Eine Liebeserklärung an den Kult-Snack

Die "norddeutsche Currywurst": Das Fischbrötchen feiert Welttag

Am 1. Mai ist Weltfischbrötchentag. Der  Kult-Snack gehört zum Norden wie die Möwe am Meer.
Am 1. Mai ist Weltfischbrötchentag. Der Kult-Snack gehört zum Norden wie die Möwe am Meer.
© deutsche presse agentur

30. April 2021 - 15:58 Uhr

Norddeutscher Kultsnack hat eigenen Feiertag

Ein knackiges Weizenbrötchen mit würziger Remoulade beschmiert, zwischen den beiden Brötchenhälften ein frisches Salatblatt und ein paar Zwiebelringe – und mittendrin das Wichtigste: der Fisch. Ob Bismarck, Matjes, Rollmops oder Räucheraal: Die Fischbrötchen-Auswahl ist riesengroß. Immer am ersten Samstag im Mai ist der mehr oder weniger ganz offizielle Weltfischbrötchentag. Der fischige Snack ist sowas wie die Currywurst in Berlin.

Fischbrötchen geht immer

Das Fischbrötchen hat im Norden keine Saison, denn was das angeht, ist für uns "Fischköppe" immer Hauptsaison. Sogar auf dem Weihnachtsmarkt reiht sich die Fischbude neben Glühweinstand, Bratwurstgrill und Co. Kurz gesagt: Een, twee (oder dree) fischige Brötchen gehen immer! Hach, alleine beim Anblick kommt der Norddeutsche doch schon ins Schwärmen und wenn er erstmal einen Happen abgebissen hat, kommt ihm vielleicht sogar ein anerkennendes "Nicht schlecht, da kann man nicht meckern", über die Lippen.

Wandelbar und facettenreich

Ob Matjes, Fischfrikadelle, Rollmops oder Bismarck. Das Fischbrötchen ist ein sehr wandelbarer Snack.
Ob Matjes, Fischfrikadelle, Rollmops oder Bismarck. Das Fischbrötchen ist ein sehr wandelbarer Snack.
© RTL Nord

Und da wir schon mit dem Schwärmen angefangen haben, wollen wir damit auch nicht so schnell aufhören. Schließlich ist das Fischbrötchen auch noch ein sehr wandelbarer Snack – neben den Klassikern mit Hering gibt es auch Brötchen mit Backfisch, Sprotten, Räucherlachs oder mit Garnelen. Der Fantasie sind beim Belegen keine Grenzen gesetzt, wobei im Norden eher auf das Motto "Weniger ist Mehr" gesetzt wird.

"Fischbrötchen, das ist lägger"

Fischbrötchenbude
Die "Stranddüne" in Scharbeutz in der Lübecker Bucht ist einer der 18 Buden entlang der Fischbrötchenstraße.
© RTL Nord

Wir Norddeutschen tun uns ja manchmal etwas schwer, Gefühle zu zeigen. Lui und Fiete haben das aber geschafft und ihre Liebe im "Fischbrötchen Song" erklärt, in dem sie vom "Burger des Nordens" nur so schwärmen. Doch es gibt nicht nur einen Song, der diesen Namen trägt, sondern auch eine Straße. Die Fischbrötchenstraße geht entlang der Lübecker Bucht – sie ist knapp 20 Kilometer lang und Hungrige können an insgesamt 18 Buden Station machen und ein Fischbrötchen verdrücken.

Eigener Reiseführer und Messe

Für alle, die nicht nur innerhalb der Lübecker Bucht ein gutes Fischbrötchen essen wollen, hat ein Hamburger Kleinverleger einen Fischbrötchen Reiseführer für Hamburg und Schleswig-Holstein herausgebracht. In dem Buch sind 75 Fischbuden an Nordsee, Ostsee und Elbe versammelt, um den norddeutschen Kult-Snack zu genießen.

Es gibt noch weitere Kuriositäten rund um das Fischbrötchen: In den 40er-Jahren gab es sogar eine "eigene Messe" in Hannover! Nunja, nicht ganz, aber die Hannover Messe wurde im Volksmund anfangs Fischbrötchen-Messe genannt, da so viele Fischbuden über das Messegelände verteilt waren, dass besonders "Nicht-Norddeutsche" dachten, sie seien auf einer Messe für Fischbrötchen.

Eine Liebe, die nie endet

"Bremer" sind nicht nur Menschen aus der Hansestadt, nein, es gibt natürlich auch ein Fischbrötchen mit dem gleichen Namen. Eine Fischfrikadelle zwischen zwei Brötchenscheiben ist das Pendant zum Hamburger. Ja, das Fischbrötchen hat es uns Nordlichter schon angetan, das kann man nicht leugnen. Es ist für uns immer in greifbarer Nähe und schmeckt bei Schietwetter, Hitze oder Schneesturm. Fischbrötchen, wir lieben dich!

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