Tochter und Oma suchen Handy für "letzte glückliche Erinnerungen"

Mutter vergisst Smartphone im Zug - und stirbt beim Versuch, es zu holen

Die junge Mutter Selina starb, als sie einem Zug nachlief, in dem sie ihr Handy vergessen hatte.
© Facebook/Dorothea Oldak

01. September 2020 - 12:40 Uhr

Handy dringend gesucht!

Was für eine tragische Geschichte: Selina H. starb, als ihr auffiel, dass sie ihr Smartphone in einem Zug vergessen hatte. Sie rannte der anfahrenden Bahn nach, stolperte und stürzte so ungünstig, dass sie kurze Zeit später starb. Ihre Angehörigen suchen jetzt nach dem Handy der Verstorbenen – damit ihre kleine Tochter die letzten, glücklichen Erinnerungen ihrer Mutter sehen kann.

Selina stolperte und geriet zwischen Bahnsteig und Zug

Selina H. war mit Freundinnen auf dem Weg von Köln nach Solingen, als sie aus dem Zug ausstieg und ein Mann ihr durch die Fensterscheibe zeigte, dass sie ihr Smartphone in der Bahn vergessen hatte. Die junge Mutter rannte dem bereits anfahrenden Zug nach – dann geschah das Unglück. Selina stolperte unglücklich und fiel vor den Augen ihrer Freundinnen zwischen Zug und Bahnsteig.

Obwohl sofort ein Rettungswagen gerufen wurde, erlag die junge Frau im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Zugführer und die anderen Fahrgäste bemerkten offenbar nichts von dem tragischen Unfall auf dem Bahnsteig. Erst in Hamm wurde der Zug gestoppt und der Lokführer informiert.

"Letzten glücklichen Momente ihres Lebens"

Jetzt suchen Selinas kleine Tochter und ihre Mutter gemeinsam nach dem Smartphone der Verstorbenen. Auf Facebook hat eine Arbeitskollegin von Selinas Freundin einen langen Post verfasst, der die ganze tragische Geschichte erzählt. "Es wäre Selinas Mama und Selinas 5-jähriger Tochter Malia so unfassbar wichtig, da auf dem Handy die letzten und glücklichen Momente ihres Lebens zu sehen sind", schreibt sie in ihrer Nachricht.

Auf der Überwachungskamera des Zuges sei zu sehen, dass der Mann, der zunächst mit dem Handy gewunken hatte, das gesuchte Smartphone nicht eingesteckt hat. Wie die Aufzeichnungen zeigen, soll ein anderer Mann, der bei ihm war, das schwarze iPhone 11 an sich genommen haben.

Riesige Anteilnahme im Netz

Mittlerweile haben mehr als 90.000 Facebook-Nutzer den Post geteilt, viele drücken ihre Anteilnahme in den Kommentaren aus. Die Arbeitskollegin, die ihn erstellt hat, bittet um persönliche Nachrichten mit Hinweisen, aber nur, wenn sie auch wirklich sachdienlich seien. Sie habe Angst, dass eine wirklich wichtige Nachricht in der Flut aus Trauerbekundungen untergehe.