TV HIGHLIGHT
Wir retten Ihren Urlaub
AB 19.06. | 21:15
Wir retten Ihren Urlaub
TV-PROGRAMM
MO DI HEUTE DO FR SA SO JETZTPunkt 9
Presenter

Weltweite Proteste gegen Schmähvideo - Tote in Pakistan

21.09.12
Mohammed, Islamisten, Freitagsgebete,Schmäh-VideoZehntausende Muslime haben weltweit gegen das Schmähvideo und die Mohammed-Karikaturen demonstriert.
Foto: dpa bildfunk

Die USA bemühen sich um Deeskalation

Zehntausende Muslime haben nicht nur in der islamischen Welt gegen ein Schmähvideo aus den USA und derbe Mohammed-Karikaturen eines französischen Satireblatts protestiert.

In Pakistan kam es trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen nach den Freitagsgebeten zu Unruhen mit mindestens 16 Toten und vielen Verletzten. In der Hafenstadt Karachi starben nach Polizeiangaben zwölf Menschen, darunter drei Polizisten. 80 Menschen wurden verletzt. Tausende Demonstranten hatten dort versucht, zum US-Konsulat zu marschieren und zahlreiche Geschäfte in Brand gesteckt. Zuvor waren in Peshawar nach Angaben des Rettungsdienstes vier Menschen, unter ihnen ein Mitarbeiter eines Fernsehsenders, getötet worden. Auch in vielen anderen Ländern gab es Proteste.

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad durchbrachen nach Medienberichten Hunderte aufgebrachte Muslime mehrere Absperrungen rund um das Regierungsviertel. In dem Bereich liegen in einem zusätzlich gesicherten Areal auch westliche Botschaften. Im ostpakistanischen Lahore lieferten sich Demonstranten in der Nähe des US-Konsulats ebenfalls Straßenschlachten mit Sicherheitskräften. Innenminister Rehman Malik erklärte, die Armee stünde zum Eingreifen bereit. Die Kommunikation im Land war schwierig, weil die Regierung in 15 großen Städten zeitweise den Mobilfunkservice ausgesetzt hatte.

Die USA bemühten sich unterdessen um Deeskalation. Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton distanzierten sich im pakistanischen Fernsehen von dem Schmähvideo. In dem von sieben Sendern ausgestrahlten Beitrag sagte Obama, die Vereinigten Staaten seien ein Land, das seit seiner Gründung alle Glaubensrichtungen akzeptiere. Clinton betonte, die USA hätten mit dem Video nichts zu tun. Für die TV-Sendezeit gab die US-Regierung umgerechnet mehr als 50.000 Euro aus. In Islamabad erklärte der amtierende US-Botschafter, die Produktion des Schmähvideos beruhe auf der "zutiefst taktlosen Entscheidung eines Einzelnen, um Hass zu schüren".

Pakistans Premierminister Raja Pervez Ashraf hatte den Freitag zum landesweiten Feiertag zu Ehren des Propheten Mohammed erklärt. Zahlreiche politische und religiöse Gruppen hatten zuvor zu Protesten nach den Freitagsgebeten aufgerufen. Das Schmähvideo aus den USA, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, sei die "schlimmste Art von Bigotterie", sagte Ashraf. Gleichzeitig forderte er die internationale Gemeinschaft dazu auf, Wege zu finden, um Äußerungen zu verbieten, die "Hass schüren und die Saat der Zwietracht säen".

Tote nach Protesten gegen Schmähvideo
Behörden wollen durchgreifen
Libyen: Auflösung der Milizen und Waffenverbot
Behörden wollen durchgreifen  
Sturmlauf gegen Extremisten
Libyer wehren sich gegen Milizen
Sturmlauf gegen Extremisten  

Protestaktionen in Deutschland friedlich verlaufen

Zu Protesten kam es auch in vielen anderen Ländern. Im indischen Teil Kaschmirs gingen zahlreiche Menschen auf die Straße, in der Regionalhauptstadt Srinagar kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. In Neu Delhi blieb die US-Botschaft aus Sicherheitsgründen geschlossen.

In Malaysia zogen nach Polizeischätzungen etwa 5.000 Menschen vor der US-Botschaft und einer nahe gelegenen Moschee auf. In Indonesien waren gepanzerte Polizeifahrzeuge vor der US-Botschaft aufgefahren. In Kabul protestierten Hunderte Afghanen friedlich.

In Deutschland sind die ersten Proteste gegen das umstrittene Video allesamt friedlich verlaufen. In Freiburg demonstrierten nach Angaben der Veranstalter mehr als 1.000 Menschen gegen das in den USA entstandene Schmähvideo, die Polizei sprach von rund 900 Teilnehmern. In Münster gingen rund 600 Menschen auf die Straße, in Cuxhaven beteiligten sich knapp 100 Demonstranten an einer Kundgebung.

Der Demonstrationszug in Freiburg, an dem viele Frauen und Kinder teilnahmen, wurde von einem starken Polizeiaufgebot begleitet. Auf Transparenten stand "Nein zur Beleidigungsfreiheit" und "Unser Prophet Mohammed ist tabu". Wie in Freiburg ging am Abend auch die Protestaktion in Münster friedlich zu Ende. Eine Polizeisprecherin zeigte sich mit dem Verlauf "sehr zufrieden". Es habe "keine Provokationen von außen" gegeben.

Unterdessen hat ein Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien den Antrag einer Schauspielerin auf eine Sperrung des Schmähvideos auf YouTube abgelehnt. Die Klägerin habe mit ihrem Antrag kaum Aussicht auf Erfolg, zitierte die 'Los Angeles Times' aus dem Urteil. Klägerin Cindy Lee Garcia, die in dem Film mitspielt, wollte mit einer einstweiligen Verfügung die sofortige Entfernung des Films von der Internet-Plattform erwirken.

Meinen Leuten bei wer-kennt-wen.de empfehlen