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Die perfekte erste Nachricht: Beispiele, die ankommen

500.000 Erstkontakte ausgewertet: „ur“ kommt auf unter 10 % Antwortquote. Was stattdessen funktioniert.

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Zur ersten Nachricht gibt es eine der größten Datenauswertungen, die es im Online-Dating überhaupt gibt: OkCupid analysierte über 500.000 Erstkontakte und rechnete aus, welche Wörter die Antwortquote heben und welche sie senken. Ein Ergebnis vorweg: Die durchschnittliche Antwortquote lag bei 32 Prozent – Nachrichten mit dem Kürzel „ur“ statt „you are“ kamen auf unter zehn.

Unten stehen 28 Formulierungen für die erste Nachricht, die den belegten Prinzipien folgen – und davor die Zahlen selbst: was Komplimente über das Aussehen kosten, wie lang eine Nachricht sein sollte und warum die Standardbegrüßung eine der schlechtesten Optionen ist.

Die Antwort in 30 Sekunden
Kurz halten. Der Durchschnitt bei OkCupid lag bei 743 Zeichen, 16 % der Erstnachrichten waren über 2.000 Zeichen lang. Beides ist deutlich zu viel – zwei bis vier Sätze genügen.
Keine Komplimente über das Aussehen. Wörter wie „sexy“, „beautiful“, „hot“ oder „cutie“ lagen in der Auswertung 5 bis 14 Prozentpunkte unter der durchschnittlichen Antwortquote.
Nicht mit „Hi“ oder „Hey“ anfangen. Alle Standardbegrüßungen schnitten deutlich unter dem Durchschnitt ab.
Auf etwas Konkretes eingehen. Im Praxistest von singleboersencheck.de kamen Nachrichten mit Bezug auf ein Profildetail auf über 40 % Antwortquote, generische Begrüßungen blieben fast immer unbeantwortet.

Was 500.000 Erstnachrichten zeigen

Die Datengrundlage stammt von OkCupid, das in seinem Datenblog eine Auswertung von mehr als 500.000 Erstkontakten veröffentlichte. Untersucht wurde, welche Wörter und Formulierungen statistisch mit höheren oder niedrigeren Antwortquoten zusammenhängen. Die durchschnittliche Antwortquote lag bei 32 Prozent – zwei von drei Erstnachrichten bleiben also unbeantwortet, und zwar bei allen.

💡 Eine notwendige Einordnung: Die Auswertung stammt aus dem englischsprachigen Raum und ist einige Jahre alt. Die konkreten Wortlisten lassen sich deshalb nicht eins zu eins übersetzen. Was sich übertragen lässt, sind die Muster – und die deckt sich mit deutschen Praxistests: Auch dort blieben generische Begrüßungen fast immer unbeantwortet, während Nachrichten mit konkretem Profilbezug auf über 40 Prozent kamen.

Die belegten Befunde im Einzelnen

  • Netspeak ist der stärkste Negativfaktor. Nachrichten mit „ur“ statt „you are“ erreichten unter zehn Prozent Antwortquote – gegenüber 32 Prozent im Schnitt. Korrekt geschriebene Alltagswörter lagen dagegen über dem Durchschnitt, etwa „don’t“ bei 36 und „won’t“ bei 37 Prozent.
  • Lachen ist die Ausnahme von der Regel. „haha“ kam auf 45 Prozent, „lol“ auf 41, „hehe“ auf 33. Umgangssprache schadet also nicht überall – wenn sie echte Belustigung ausdrückt.
  • Komplimente über das Aussehen kosten Antwortquote. „sexy“, „beautiful“, „hot“ und „cutie“ lagen 5 bis 14 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. OkCupid ordnete das so ein, dass Komplimente grundsätzlich gern gehört werden – aber nicht als Anmache vor dem ersten Treffen.
  • Standardbegrüßungen schneiden schlecht ab. „hi“, „hey“, „hello“ und Ähnliches lagen alle deutlich unter dem Durchschnitt. Ungewöhnlichere Einstiege wirkten besser – vermutlich, weil sie zeigen, dass jemand nicht dieselbe Nachricht an zwanzig Profile geschickt hat.
  • Zurückhaltung wirkt besser als Selbstbewusstsein. Vorsichtige Formulierungen – im Sinne von „irgendwie“, „offenbar“, „ich glaube“ – lagen über dem Durchschnitt. Eine Grenze gibt es aber: „please“ kam auf 22 Prozent und war damit das einzige Wort, das schlechter abschnitt als seine Netspeak-Variante.
  • Interessen erwähnen funktioniert. Wörter, die auf ein konkretes Thema verweisen, korrelierten mit besseren Quoten. Der Mechanismus dahinter ist derselbe wie beim Profilbezug: Es gibt etwas, worauf man antworten kann.

Die richtige Länge

Hier ist die Datenlage besonders klar – und widerspricht dem, was viele intuitiv tun. Die durchschnittliche Erstnachricht bei OkCupid war 743 Zeichen lang, fast 16 Prozent waren länger als 2.000 Zeichen, also etwa 400 Wörter. Gemessen am Verhältnis von Aufwand zu Antworten war das deutlich zu viel.

LängeWirkungEmpfehlung
1 Wort („Hey“)Deutlich unter Durchschnitt – kein AnknüpfungspunktNicht verwenden
2 bis 4 SätzeBeste Relation aus Aufwand und AntwortenDer Standard
Ein AbsatzFunktioniert, wenn er konkret istNur bei echtem Bezug
Über 400 Wörter16 % der Nachrichten – wirkt wie zu viel ErwartungVermeiden

💡 Ein Hinweis, der in dieselbe Richtung zeigt: Elizabeth Bruch und Mark Newman untersuchten 2018 in Science Advances das Anschreibeverhalten in Online-Dating-Märkten. Sie fanden, dass Menschen bevorzugt Profile anschreiben, die begehrter sind als sie selbst – und dass die Nachrichten dabei länger werden, je größer der Abstand ist. Der Erfolg steigt dadurch allerdings nicht. Lange Nachrichten sind also häufig ein Zeichen von Unsicherheit, und genau so werden sie gelesen.

28 Beispiele für die erste Nachricht

Alle folgen den belegten Prinzipien: kurz, konkret, ohne Körperkompliment, mit einer Frage, die nicht mit einem Wort zu beantworten ist. Die eckigen Klammern sind Platzhalter – genau die musst du füllen, sonst wird daraus wieder eine Massennachricht.

Mit Profilbezug – die zuverlässigste Variante (1 bis 8)

  1. Dein Foto aus [Ort] – war das Urlaub oder wohnst du dort?
  2. Du hast [Buch/Serie] im Profil – Empfehlung oder überschätzt?
  3. Dein Profil sagt [Hobby]. Wie bist du dazu gekommen?
  4. Zu [Thema aus dem Profil] habe ich eine Frage, bei der ich seit Jahren keine gute Antwort finde.
  5. Der Hund auf Bild zwei: Wie heißt er und wer hat den Namen ausgesucht?
  6. Bei [Hobby/Tätigkeit aus dem Profil]: Was klappt bei dir zuverlässig und was nie?
  7. [Stadt/Viertel] im Profil – dann brauche ich einen Tipp: Wo geht man da hin, wenn man nicht ortskundig ist?
  8. [Land] steht in deinem Profil – was hat dich dort am meisten überrascht?

Auf ein Detail zugespitzt (9 bis 14)

  1. Ich habe eine Frage zu deinem dritten Bild, die du bestimmt schon oft gehört hast.
  2. Wir haben beide [Gemeinsamkeit] im Profil. Zufall oder ist das bei dir eine ernste Sache?
  3. Welcher Satz in deinem Profil stimmt nur zur Hälfte?
  4. Eine Sache aus deinem Profil bleibt hängen: [Detail]. Wie kam das?
  5. [Band/Film aus dem Profil] – seit wann und wie hat es angefangen?
  6. Zu deinem letzten Bild gehört bestimmt eine Geschichte. Kurzfassung?

Direkt und ohne Umweg (15 bis 18)

Diese Variante überspringt den Chat. Sie funktioniert, weil sie die Absicht klarmacht – und weil sie dem Gegenüber eine einfache Entscheidung abverlangt statt einer Bewertung.

  1. Ich finde dein Profil sympathisch und würde dich gern kennenlernen. Hättest du Lust auf einen Kaffee?
  2. Kurz und direkt: Ich hätte Lust, dich zu treffen. Wie sieht dein Donnerstag aus?
  3. Ich schreibe ungern lange – lieber: Kaffee am Samstagvormittag?
  4. Ich weiß nicht, ob wir zusammenpassen – aber herausfinden geht nur mit einer Nachricht wie dieser.

Mit Humor – aber selbstironisch (19 bis 23)

Der Befund zu „haha“ und „lol“ zeigt, dass Humor funktioniert. Entscheidend ist die Richtung: über sich selbst, nicht über das Gegenüber.

  1. Ich hatte drei Ideen für diese Nachricht. Das hier war die beste – daran siehst du, wie die anderen zwei waren.
  2. Ein Vorschlag: zwei Wahrheiten und eine Lüge, jeder eine Runde. Ich fange an.
  3. Ich rate jetzt anhand deines Profils, was du am Wochenende gemacht hast – und du sagst, wie weit ich daneben liege.
  4. Ich bin schlecht in ersten Nachrichten, aber deutlich besser im zweiten Satz.
  5. Ehrliche Frage zu [Detail aus dem Profil]: gelebtes Hobby oder Profil-Deko?

Wenn du antwortest, nicht schreibst (24 bis 28)

Der Fall, den kaum ein Ratgeber behandelt – obwohl er auf jede zweite Person zutrifft.

  1. Auf eine Nachricht mit Bezug: Die Frage beantworten, eine eigene zurückstellen, fertig. Zwei Sätze reichen.
  2. Auf ein bloßes „Hey“: Ebenfalls kurz antworten und selbst ein Thema setzen – oder es sein lassen. Wer nichts investiert, investiert auch später nichts.
  3. Auf ein Körperkompliment: Freundlich, aber am Thema vorbei antworten. Wenn es sich wiederholt, ist das eine Information.
  4. Auf eine Romannachricht: Auf einen einzigen Punkt eingehen. Alles zu beantworten setzt einen Maßstab, den du nicht halten willst.
  5. Nach zwei Wochen Schweigen und dann „Hey, wie geht’s?“: Das ist Breadcrumbing. Einmal konkret werden – Vorschlag mit Ort und Zeit – und die Reaktion abwarten.

Was zuverlässig nicht funktioniert

  • „Hi“, „Hey“, „Hallo schöne Frau“. Standardbegrüßungen lagen in der OkCupid-Auswertung alle unter dem Durchschnitt – und Körperkomplimente zusätzlich 5 bis 14 Prozentpunkte darunter.
  • Abkürzungen und Tippfehler. Der stärkste einzelne Negativfaktor der ganzen Auswertung. Wer korrekt schreibt, liegt allein dadurch über dem Durchschnitt.
  • Dieselbe Nachricht an zwanzig Profile. Christian Rudder, Mitgründer von OkCupid, beschreibt in seinem Buch Dataclysm, dass Copy-Paste-Nachrichten etwa 25 Prozent schlechter abschneiden als individuelle. Pro investierter Minute sind sie effizienter – wer aber wenige, passende Kontakte sucht statt viele, fährt mit individuellen Nachrichten besser.
  • Fragen, die man mit einem Wort beantworten kann. „Warst du gern in Portugal?“ ist eine Ja-Nein-Frage. „Was war in Portugal besser als erwartet?“ ist eine Einladung.
  • Der Roman. Über 400 Wörter in der ersten Nachricht setzen einen Maßstab, den niemand erwidern will – und wirken laut den Daten von Bruch und Newman eher wie Unsicherheit.
  • Sofortiges Nachfassen. Wer nach zwei Stunden „?“ oder „Zu langsam?“ schreibt, disqualifiziert sich selbst. Eine Nachricht, dann warten.
  • Sexuelle Anspielungen. In allen verfügbaren Auswertungen die am schlechtesten bewertete Kategorie – und der häufigste Grund, warum Profile gemeldet werden.

Warum die Plattform mehr entscheidet als die Nachricht

Ein Punkt, der in allen Auswertungen mitschwingt: Die Antwortquote hängt stark davon ab, wie viele Nachrichten das Gegenüber ohnehin bekommt. Auf Apps mit starkem Männerüberhang bleiben die meisten Nachrichten liegen – unabhängig vom Inhalt. Auf Plattformen mit Fragebogen ist das Verhältnis ausgeglichener, und der Einstieg ist teils vorgegeben.

Was dabei hilft, ist genau dieser vorgegebene Einstieg. Parship arbeitet mit Icebreaker-Fragen und erreichte im Praxistest 30 % Antwortquote für männliche Profile, Hinge gibt jedem Like über die Prompt-Antworten ein Thema mit. LemonSwan klärt die Absicht vor dem ersten Kontakt und liegt im Praxistest von trusted.de bei 9,76 % Erfolgsquote, bei Finya ist das Schreiben kostenlos, und Bildkontakte liefert durch Fotopflicht und Profilprüfung die konkreten Anknüpfungspunkte, auf die es laut den Daten ankommt. Alle fünf lassen sich kostenlos anlegen:

Parship: Gesprächseinstieg vorgegeben
Vorformulierte Icebreaker und Kompatibilitätswert nehmen die Hürde der ersten Nachricht – im Praxistest 30 % Antwortquote für männliche Profile.
Hinge: Jedes Like bringt ein Thema mit
Prompt-Antworten im Profil geben jedem Gespräch von Anfang an einen Inhalt – die Lösung für alle, die nicht wissen, was sie schreiben sollen.
LemonSwan: Beste Erfolgsquote im Test
9,76 % im trusted-Test – Persönlichkeitstest und manuell geprüfte Profile. Wo die Absicht vorher geklärt ist, fällt die erste Nachricht leichter.
Finya: Schreiben ohne Abo
Nachrichten sind kostenlos – ideal, um Formulierungen auszuprobieren, ohne für jede Nachricht zu bezahlen. 10 % Erfolgsquote im Test.
Bildkontakte: Ausführliche Profile
Fotopflicht und redaktionelle Prüfung sorgen für Profile mit Substanz – also für konkrete Anknüpfungspunkte statt leerer Steckbriefe.

Timing, Nachfassen und was du aus Schweigen liest

  • Eine Nachricht, dann warten. Wer nachfasst, bevor geantwortet wurde, senkt seine Chancen. Der Grundsatz gilt unabhängig von der Plattform.
  • Nach einigen Tagen einmal nachfassen ist in Ordnung – mit neuem Inhalt, nicht mit „Hallo?“. Danach nicht mehr.
  • Rechne mit zwei Dritteln Schweigen. Bei einer Durchschnittsquote von 32 Prozent bleiben zwei von drei Nachrichten unbeantwortet – das ist Normalität, keine Bewertung deiner Person.
  • Nach vier bis fünf Nachrichten ein Treffen vorschlagen. Wochenlange Chats erzeugen Erwartungen, die kein erstes Date erfüllen kann.
  • Und wenn regelmäßig niemand antwortet: Dann liegt es meist nicht an der Nachricht, sondern am Profil oder an der Plattform. Beides lässt sich schneller ändern als der Text.

💡 Wenn dir vor allem die Fortsetzung schwerfällt: Eine sortierte Sammlung mit 100 Fragen für Chat und erste Treffen steht in unserem Beitrag Fragen zum Kennenlernen. Wer es lieber mit Humor angeht, findet in den 90 lustigen Fragen passende Einstiege – und was bei einer direkten Ansprache offline funktioniert, steht bei den Anmachsprüchen.

Fazit

  • Kurz, konkret, korrekt geschrieben. Diese drei Punkte deckt jede der genannten Auswertungen ab – und sie kosten nur dreißig Sekunden Profillesen.
  • Kein Kompliment über das Aussehen. Es ist gut gemeint und senkt die Antwortquote messbar.
  • Nicht mit „Hey“ anfangen. Die häufigste Eröffnung ist eine der schlechtesten.
  • Eine Frage stellen, die man nicht mit einem Wort beantworten kann – und dann eine Nachricht abwarten, nicht drei schicken.

Und ein realistischer Abschluss: Auch die perfekte Nachricht bleibt in zwei von drei Fällen unbeantwortet. Das ist kein Zeichen für einen Fehler, sondern die Grundmechanik des Online-Datings.

Häufig gestellte Fragen

Was schreibt man in der ersten Nachricht?

Zwei bis vier Sätze mit Bezug auf etwas Konkretes aus dem Profil, dazu eine Frage, die nicht mit einem Wort zu beantworten ist. Im Praxistest von singleboersencheck.de kamen Nachrichten mit Profilbezug auf über 40 Prozent Antwortquote, während generische Begrüßungen fast immer unbeantwortet blieben.

Wie lang sollte die erste Nachricht sein?

Zwei bis vier Sätze. Die OkCupid-Auswertung von über 500.000 Erstkontakten zeigte, dass die durchschnittliche Nachricht 743 Zeichen lang war und fast 16 Prozent über 2.000 Zeichen hatten – gemessen am Verhältnis von Aufwand zu Antworten deutlich zu viel. Sehr lange Nachrichten wirken außerdem eher wie Unsicherheit.

Ist „Hey“ als Einstieg wirklich so schlecht?

Ja. In der OkCupid-Auswertung lagen alle Standardbegrüßungen deutlich unter der durchschnittlichen Antwortquote von 32 Prozent. Der Grund ist einfach: Es gibt nichts, worauf man antworten könnte – und die Nachricht könnte an jeden gegangen sein.

Darf ich ein Kompliment machen?

Über das Aussehen besser nicht. Wörter wie sexy, beautiful, hot oder cutie lagen in der Auswertung 5 bis 14 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. OkCupid ordnete das so ein, dass Komplimente grundsätzlich gern gehört werden – aber nicht als Anmache vor dem ersten Treffen. Ein Kompliment zu etwas, das jemand getan oder gewählt hat, wirkt dagegen gut.

Schaden Abkürzungen und Tippfehler?

Deutlich. Netspeak war der stärkste einzelne Negativfaktor der gesamten Auswertung: Nachrichten mit „ur“ statt „you are“ erreichten unter zehn Prozent Antwortquote gegenüber 32 Prozent im Schnitt. Umgekehrt lagen korrekt geschriebene Alltagswörter über dem Durchschnitt – korrektes Schreiben allein hebt die Quote also.

Ist Humor in der ersten Nachricht gut?

Ja, mit einer Einschränkung. In der Auswertung erreichten Ausdrücke von Belustigung überdurchschnittliche Quoten – „haha“ kam auf 45 Prozent, „lol“ auf 41. Entscheidend ist die Richtung: Selbstironie funktioniert, Witze über das Gegenüber nicht. Und der Rest der Nachricht sollte trotzdem korrekt geschrieben sein.

Funktionieren kopierte Nachrichten?

Sie funktionieren schlechter, sind aber effizienter. Christian Rudder, Mitgründer von OkCupid, beschreibt in seinem Buch Dataclysm, dass Copy-Paste-Nachrichten etwa 25 Prozent schlechter abschneiden als individuelle – pro investierter Minute aber besser. Wer wenige passende Kontakte sucht statt vieler, fährt mit individuellen Nachrichten besser.

Wie oft darf ich nachfassen?

Einmal, nach einigen Tagen, mit neuem Inhalt – nicht mit „Hallo?“. Wer nachfasst, bevor überhaupt geantwortet wurde, senkt seine Chancen deutlich. Und danach nicht mehr: Zweimaliges Ausbleiben einer Antwort ist eine Antwort.

Wie viele Nachrichten bleiben normalerweise unbeantwortet?

Zwei von drei. Die OkCupid-Auswertung von über 500.000 Erstkontakten ergab eine durchschnittliche Antwortquote von 32 Prozent – Schweigen ist also die Regel und kein Urteil über deine Person. Wenn es dauerhaft gar keine Antworten gibt, liegt es meist an der Plattform oder am Profil, nicht am Text der Nachricht.

Wie antworte ich auf ein bloßes „Hey“?

Kurz antworten und selbst ein Thema setzen – oder es sein lassen. Wer in die erste Nachricht keine dreißig Sekunden investiert, investiert meist auch später nicht. Bei einer Romannachricht gilt das Gegenteil: Auf einen einzigen Punkt eingehen, sonst setzt du einen Maßstab, den du nicht halten willst.

Wann sollte ich ein Treffen vorschlagen?

Nach vier bis fünf Nachrichten. Wochenlange Chats erzeugen Erwartungen, die kein erstes Date erfüllen kann – und enden häufig in Ghosting. Ein kurzes Treffen an einem öffentlichen Ort klärt in dreißig Minuten mehr als drei Wochen Schreiben.

Gelten die OkCupid-Zahlen auch für Deutschland?

Die konkreten Wortlisten nicht, weil die Auswertung aus dem englischsprachigen Raum stammt und einige Jahre alt ist. Die Muster dagegen schon: Auch in deutschen Praxistests blieben generische Begrüßungen fast immer unbeantwortet, während Nachrichten mit konkretem Profilbezug auf über 40 Prozent Antwortquote kamen.