10 Tipps fürs gute Gelingen

So wird Ihr Kleiderschrank modischer und nachhaltiger

26. September 2019 - 12:24 Uhr

Viel zu viel im Kleiderschrank

Ein voller Kleiderschrank und nichts Passendes zum Anziehen – welche Frau kennt das nicht?! Schuld daran sind ständig wechselnde Kollektionen, immer neue Trends und Fast-Fashion für kleines Geld. Die Modeindustrie verführt uns dazu, pausenlos neue Kleidung zu kaufen – auch wenn wir das meiste davon gar nicht brauchen. Das Ergebnis ist ein Schrank voller Klamotten, von denen wir laut einer Greenpeace-Umfrage gerade mal etwa ein Drittel regelmäßig tragen - ganze 40 Prozent selten oder gar nicht. Mit etwas Disziplin, Kreativität und einem wachen Auge kann aus dem vollgestopften Kleiderschrank ein nachhaltiger werden – und auch bleiben.

Misten Sie ihren Kleiderschrank aus

In vielen Kleiderschränken findet sich ein "Zuviel" an Kleidung - fast jede Zweite besitzt Sachen, die sie noch nie getragen hat. Nach einer repräsentativen Greenpeace-Umfrage besitzen die meisten deutschen Frauen (60 Prozent) mehr Kleidung, als sie benötigen. Und jede Vierte überschreitet ihre finanziellen Grenzen beim Shopping regelmäßig. Wir lassen uns immer wieder von zahlreichen Angeboten verführen, Dinge zu kaufen, die wir eigentlich nicht brauchen.

Machen Sie doch einfach Schluss mit den Gewohnheiten der Vergangenheit: Misten Sie ihren Kleiderschrank aus und verschenken, tauschen oder verkaufen Sie Kleidung, die Sie schon lange nicht mehr angezogen haben. Dann wird der Blick für die Lieblingsteile frei. Das eine oder andere ausgewählte, neue Stück kann sich natürlich wieder dazugesellen.

Kaufen Sie weniger, aber bewusster

Nachhaltige Mode: Auf Klassiker setzen
Eine klassische Garderobe kann immer wieder anders kombiniert werden
© iStockphoto

Die US-Bloggerin Caroline Rector wollte an ihrem extremen Shopping-Verhalten etwas ändern und erfand die "Capsule Wardrobe". Das bedeutet: Wenige, vielfältig kombinierbare Kleidungsstücke und Schuhe, die wirklich getragen werden. Das Wichtigste ist, dass jedes Stück farblich zu allen anderen passt, damit wir uns in der Auswahl nicht einschränken müssen, sondern zu immer neuen Kombinationen angeregt werden. Der Kauf neuer Kleidung wird einfacher, denn die Auswahl ist von vorne herein eingeschränkt. Gerne öfter mal ausmisten, vielleicht sogar quartalsweise, und ein neues Kombi-Lieblingsstück zu den noch vorhandenen Stücken hinzufügen.

So sollte sich die Garderobe zusammensetzen:

  • 15 Oberteile
  • 9  Hosen, Röcke oder Shorts
  • 2  Kleider
  • 1  Jacke
  • 1  Mantel
  • 9  Paar Schuhe

Wäsche und Accessoires kommen natürlich zu den 37 Kleidungsstücken hinzu.

Achten Sie auf Qualität

Achten Sie bei Kleidung auf Qualität
Kontrollieren Sie Reißverschlüsse und Knöpfe auf ihre Funktionalität
© (C) Marilyn Nieves, All rights reserved. ((C) Marilyn Nieves, All rights reserved. (Photographer) - [None], MARILYN NIEVES

Nach dem ersten Waschen geraten manche Kleidungsstücke schnell aus der Form, die Nähte verziehen sich und die Farbe bleicht aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass ihm das nicht passiert, der sollte auf Qualität achten. Am Preis eines Kleidungsstücks lässt sich das leider nicht grundsätzlich ablesen. Wir nennen Ihnen Kriterien, an denen Sie ein hochwertiges Kleidungsstück erkennen können, egal was es kostet:

  • am besten Bio-Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle
  • Etiketten-Check: Wo wurde produziert?
  • Passt das Kleidungsstück optimal?
  • Sind die Nähte gerade und flach?
  • Knöpfe und Reißverschlüsse testen
  • Riechtest weist auf Chemie hin
  • Metallteile sollten hochwertig sein

Kaufen Sie fair ein

Das Argument, dass nachhaltige Mode nicht schön aussieht, gilt schon lange nicht mehr. Ob günstige Basics, Business-Kleidung, Sportbekleidung oder festliche Anlässe: Es gibt immer eine ökologischere Alternative. Denn Bio ist nicht nur bei Lebensmitteln gut, sondern auch bei Bekleidung besser für die Umwelt und besser für die Gesundheit derjenigen, die sie herstellen und tragen. Darüber hinaus soll Mode auch denen Spaß machen, die sie herstellen, deshalb sind faire Herstellungsbedingungen und saubere Produktionsbedingungen gut. Wie können Sie sicher sein, dass Kleidung nachhaltig produziert und frei von Schadstoffen ist? Sie sollten beim Kauf auf bestimmte Siegel achten. Relativ weit verbreitet und dabei zuverlässig sind das GOTS-Siegel, die Label von IVN, Fairtrade, Bluesign und Öko-Tex, wobei die beiden letzteren "nur" für Schadstofffreiheit stehen.

Stöbern Sie im Second-Hand-Shop oder auf dem Flohmarkt

Flohmarkt-Shopping ist nachhaltig
Flohmarkt-Shopping ist nachhaltig, günstig und unique
© iStockphoto

Wer nicht alles neu kauft, sondern auch mal aus zweiter Hand shoppt, spart Ressourcen und schont somit die Umwelt. Außerdem können auch gleich die eigenen aussortierten Kleidungsstücke zu Geld gemacht werden. Das ist nachhaltig und schont auch noch das eigene Portemonnaie. Außerdem macht es Spaß, in Vintage-Läden, auf dem Flohmarkt oder auch auf entsprechenden Onlineplattformen nach schönen Stücken zu suchen.

Leihen Sie sich Ihre Kleidung

Kleidung leihen schont Ressourcen
Seit einiger Zeit gibt es den Trend, Kleidung zu leihen statt zu kaufen
© PeopleImages.com - #1432981 (PeopleImages.com - #1432981 (Photographer) - [None]

Fakt ist: Wer Kleidung ausleiht und somit nur teilt statt besitzt, schont Ressourcen. Und das ist gut für die Umwelt. Die Möglichkeit durch Leihen von Kleidung immer top gestylt und up-to-date auszusehen, ist in den USA längst zur Normalität geworden. In Deutschland sind wir noch nicht so weit. Nur einige wenige Shops bieten Kleidung und Accessoires zum Verleih an. Kleiderei.com, myonbelle.de und stay-awhile.de verleihen tolle Kleidungsstücke, die per Post ganz einfach nach Hause geliefert werden. Anhand der persönlichen Vorlieben werden Boxen zusammengestellt, die einmal oder auch mehrmals im Monat gegen neue Kleidung getauscht werden können.

Behandeln Sie ihre Kleidung sorgfältig

Pflegen, ändern, flicken: Neben der Qualität ist auch die richtige Pflege entscheidend für ein langes Leben Ihrer Kleidung. Daher immer die Waschanleitung beachten und ggf. mit der Hand waschen. Falls doch mal etwas kaputt geht, dann lohnt sich die Reparatur auf jeden Fall. Einen Knopf können sicher die meisten wieder annähen. Ansonsten findet sich bestimmt jemand in der Familie oder im Bekanntenkreis, der geschickt im Umgang mit Nadel und Faden ist. Alternativ lohnt sich bei hochwertiger Kleidung der Gang zum Schneider bzw. dem Reparaturdienst.

Tauschen Sie ihre Kleidung

Ungeliebte Kleidung muss nicht in den Mülleimer wandern
Tauschen, leihen oder verkaufen - ungeliebte Kleidung muss nicht in den Mülleimer wandern
© Labart.com.ua (Labart.com.ua (Photographer) - [None], Smyrnova

Jedes produzierte Kleidungsstück hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck und verbraucht Ressourcen. Schade, wenn es dann kaum oder gar nicht getragen wird. Warum nicht einfach eine Tauschparty mit Freundinnen und/oder Kolleginnen veranstalten und 1:1 Kleidung und Accessoires tauschen? Oder zu einer der Tauschpartys gehen, die bereits in vielen größeren Städten organisiert werden. Natürlich haben auch viele Online-Plattformen das Tausch-Konzept bereits aufgenommen - Kleiderkreisel gilt als einer der bekanntesten Marktplätze für Kleidung aus zweiter Hand.

Stehen Sie zu ihrem Stil

Trends kommen, Trends gehen – vieles aber bleibt. Klassische Kleidungstücke oder schlichte Basics sind durch ihre Zeitlosigkeit nachhaltig. Wer seinen eigenen Stil findet und dem treu bleibt, verhindert nicht nur Fehlkäufe, sondern spart auch viel Geld. Auch, wenn hochwertig produzierte Klassiker oft teuer sind: Lieber einmal mehr in Qualität investieren, statt ständig neue Billigware zu kaufen. Mit etwas Kreativität und einem gut sortierten Kleiderschrank können mit wenigen Kleidungsstücken immer wieder neue Outfits kreiert werden.

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