphäre-Einstellungen über Google auffindbar sein
- ✖Nutzerberichte sprechen von Fake-Profilen und inaktiven Accounts („Karteileichen“)
- ✖Punkte-/Credits-System kann bei intensiver Nutzung unübersichtlich und teuer werden
Die besten Alternativen zu Badoo
Wer bei Badoo an Grenzen stößt – etwa weil eine wissenschaftlich geprüfte Partnervermittlung gesucht wird oder die Community in der eigenen Region zu klein ist – findet in den folgenden etablierten Anbietern eine passende Ergänzung:
Erfahrungen bei Badoo
Was Badoo gut macht
Der Einstieg gelingt schnell: Vom Download bis zum ersten Match vergehen wenige Minuten. Die Kombination aus Encounters, Umgebungssuche und Video-Chat gibt mehr Kontrolle als reine Swipe-Apps – wer lieber gezielt sucht statt nur zu wischen, kann das parallel tun. Der Video-Chat ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Er erlaubt ein erstes Kennenlernen per Livestream, bevor überhaupt ein Match zustande gekommen ist.
Wo Badoo Schwächen zeigt
Mehrere unabhängige Testportale berichten übereinstimmend von einer spürbaren Zahl an Fake-Profilen und inaktiven Accounts – bei einer Plattform dieser Größe und diesem Alter ist das kaum überraschend, aber real. Ein Punkt, der in vielen Reviews zu kurz kommt: Badoo-Profile können ohne angepasste Privatsphäre-Einstellungen über die Google-Suche auffindbar sein. Wer das nicht möchte, muss das aktiv in den Einstellungen unterbinden – und selbst nach einer entsprechenden Anfrage kann es laut mehreren Quellen bis zu 14 Tage dauern, bis ein Profil aus den Suchergebnissen verschwindet.
Inhaltlich bleibt das Matching oberflächlich: Ohne Kompatibilitätsprüfung entstehen Kontakte stark nach Optik und Aktivität, nicht nach Werten oder Lebensplanung. Wer eine tiefere Verbindung sucht, muss selbst mehr in Profilgestaltung und Gesprächsführung investieren.
Badoo Preise und Gebühren
Badoo ist grundlegend kostenlos nutzbar: Anmeldung, Profil, Umgebungssuche und ein begrenztes tägliches Kontingent an Nachrichten kosten nichts. Für unbegrenzte Nachrichten, den Unsichtbar-Modus oder eine hervorgehobene Platzierung in Trefferlisten ist die Premium-Stufe (früher „Badoo Super Powers“ genannt) nötig. Zusätzlich gibt es ein Punkte-System für einzelne Extras wie virtuelle Geschenke.
Was kostenlos möglich ist
- Registrierung, Profilerstellung und Fotos hochladen
- Profile anderer Mitglieder ansehen und Umgebungssuche nutzen
- Begrenzte Anzahl Nachrichten pro Tag senden, lesen und beantworten
- Encounters-Modus mit täglichem Grundkontingent
⚠️ Wichtig: Badoo berechnet in App und Browser teils unterschiedliche Preise. Prüfe vor dem Kauf beide Wege und wähle die günstigere Variante. Ein Punkte-Paket ersetzt kein Premium-Abo, lohnt sich aber für einzelne Extras. Laut AGB können Preise je nach Aktion, Treuestatus und Altersgruppe variieren.
Verbindliche, aktuelle Preise siehst du im eigenen Bestellprozess – Rabattaktionen und regionale Unterschiede machen pauschale Angaben wenig verlässlich.
Anmeldung bei Badoo
- Registrieren per E-Mail, Facebook oder Apple-ID
- Grundangaben: Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Suchpräferenz, Wohnort
- Profilfoto hochladen – mindestens eines, empfohlen mehrere
- Profil ergänzen: Kurzbeschreibung und Interessen
- Privatsphäre-Einstellungen prüfen – hier lässt sich die Sichtbarkeit des Profils in externen Suchmaschinen einschränken
Die Anmeldung dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Nimm dir die zusätzliche Minute für die Privatsphäre-Einstellungen – das lässt sich im Nachhinein zwar noch anpassen, wirkt sich aber erst mit Verzögerung aus.

Gibt es eine Badoo App?
Ja, Badoo ist kostenlos für iOS und Android verfügbar und bietet den vollen Funktionsumfang – Encounters, Umgebungssuche, Chat, Video-Chat und Premium-Verwaltung. Die App gilt als der bevorzugte Zugangsweg gegenüber der Browser-Version.

Badoo kündigen
Die gute Nachricht zuerst: Badoo verlangt keine lange Kündigungsfrist. Du kannst dein Premium-Abo bis kurz vor der automatischen Verlängerung beenden. Zusätzlich gilt ein gesetzliches 14-tägiges Widerrufsrecht ab Vertragsschluss, solange du noch keine Premium-Inhalte genutzt hast.
Kündigung über die Website
- Auf badoo.com einloggen, Zahnrad-Symbol im Profil öffnen
- Zum Bereich „Zahlungseinstellungen“ scrollen
- „Beenden“ auswählen – die Mitgliedschaft endet zum Ende der aktuellen Laufzeit
Kündigung über App Store oder Google Play
Hast du über iOS oder Android bezahlt, musst du dort separat kündigen: bei Apple über Einstellungen → Abonnements, bei Google Play über Zahlungen & Abos. Eine Kündigung nur auf der Website beendet nicht automatisch ein über den App Store abgeschlossenes Abo.
⚠️ Wichtig: Das Löschen der App ist keine Kündigung. Bei einem 3- oder 6-Monats-Abo musst du laut Anbieter die vollständige gebuchte Laufzeit bezahlen, auch wenn du früher aufhörst, die App zu nutzen. Kündige immer aktiv über Website oder Store, bevor du die App deinstallierst.
Löschst du zusätzlich dein Profil, bleibt es laut Anbieter 30 Tage lang wiederherstellbar – danach ist die Löschung endgültig.
Unser Fazit zu Badoo
Badoo ist eine der dienstältesten Dating-Apps überhaupt und funktioniert gut als kostenloser, unkomplizierter Einstieg für jüngere, urbane Singles. Die Kombination aus Swipe, Suche und Video-Chat bietet mehr Wege zum Kennenlernen als reine Swipe-Apps, und die Kündigungsbedingungen sind fairer als bei vielen Nischenportalen. Wer eine strukturierte, wissenschaftlich fundierte Partnersuche erwartet, findet die bei Badoo aber nicht – dafür fehlt die algorithmische Tiefe.
- Betreiber ist Bumble Inc. (ehemals MagicLab), gegründet 2006 von Andrey Andreev.
- 400 Millionen registrierte Profile beziehen sich auf alle jemals angelegten Konten, nicht auf aktive Nutzer – die tatsächliche aktive Basis ist deutlich kleiner.
- Kostenlose Basisnutzung inklusive begrenzter Nachrichten und Encounters-Kontingent.
- Kein wissenschaftliches Matching – Vorschläge basieren auf Aktivität und Standort.
- Profile können ohne angepasste Einstellungen über Google auffindbar sein – Privatsphäre-Optionen aktiv prüfen.
- Kündigung ist kurzfristig möglich, zusätzlich 14 Tage gesetzliches Widerrufsrecht.
- App-Deinstallation ersetzt keine Kündigung – bei Mehrmonats-Abos ist die volle Laufzeit zu zahlen.
Empfehlenswert für: jüngere Singles in Großstädten, die kostenlos und unkompliziert neue Kontakte suchen – ob Flirt, Freundschaft oder Dating.
Besser eine Alternative, wenn: du eine wissenschaftlich geprüfte Partnervermittlung suchst – dann lohnt sich Parship oder ElitePartner. Wohnst du eher ländlich, ist eine Plattform mit größerer deutscher Mitgliederbasis wie LoveScout24 oft ergiebiger.
Häufige Fragen zu Badoo
Grundlegend ja: Registrierung, Profilerstellung, Umgebungssuche und eine begrenzte Anzahl Nachrichten pro Tag sind kostenlos. Für unbegrenzte Nachrichten, den Unsichtbar-Modus oder eine hervorgehobene Platzierung ist eine Premium-Mitgliedschaft nötig. Für den reinen Einstieg reicht die Gratis-Version aber aus.
Badoo gehört zum Konzern Bumble Inc., zu dem auch Bumble und Fruitz zählen. Der Konzern hieß bis 2020 MagicLab und entstand 2019 aus der Fusion von Badoo und Bumble. Gegründet wurde Badoo bereits 2006 von Andrey Andreev.
Die oft zitierten 400 Millionen beziehen sich auf alle jemals registrierten Profile seit 2006, nicht auf aktive Nutzer. Aktuelle Branchenanalysen gehen von einer deutlich kleineren aktiven Nutzerbasis aus, mit einem kleinen Anteil zahlender Mitglieder. Wie viele Profile in deiner Region aktiv sind, lässt sich nur nach der eigenen Anmeldung realistisch einschätzen.
Ja, ohne angepasste Privatsphäre-Einstellungen können Badoo-Profile in Suchmaschinen wie Google auffindbar sein. In den Profileinstellungen lässt sich das einschränken. Selbst nach einer entsprechenden Anfrage kann es laut mehreren Testportalen bis zu 14 Tage dauern, bis ein Profil aus den Suchergebnissen verschwindet – aktiviere die Einschränkung deshalb am besten direkt bei der Anmeldung.
Über die Website: Profil öffnen, Zahnrad-Symbol, ‚Zahlungseinstellungen‘, dann ‚Beenden‘. Hast du über den Apple App Store oder Google Play bezahlt, musst du dort separat kündigen. Eine formale Vorlauffrist gibt es nicht – die Kündigung ist bis kurz vor der automatischen Verlängerung möglich.
Nein. Die Deinstallation der App kündigt kein bestehendes Abo. Bei einem 3- oder 6-Monats-Abo musst du laut Anbieter die komplette gebuchte Laufzeit bezahlen, unabhängig davon, ob du die App noch nutzt. Kündige immer aktiv über Website oder App-Store, bevor du die App löschst.
Ja, das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht gilt auch bei Badoo, solange noch keine Premium-Inhalte heruntergeladen oder genutzt wurden. Danach kann das Widerrufsrecht erlöschen. Für die Kündigung nach Ablauf dieser Frist gelten die regulären Kündigungswege über Website oder App-Store.
Beide gehören zum selben Konzern, Bumble Inc., funktionieren aber unterschiedlich. Bei Bumble müssen Frauen nach einem Match als Erste schreiben, bei Badoo kann grundsätzlich jeder jeden anschreiben. Badoo bietet zusätzlich Umgebungssuche und Video-Chat, während Bumble sich stärker auf das Swipe-Prinzip konzentriert.
