Zweites TV-Duell: Obama zeigt sich angriffslustig
17.10.12
Obama und Romney lieferten sich bei ihrer zweiten TV-Debatte eine heiße Schlacht.Foto: Reuters
Heftiger Schlagabtausch
US-Präsident Obama nutzte das zweite TV-Duell und hat gegen seinen Herausforderer Mitt Romney richtig los gelegt. Die beiden lieferten sich bei ihrer zweiten TV-Debatte eine heiße Schlacht. Doch einen K.o.-Sieg gab es nicht.
Mehrfach warf Präsident Obama seinem republikanischen Widersacher vor, den Wählern bewusst die Unwahrheit zu sagen. Romney verdrehe die Tatsachen etwa in der Energie- und Sozialpolitik und mache den Wählern Steuerversprechen, die er nicht halten könne, sagte Obama in dem Rededuell in der Hofstra University in Hempstead (New York).
Romney hingegen hielt dem Präsidenten vor, in seinen vier Jahren im Weißen Haus zu wenig gegen die hohe Arbeitslosigkeit getan zu haben. Es sei nicht akzeptabel, dass immer noch 23 Millionen Amerikaner nach einem vollwertigen Job suchen müssten.
Außerdem habe der Präsident viele seiner damaligen Wahlversprechen gebrochen. "Als er sich um das Amt bewarb, sagte er, er könne das Defizit halbieren. Stattdessen hat er es verdoppelt", sagte Romney. Durch die hohen Staatsschulden brächte der Präsident die USA "auf den Weg Richtung Griechenland".
Die Diskussion wurde während der eineinhalb Stunden phasenweise außerordentlich hitzig. Beide Kandidaten fielen einander immer wieder ins Wort und beklagten sich bei der Moderatorin, weniger Zeit für Antworten zu erhalten als der andere.
Mehrfach warf Präsident Obama seinem republikanischen Widersacher vor, den Wählern bewusst die Unwahrheit zu sagen. Romney verdrehe die Tatsachen etwa in der Energie- und Sozialpolitik und mache den Wählern Steuerversprechen, die er nicht halten könne, sagte Obama in dem Rededuell in der Hofstra University in Hempstead (New York).
Romney hingegen hielt dem Präsidenten vor, in seinen vier Jahren im Weißen Haus zu wenig gegen die hohe Arbeitslosigkeit getan zu haben. Es sei nicht akzeptabel, dass immer noch 23 Millionen Amerikaner nach einem vollwertigen Job suchen müssten.
Außerdem habe der Präsident viele seiner damaligen Wahlversprechen gebrochen. "Als er sich um das Amt bewarb, sagte er, er könne das Defizit halbieren. Stattdessen hat er es verdoppelt", sagte Romney. Durch die hohen Staatsschulden brächte der Präsident die USA "auf den Weg Richtung Griechenland".
Die Diskussion wurde während der eineinhalb Stunden phasenweise außerordentlich hitzig. Beide Kandidaten fielen einander immer wieder ins Wort und beklagten sich bei der Moderatorin, weniger Zeit für Antworten zu erhalten als der andere.
Obama angriffslustig
Obama reagierte auf die Erklärungen seines Kontrahenten mehrmals mit der Aussage: "Was Romney sagt, ist nicht wahr". Er machte dabei einen bedeutend angriffslustigeren Eindruck als im ersten Rededuell vor zwei Wochen, als er kraftlos gewirkt und Romney praktisch das Feld überlassen hatte. Romney hatte seitdem deutlich in den Umfragen zugelegt und Obama unter Erfolgsdruck gesetzt.Diesmal handelte es sich um eine 'Town Hall Debate', eine Art Bürgerversammlung. Die Fragen stellten die Zuschauer, die vom renommierten Umfrage-Institut Gallup ausgewählt wurden. Themen waren sowohl Innen- als auch Außenpolitik. Von Beginn an standen auch die Steuerpläne und die schwache US-Konjunktur im Mittelpunkt.
Andere Streitpunkte kamen auf: Die Kandidaten mussten ihre Haltung zu Abtreibung, Einwanderung, Waffenkontrolle, Benzinpreise oder Bildung erklären. Obama warf Romney vor, in sozialen Fragen "noch extremer" zu sein, als sein republikanischer Vorgänger George W. Bush.
Die aggressivere Strategie scheint laut der ersten Schnellumfrage des TV-Senders CNN für Obama aufgegangen zu sein: Demnach sagten 46 Prozent der Befragten, der Präsident habe die Debatte gewonnen. 39 Prozent meinten, Romney sei als Sieger hervorgegangen. 73 Prozent der Teilnehmer antworteten, Obama habe sich besser geschlagen als sie es vorher erwartet hatten.
Auch die Tötung des US-Botschafters Chris Steven vor wenigen Wochen in Libyen provozierte eine harte Auseinandersetzung. Romney hielt der Obama-Regierung vor, zunächst verschleiert zu haben, dass es sich bei dem Angriff auf das Konsulat in Bengasi um einen Terroranschlag gehandelt hätte. Obama wies das scharf zurück: "Die Andeutung, dass jemand in meinem Team irreführend gehandelt hat, als wir vier der Unseren verloren haben, ist beleidigend." Schon einen Tag nach dem Angriff habe er öffentlich von einem Terroranschlag gesprochen.
Romney versuchte vor allem, die erste Amtszeit von Obama als Misserfolg zu kennzeichnen. "Wir müssen uns nicht damit zufriedengeben, was wir durchmachen", sagte er. "Ich weiß, dass ich das Land wieder auf Kurs bringen kann."
Obama dagegen wollte Romney erneut als ruchlosen Unternehmer charakterisieren, der 47 Prozent der Bevölkerung für Sozialschmarotzer halte. Der Republikaner habe in Wahrheit nur einen 'Ein-Punkt-Plan': "Sicherzustellen, dass die Leute an der Spitze nach anderen Regeln spielen können". Romney wolle die Steuern für die Wohlhabenden senken und Vergünstigungen für die Mittelschicht streichen.
Er hielt ihm auch vor, privat Geld in Firmen in China zu investieren und daher in dem Handelskonflikt niemals so scharf gegen das Land vorzugehen, wie er es stets ankündige. "Sie sind die letzte Person, die hart gegen China auftreten wird", sagte Obama.
Die jüngste TV-Debatte sorgte für eine gewaltige Resonanz in den sozialen Netzwerken. Allein beim Kurznachrichtendienst Twitter gingen in der Nacht 7,2 Millionen Beiträge dazu ein.
















