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Ist Monogamie eigentlich noch zeitgemäß?

Ortsschild Monogamie Ende, offne Beziehung geradeaus

„Du lebst monogam, wie uncool“, hörte ich eine Freundin sagen, als ich mal wieder meine Beziehung zu Franz in den höchsten Tönen lobte. Und für wahr, wenn ich mich im Freundes- bzw. im Bekanntenkreis umhöre, beginnen meine Ohren zu wackeln. Da lebt Helena mit Mark und Sebastian in einer WG zusammen und dort schwärmt Janus, wie toll die Zeit mit seinen zwei Göttinnen ist, welche beide voneinander wissen und mit denen er abwechslungsreiche sowie spannende Stunden durchlebt. Die ganzen Dreier-, Dreiecks- oder von mir aus noch Vierecksgeschichten werfen mein klares Weltbild von einer ganz normalen, ewig andauernden und sogar glücklichen Zweierbeziehung komplett durcheinander.

Ich meine, ich bin gerade mal 32 und komme mir, was gerade dieses Thema betrifft, ziemlich altbacken vor. Bin ich denn wirklich ein wenig von gestern? Ich google nach und stoße schon gleich auf den für einige Menschen möglicherweise bedeutungsschweren Satz: „In der Tierwelt ist Monogamie mehr oder weniger ein Ausnahmefall!“. Lediglich drei bis fünf Prozent der Tiere, wie beispielsweise Weißstörche, Wölfe, und der Regenbogenpapagei, lassen sich überhaupt zu einer länger anhaltenden Paarbeziehung hinreißen.

Steht die monogame Beziehung vor dem Aus? Ist es dem Menschen überhaupt möglich, für immer treu zu sein? Und was sind eigentlich die positiven Nebenwirkungen einer Zweierbeziehung?

Einehe bzw. Treuebeziehung stehen immer mal wieder auf dem gesellschaftlichen Prüfstand

Monogamie könnte man strenggenommen als eine Art exklusive Beziehung bezeichnen, die uns von älteren Generationen regelrecht vorgelebt wurde. Zu früheren Zeiten war die Einehe eher als Zweckbündnis gedacht. Es ging in diesen längst vergangen Zeiten mehr darum, die Sicherheit der Fortpflanzung zu bewerkstelligen.

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Auch für Frauen, welche lange Zeit als Heimchen am Herd verweilten, schenkte die Monogamie wirtschaftliche Sicherheit. In Notzeiten und auch in Zeiten der Nicht-Gleichstellung von Mann und Frau machte die Einehe sicherlich mehr Sinn als heute – wo beide Geschlechter (fast) gleichgestellt sind und Mann als auch Frau wirklich freien Herzens bei einem Partner bleiben können, oder eben auch nicht. Nichts desto trotz beschreiten auch heute noch viele Paare den Weg der Monogamie.

Doch wie sieht es mit der sexuellen Treue in der gewünschten Zweierbeziehung aus?

Wenn beide Partner sich einig sind, eine offene Beziehung zu führen, in denen der sexuelle Austausch mit anderen PartnerInnen kein Problem darstellt, dann ist, laut Aussage von angesehenen Paartherapeuten, auch alles im Grünen Bereich. In einigen Ländern dieser Welt dürfen Männer mehrere Frauen ehelichen und somit auch mit mehreren Frauen Sex haben (Polygamie).

Wenn also kein richtiger Opportunismus mehr besteht, warum klammern sich Menschen wie ich überhaupt noch an einer Zweierbeziehung fest? Ganz einfach, weil sie trotz des leicht angestaubten Bildes viele Vorteile mit sich bringt.

  • Monogamie bietet nach wie vor ein gutes Gefühl von Halt und Sicherheit. Eine jahrelange Zweierbindung schweißt zusammen und hilft, unschöne Dinge besser zu verkraften.
  • Auch zur Seelenhygiene tragen Partnerschaft und Liebe in hohem Maße bei. Wer sich auf seinen Partner bzw. auf seine Partnerin 100% verlassen kann, leidet wesentlich weniger an Angststörungen oder gar an depressiven Verstimmungen. Eine treue Partnerschaft stärkt uns den Rücken und hält auch unser Immunsystem fit.
  • Aller sinnlichen Versuchungen zum Trotz: Eine Statistica zeigt, dass sich trotz Entscheidungsfreiheit etwa 70 Prozent der 20- bis 40jährigen Treue in ihrer Beziehung wünschen, da genau dieses Attribut Ruhe, Lebensfreude und tiefes Vertrauen beinhaltet.
  • Auch guter Sex braucht Zeit! Die wenigsten Menschen ziehen wirklich anhaltende Befriedigung aus flüchtigen Kontakten. Erst dann, wenn man über einen längeren Zeitraum aufeinander eingehen kann, lernt man die eigenen und auch die Bedürfnisse des Partners richtig einzuschätzen, und kann diese erst dann richtig ausleben.

Wo es Vorteile gibt, existieren mit Gewissheit auch diverse Nachteile. Diese können in einer monogamem Partnerschaft mit starker Anpassung, Eifersucht, Unterdrückung der eigenen Fantasiewelt und auch mit Selbstverwirklichungseinbußen einhergehen.

Die frohe Botschaft: Eine monogame Partnerschaft funktioniert ganz prima, wenn das große Vertrauen sowie gemeinsame Hobbies und gegenseitige Toleranz das Partner-Glück krönen. Und genau dieses Ziel haben mein Partner und ich erreicht. Wir verstehen uns blind und wissen, wie wir unsere „altbackene“ monogame Beziehung ein Leben lang aufregend und frisch halten. Und darauf sind wir, ehrlich gesagt, megastolz – Egal was andere vielleicht dazu sagen!

Bildnachweis: iStock-1192292234

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