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Warum mussten hunderte Fische in einem Gewässer bei Oldenburg qualvoll ersticken?

Besorgte Spaziergänger alarmieren Polizei

Rätselhaftes Fischsterben: Warum sind hunderte Tiere verendet?

Ableiter in Bornhorst im Oldenburger Land
Die freiwillige Feuerwehr holt kiloweise tote Fische aus dem Gewässer
deutsche presse agentur, dpa

Es war ein grauenhaftes Bild für Andreas Kauß von Bornhorster Fischereiverein: „Hunderte Fische, nach Luft schnappend. Viele schon verendet an den Seitenrändern“. In einem Gewässer im Oldenburger Land sind massenweise Fische verendet – die Ursache ist bisher unklar.

Spaziergänger werden auf die toten Tiere aufmerksam

Foto: dpa
Ein kleiner Teil der erstickten Fische - insgesamt sind es mehr als 500 Kilo
deutsche presse agentur, dpa

Es ist Sonntagnachmittag als Spaziergänger in der Gemeinde Elsfleth bei Oldenburg auffällig viele tote Fisch an der Wasseroberfläche eines Gewässers treiben sehen. Es sind so viele, dass sie die 110 wählen. Die Polizisten stellen ein einsetzendes Fischsterben fest. Es ist wohl zu wenig Sauerstoff im Wasser.

Fischereivereinsmitglieder und freiwillige Feuerwehr kommen zu Hilfe

Foto: dpa
Ein Belüfter der Feuerwehr sprudelt vor der Brücke Sauerstoff ins Gewässer
dpa, deutsche presse agentur

Kurz nach dem Notruf treffen freiwillige Helfer am Gewässer ein. Die Feuerwehr Ohmstede setzt im Wasser Belüfter ein, um den Sauerstoffgehalt wieder zu erhöhen und einige Tiere vor dem Ersticken zu retten. Trotz aller Maßnahmen ziehen sie gemeinsam mit den Mitgliedern des Fischereivereins mehr als 500 Kilo tote Fische aus dem Wasser. „Wir haben im letzten Jahr im Mai schon mal ein sehr starkes, fast komplettes Fischsterben hier erlebt. Und das war sozusagen ein Déja-Vu“, sagt Andreas Kauß, Vorsitzender des ansässigen Fischereivereins.

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War es ein Naturphänomen oder ein Vergehen in der Natur?

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Die Feuerwehr versucht mit Belüftern, einige Tiere vor dem Ersticken zu bewahren
dpa

Das wiederholte extreme Fischsterben am selben Ort, im selben Monat aufeinander folgender Jahre – die Umstände werfen bei den Tierfreunden und der Polizei viele Fragen auf: Hat jemand das Gewässer bewusst vergiftet und hunderte Fische mit Absicht ersticken lassen oder ist es ein giftiges Naturphänomen?

Nur einen Tag vor dem Massensterben hatten Fischer in dem Gewässer noch einen unbedenklichen Sauerstoffwert gemessen und Baby-Aale im Wert von 6000 Euro ausgesetzt. Eine Spende der Anwohner für den Naturschutz. „Alle sind tief betroffen. Das ist ein Gewässer, was zu einem Biotopverbund gehört, also auch noch durch ein Naturschutzgebiet fließt. Das ist eigentlich alles gar nicht zu glauben“, erzählt Fischer Kauß.

Die Polizei wartet jetzt auf die genauen Ergebnisse der Gewässerproben und sucht nach möglichen Zeugen, die verdächtige Personen in der Nähe des betroffenen Gewässers gesehen haben. Für sogenannte „Gewässerverunreinigung“ kann man übrigens ins Gefängnis kommen.