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Armes Reiches Deutschland: Ilka Bessin besucht Menschen in Armut

Ilka Bessin besucht Menschen in Armut

Armut hat viele Gesichter

Arbeitslosigkeit, Alters- und Kinderarmut, Obdachlosigkeit - die neue Doku-Reihe zeigt, wie das Leben von Menschen am Rande des Existenzminimums aussieht. Ilka Bessin war vor ihrer Bühnenkarriere als 'Cindy aus Marzahn' selbst jahrelang arbeitslos. Sie will den Menschen eine Stimme geben, die sonst kein Gehör finden und über die teils dramatischen Folgen der Armut in unserem Land aufklären. In jeder Folge besucht sie eine andere deutsche Stadt - ab Dienstag, den 17. Juli um 22:15 Uhr.

Armut hat viele Gesichter: Da ist die alleinerziehende Mutter, die jeden Cent dreimal umdrehen muss. Das Rentnerpaar, das sich in 60 Ehejahren nie einen Urlaub leisten konnte. Oder die 19-Jährige, die von ihren Eltern zu Hause rausgeschmissen wurde und sich jetzt alleine auf der Straße durchschlagen muss. Ilka Bessin trifft in ihrer neuen Sendereihe Menschen wie diese und taucht ein in ihren herausfordernden Alltag. Sie nimmt sich viel Zeit für ihre Begegnungen. So entsteht Vertrauen. In einfühlsamen Gesprächen werden Einblicke möglich, die unter die Haut gehen.

Ilka Bessin liegt das Thema Armut aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit besonders am Herzen. Die 46-Jährige war vor ihrer Bühnenkarriere als 'Cindy aus Marzahn' selbst jahrelang arbeitslos. Sie will den Menschen eine Stimme geben, die sonst kein Gehör finden. In jeder Folge besucht sie eine andere deutsche Stadt, um über die zum Teil dramatischen Folgen der Armut in unserem Land aufzuklären. In Gelsenkirchen, Leipzig, München und Berlin trifft sie Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise von Armut betroffen sind.

Ilka Bessin besucht "Spatzerl" in München

"Spatzerl" und Ilka Bessin in München. (Bild: MG RTL D)

Zu ihnen gehört unter anderem die obdachlose Tina, die von den meisten ihrer Freunde und Münchner Sozialarbeiter liebevoll "Spatzerl" genannt wird. "Spatzerl" Ist 59 Jahre alt und lebt seit 20 Jahren auf der Straße. Als junges Mädchen hat sie Hauswirtschafterin gelernt und später eine Ausbildung als Masseurin abgeschlossen. Später landete sie dann durch eine gescheiterte Ehe, den Verlust eines Arbeitsplatzes, den Verlust der Wohnung und Alkoholprobleme auf der Straße. "Das ist eine Lawine, die man irgendwann nicht mehr aufhalten kann", sagt sie.

Nach zwei Entzügen und einem vorübergehenden Aufenthalt in einer Flüchtlingsunterkunft versucht sie nun wieder, ein 'normales' Leben zu führen. Sie freut sich, dass sie demnächst in eine Wohnung ziehen darf, die sie im Rahmen eines Programms für obdachlose Frauen bekommen hat. Außerdem erfüllt sie sich zusammen mit einem obdachlosen Bekannten einen Traum: Sie hat lange auf ein Bayern-Ticket gespart und fährt zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder in die Berge. "Das ist was für die Seele", sagt sie und verdrückt dabei eine Träne.

Am Ende jeder Folge lädt Ilka Bessin die Menschen, denen sie begegnet ist, zu einem gemeinsamen Essen ein. Die gelernte Köchin bedankt sich so auf ihre Weise dafür, dass sie zu Gast im Leben der Menschen sein durfte.